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Autor: Anka Kampka am 11. Nov 2011 5-Minuten-Büro-Krimi
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Liebe Leserinnen,
meine monatlichen, kleinen Krimis handeln von den kleinen und großen alltäglichen Gegebenheiten rund ums Büro.
Falls Ihnen die eine oder andere Gegebenheit bekannt vorkommt, versichere ich Ihnen: Die Geschichte und deren Personen sind frei erfunden und Ähnlichkeiten mit lebenden Abtei-lungen, pardon, ich meine natürlich mit lebenden Kollegen, sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Oder?
Die Weiterreichung der kleinen Lektüre an Kenner des feinen Humors sowie Liebhaber der Kurzentspannung ist strengstens erlaubt und ausdrücklich erwünscht.
Nun wünsche ich viel Spaß beim Lesen und Schmunzeln!
Zurück in die Zukunft
Frieda Frieder sitzt im Büro und arbeitet einen großen Stapel Rechnungen ab.
Plötzlich stutzt sie. „Also, kommt da nun der Rechnungsposten EinsPunktDrei rein oder nicht?“ spricht Sie halblaut vor sich hin. „Na, das lässt sich wohl am schnellsten über einen Anruf klären“, sprach‘s und hob den Telefonhörer ab.
Bestattungsinstitut Schlagmichtot“, meldet sich die Stimme am anderen Ende der Leitung. „Ach, Herr Bethel, gut dass ich Sie direkt am Apparat habe“, freut sich Frieda. „Ich bin gerade dabei, die Rechnung für die Familie Lebwohl zu schreiben. Können Sie mir sagen, ob dort der Kostenpunkt Einspunktdrei auch angefordert wurde?“ - „Einen Moment, da schau‘ ich gleich mal nach.“
Während Frieda auf die Antwort wartet, summt sie leise die getragene Musik in der Warte-schleife mit. „Hören Sie?“ ruft Herr Bethel nach einer Weile vom Bestattungsinstitut Schlagmichtot in den Hörer, während er Frieda aufschreckt. Der Posten Einspunktdrei wurde genutzt. Sie können ihn auf die Rechnung setzen.“
Erfreut schreibt Frieda die Rechnung zu Ende. Doch gerade als Sie auf den Button „Drucken“ klickt, klingelt das Telefon erneut.
„Bestattungsinstitut Schlagmichtot, Bethel nochmal am Apparat“, tönt es in den Hörer. „Tut mir leid, Frau Frieder, ich habe mich vertan. Leider wurde der Kostenpunkt Einspunktdrei von der Familie Lebwohl doch nicht genutzt. Sie können ihn also wieder streichen.“
„Gut dass die Rechnung noch nicht zur Familie Lebwohl gesendet wurde“, denkt sich Frieda, „dann kann ich wohl Selbige gleich stornieren lassen. So erhält die Familie Lebwohl rechtzeitig die korrekte Rechnung.“
Frieda ruft gleich ihre Kollegen im Amt an und bittet um ein Storno. „Ja, Frau Frieder, bis vor kurzem ging das schon. „Aber“, fährt Frau Gudrun Grünlich fort, „seit wir das modernste Update des Friedhofsprogramms haben, können wir die Rechnung nicht mehr so einfach stornieren.“
„Sie müssen in dem Fall der Stadtkasse Bescheid geben“, fährt Frau Grünlich fort, “dass der Posten Einspunktdrei gestrichen wird. Im Anschluss müssen Sie die vorliegende Rechnung von Hand korrigieren. Teilen Sie am besten der Familie in einem Brief mit, dass lediglich der von Ihnen handschriftlich korrigierte Betrag zu begleichen ist.“
Frieda traut ihren Ohren nicht und wiederholt: „Also, Frau Grünlich, hab ich das richtig verstanden? Ich habe hier eine Rechnung vorliegen, deren Stornierung der berühmte Mausklick weit entfernt wäre. Da wir aber ein zukunftsträchtiges Programm installiert bekommen haben, gehen wir nun in die Vergangenheit und korrigieren Rechnungen mit der Hand. Das war ja früher mit der alten Schreibmaschine schneller und sauberer zu erstellen“, stellt Frieda fest. “Da hat man einfach das Blatt aus der Maschine gerissen und neu angefangen und ergänzt. Heutzutage können wir auf den Mond fliegen, aber keine Rechnungen mehr korrigieren, deren Fehler unmittelbar entdeckt werden.“
„Ja, ja, Frau Frieder“ lächelt Frau Grünlich am anderen Ende des Apparates in sich hinein. „Wir, das Team vor Ort, nehmen es bis zur Verbesserung des Programmes mit gelassenem Humor und haben dem neuen Verarbeitungsprogramm unseren eigenen Namen verpasst.
„Und wie nennen Sie es?“ will Frieda wissen.
„Zurück in die Zukunft“
Um Kommentare erstellen zu können, bitte einloggenAutor: Sylvia Klein am 2011-12-10 11:11:48
Vielleicht könnte das neue Programm auch gleich bestattet werden!
Ja so ist das mit Programmänderungen leider sehr oft:
Es wird das Bestehende nur "verschlimmbessert"!
Die Geschichte hat mehr als nur einen Wahrheitskern!
Gratulation von
Sylvia Klein
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Autor: Anka Kampka am 2011-12-14 12:13:18
Liebe Sylvia,
danke für Deinen Kommentar.
Ja, ich glaube, es geht vielen Menschen so:
Da wird uns erzählt, dass "nun alles viel besser und einfacher" wird, und was kommt? Wir wissen es schon..... (noch)viel mehr Ärger und Zeitver-schwendung.
Ich hoffe, dass ich weiterhin mit meinen Krimis die Menschen im Herzen berühre und aus dem Herzen sprechen lassen kann.
In Vorfreude auf weitere Rückmeldungen
Anka Kampka
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