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Autor: Roland Grün am 01. Nov 2011 Mensch bewegt seit allen Zeiten das Phänomen Leben und Sterben
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Gerade jetzt zu Allerheiligen im Gedenken an Verstorbene, an Vater, Mutter, Großvater, Großmutter, Onkeln, Tanten gehen in unseren Breiten viele von uns auf die Friedhöfe, schmücken die Gräber und halten inne in Gedanken an unsere verstorbenen Lieben.
Das schmerzhafteste Abschiednehmen ist von Mutter und Vater - das sind die wichtigsten Menschen in Leben. Sehr schlimm ist auch der Tod eines eigenen Kindes, das mensch üblicherweise ja sonst überlebt, aufgrund der unterschiedlichen Lebenserwartung wäre das, was die Natur vorgibt.
Warum haben Menschen Angst vor dem Tod?
Es ist doch ganz natürlich, in der Natur läuft seit Ewigkeit der Prozeß Entstehen, Geboren-Werden und Sterben. Das erleben wir jeden Herbst, wenn die Natur beginnt sich schlafen zu legen, der Winter kommt und dann im Frühling erwacht die Natur zu neuer Blüte.
Nur: wir Menschen wollen das mit unserem Leben einfach nicht wahr haben.
Das Phänomen Tod begleitet mich schon mein ganzes Leben. Ich war am 29. Juni 1959 schon halbtot, nur ehrgeizige, junge Chirurgen haben sich damit nicht abgefunden, dass ich an einer schweren Schläfenbeinverletzung sterbe, sondern haben drei Tage um mein Leben gekämpft und gewonnen. Sonst gäbe es mich nicht mehr.
Vor ein paar Tagen starb der Vater unserer besten Freunde. Es ist irgendwie das Zeremoniell der Beerdigung, die Versammlung der Verwandten, Freunde und Nachbarn auf dem letzten Weg zum Grab und die Segnung durch den Priester. Gerade da kommt es in uns hoch: wie war unser Verhältnis, was waren die schönen, die traurigen, die schlechten Erlebnisse mit dem/der Verstorbenen. Da kam mir der Spruch von Thomas von Aquin ins Gedächtnis: wie gelebt, so gestorben.
Mein Lebensmotto lautet: lebe jeden Tag so, als wäre es Dein Letzter.
Auch ich vergieße Tränen im Abschied von einem geliebten Menschen, von meinem Vater am 7. Oktober 2003, noch heute denke ich oft an meine Kindheit, an all das was mir mein Vater gegeben hat, alles das wozu er mich ermahnt hat, all seine Träume und Vorstellungen, die er mit meiner Person verbunden hat.
Angst kommt in uns auf wegen der Ungewißheit: gibt es etwas nach dem Tod?
Der Glaube der katholischen Kirche spricht vom Weiterleben nach dem Tod, die Hindus von der Seelenwanderung, die Re-Birther vom Weiterleben in einem anderen Menschen, also gab es mich schon vor vielen Jahrtausenden ... was bin ich schon alles in in den vielen Leben gewesen?
Es wäre gelogen, dass ich nicht auch Angst hätte - aber seit vielen Jahrzehnten beschäftigt mich das Phänomen Tod: von der Darstellung des Sensenmannes, bis zum Gedicht "Komm schöner Tod -"
Denken wir doch an Vollendung, denken wir daran: "es wird schon genug gewesen sein" "meine Mission auf diesem Planeten ist beendet" "ich werde abberufen"
Worte, die eines nicht ändern können: das Unbegreifliche des Absterbens des mensclhichen Körpers, der wie alles Organische dem Verwesungsprozeß unterliegt, und dem Unbekannten "Seele" von der wir nicht einmal wissen, wo sie im Körper sich befindet, die angeblich nicht stirbt
Die Pharaonen Cheops, Kephren und Mykerionos haben sich Grabmäler in Form von Pyramiden errichtet, dass wir noch heute über sie sprechen, auch nahmen sie alle Ehefrauen und Diener totz Lebendigkeit mit in die Grabkammer, auch die Schatzkammer wurde mit Gold und viel Wertvollem gefüllt - schließlich wollten sie ja nicht als "Armutschkerln" das Todes-Reich betreten, sondern auch dort zeigen, dass sie Gott-Gleich behandelt werden wollen
So hat jede Kultur eigene Rituale entwickelt, um das Ende eines Menschen würdig zu zelebrieren - doch im Tod sind alles Menschen gleich, ob Pharao oder Clochard unter der Seine-Brücke, niemand kann sich Reichtümer mitnehmen, wir alle leben dann in der Erinnerung der Menschen, die uns gekannt haben, manche mit starken Engrammen und andere gelangen erst nach ihrem Tod zur Berühmtheit.
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