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Zuwendung lindert Schmerzen

Zuwendung regt die Ausschüttung von Glückshormonen an Autor: Sana Brauner am 13. Aug 2008
Zwischenmenschliche Beziehungen fördern die Schmerzbewältigung

Wer Schmerzen hat, der schont sich. Das ist eine natürliche Reaktion, die nach Verletzungen sinnvoll ist. Doch gerade bei nicht verletzungsbedingten Alltagsbeschwerden wie Kopf-, Rücken-, Muskel- oder Gelenkschmerzen ist es wichtig, dem Schmerz nicht nachzugeben, sondern aktiv mit ihm umzugehen. "Die Unterstützung durch Partner und Freunde wird dabei oft vernachlässigt, obwohl sie Betroffene entscheidend motivieren können", berichtet Professor Dr. Harald Traue, Sektion Medizinische Psychologie an der Uniklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Ulm.

Der Schmerzreiz wird über Sensoren im Gewebe wahrgenommen

Einmal umarmen, bitte!

Zuwendung lindert Schmerzen

"Zwischenmenschliche Beziehungen können eine aktive Schmerzbewältigung fördern und dazu beitragen, die Schmerztoleranz zu erhöhen. Sie bergen daher ein großes Potenzial an Heilkraft", erklärt Traue. Das geschieht zum Beispiel durch positive emotionale Erfahrungen mit anderen Menschen, aber auch durch Körperkontakte. Denn bei einer Umarmung oder Berührung schüttet der Organismus vermehrt Endorphine aus. Diese Glückshormone steigern nicht nur das Wohlbefinden, sondern wirken auch schmerzstillend. Die Zuwendung bewirkt außerdem, dass sich Herzfrequenz und Atmung normalisieren und die Muskulatur entspannt. Ein weiterer Aspekt ist, dass Sozialkontakte die Betroffenen von ihren Schmerzen ablenken.

Mehrstufige Behandlung

Damit akute Schmerzen nicht chronisch werden, sollte die Ursache beseitigt und der Schmerz gleichzeitig rasch gelindert werden. Ein wesentlicher Bestandteil der Soforttherapie sind verträgliche Schmerzmittel wie Aspirin. Sie aktivieren die Abwehrmechanismen des Körpers, indem sie die Schmerzbotenstoffe stoppen und Entzündungen hemmen. Oft wird erst dadurch Bewegung wieder möglich. Neben der medikamentösen Behandlung sind Bewegung, Entspannung sowie kreative Tätigkeiten sinnvoll, um Schmerzen zu begegnen. Ideal zur Vorbeugung sind Ausdauersportarten wie Radfahren, Wandern, Schwimmen oder Walken, die auch gemeinsam ausgeübt werden können.

Was ist ein Schmerzgedächtnis?

Biologisch betrachtet dienen Schmerzen dazu, den Menschen auf schädigende Prozesse im Körper aufmerksam zu machen. Werden die Signale nicht ernst genommen, kann dies - neben einer unmittelbaren Schädigung - dazu führen, dass sich der Schmerz verselbstständigt. Wenn die Schmerzursache bestehen bleibt, werden die Nerven ständigen Reizen ausgesetzt, was zu einer Veränderung der Nervenzellen führt. In der Folge werden auch schwache Reize als stark empfunden - ein so genanntes Schmerzgedächtnis entsteht. Deshalb ist es wichtig, Schmerzen bereits im Akutstadium ernst zu nehmen und auszuschalten.

Alle Fotos: djd/Aspirin

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