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Autor: Thomas Schwingenschlögl am 16. Apr 2008 Sie kommen oft über Nacht: unschöne Knötchen an den Fingergelenken, die schmerzen und gerötet sind. Zugleich lässt die Kraft in den Händen deutlich nach und die Finger werden steif. Und das alles meist nach dem 40. Lebensjahr. Und vor allem bei Frauen. Obwohl die meisten Betroffenen sofort an die Gicht denken, ist die Gicht nur selten die wirkliche Ursache für diese Beschwerden. Gelenksabnützungen, auch Arthrosen genannt, stecken meistens hinter diesem Krankheitsbild. Die Beschwerden entwickeln sich oft innerhalb kürzester Zeit und gehören so schnell wie möglich abgeklärt und behandelt.
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Ab 40 Jahren leiden die Gelenke unter Abnutzung
Arthrosen sind ein typisch rheumatisches Leiden und nehmen mit steigendem Alter rapid zu. Frauen sind wesentlich häufiger betroffen. In einem Alter über 75 Jahre weisen ca. 50% aller Frauen knotige Veränderungen der Fingergelenke auf.
Zum Trost: Männer sind von den Abnützungen auch nicht verschont und leiden oft an besonders aggressiven Formen.
Bei den Händen sind in erster Linie die Fingerend- und -mittelgelenke betroffen. Die Arthrose des Daumensattelgelenks (=Rhizarthrose) macht große Schwierigkeiten beim Greifen. Sie tritt bei ca. 30% der Österreicher auf.
Die ersten Verschleißerscheinungen an den Gelenken treten bereits in der Jugend auf, weshalb der Früherkennung und der rechtzeitigen Behandlung große Bedeutung zukommt.
Folgende Beschwerden sind typisch für eine beginnende Gelenkabnutzung:
• Gelenkssteifheit: besonders nach Ruhephasen sind die Gelenke für Minuten bis Stunden steif. Am Morgen ist es meist am Schlimmsten. So ist ein kompletter Faustschluß in der Früh schlecht möglich, das Halten und Greifen von Gegenständen schmerzhaft, die Finger sind unbeweglich. Die Gelenke knacksen.
• Kraftlosigkeit: Gläser und Kaffeetassen fallen aus der Hand. Das Öffnen von Flaschen und Dosen wird zum Problem.
• „Begrüßungsschmerz“: ein kräftiger Händedruck verursacht fast immer starke Schmerzen.
Dazu kommen geschwollene, gerötete und heiße Gelenke, die oft extrem druck- und berührungsempfindlich sind. Nicht zu vergessen die Knötchen an den Seiten der Gelenke.
Und natürlich Schmerzen: zuerst nur bei Belastung und Bewegung, dann bei Wetterumschwüngen und nachts, und schließlich treten Dauerschmerzen auf.
Die Knotenbildungen führen zunehmend zum Funktionsverlust der betroffenen Gelenke und letztlich zur Versteifung.
Doch das alles kann durch eine rechtzeitige Therapie verhindert werden.
Eine Therapie ist umso erfolgreicher, je früher sie beginnt!
Moderne Therapien, neue Medikamente und die Kombination diverser Behandlungen haben die Erfolgsrate bei der Arthrosebehandlung deutlich verbessert. Der frühe Einsatz aller Therapien wirkt sich dabei besonders günstig aus. Wer also drei bis vier Wochen an den vorher genannten Beschwerden leidet, sollte unverzüglich einen Spezialisten aufsuchen.
Knorpelschutzpräparate
Diese Substanzen regen das Knorpelwachstum an und verhindern damit einen weiteren Knorpelabbau.
Als orale Therapieform, also zum Schlucken, haben sich Chondroitin- und Glucosaminsulfat sowie Diacerein bestens bewährt. Diese Präparate werden kurmäßig über mindestens drei Monate eingenommen.
Die Arthrose des Daumensattelgelenks wird in den letzten Jahren sehr erfolgreich mit Hyaluronsäure behandelt. Diese künstliche Gelenksschmiere wird mit einer ganz dünnen Nadel direkt in das Gelenk appliziert.
Sind die Gelenke stark entzündet und geschwollen, bewähren sich Injektionen mit geringen Kortisonmengen.
Antirheumatika
Diese Arzneien wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd. Speziell die Gabe von antirheumatischen Infusionen in Kombination mit hochdosiertem Vitamin B- und C-Komplex führt zu einer äußerst raschen Unterdrückung von Entzündung und Beschwerden. Für zwischendurch werden Antirheumatika oral eingenommen oder lokal als Salbe oder Gel auf die Gelenke aufgetragen.
Die physikalische Therapie
Verschiedene Therapieformen wie Elektrotherapie, Kälte- und Wärmetherapie sowie Bäder stehen zur Verfügung, die aber auf jeden Fall mit Ihrem Arzt besprochen werden sollten.
Bei akuten Entzündungen (Gelenke geschwollen, überwärmt, gerötet, stark druckschmerzhaft) darf nur Kälte verwendet werden. Kalte Topfenumschläge oder Eisbeutel können mehrmals täglich für jeweils 15 – 20 Minuten aufgelegt werden.
Bei chronischen Beschwerden ist hingegen die Wärmeanwendung angebracht. Hier helfen warme Bäder mit Heublumen oder Kräutern, Paraffin- und Moorpackungen oder Wärmelampen.
Schützen Sie Ihre Hände vor Kälte und kaltem Wasser!
Auch die Magnetfeldtherapie wirkt entzündungshemmend und führt über eine verbesserte Durchblutung der Gelenkskapsel zu einer vermehrten Produktion von Knorpelschmiere. Gerade die Kombination von Knorpelaufbauinjektionen mit anschließender lokaler Magnetfeldtherapie hat sich bestens bewährt.
Gesunde Ernährung und Lebensstilveränderungen (kein Nikotin, wenig Alkohol) wirken positiv auf das Fortschreiten der Arthrose. Eine Verminderung des Fleisch- und Fettverzehrs sowie ein erhöhter Konsum von Gemüse, Obst, Fisch und Pflanzenölen erweisen sich generell als sehr günstig. Fischöle und diverse Vitamine (Provitamin A, Vitamin C und E) haben entzündungshemmende Eigenschaften.
Dank der vielen Behandlungsmöglichkeiten lassen sich Arthrosen heute weitgehend stoppen. Dabei braucht natürlich jeder Patient sein individuell maßgeschneidertes Therapieprogramm.
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