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Webtipp für den Arzt: Mit einem gelungenen Internetauftritt neue Patienten gewinnen

Internetauftritt Autor: Eva Hribernig am 13. Jan 2011
Der Internetauftritt gehört - gleich wie das Telefon, Fax, Visitenkarte oder Praxisschild - auch für die Ärzteschaft zur Standardausrüstung einer Ordination.

Mehr als 70 Prozent der Haushalte in Österreich verfügen gemäß Statistik Austria über einen Internetzugang. Aufgrund weiterer Möglichkeiten (Internetcafes,Schulen, etc.) ist die Internetnutzung sogar noch höher.

Speziell für Fragen im medizinischen Bereich ist Internet ein zukunftsträchtiges Informationsmedium. Die Anzahl jener Ärztinnen und Ärzte, die sich dem potenziellen Patienten auf einer eigenen Homepage präsentieren und ihre Leistungen solcherart vorstellen, ist allerdings noch relativ gering.

Eine Internetrecherche – basierend auf der Praxisdatenbank der Ärztekammer – hat ergeben, dass nur ein geringer Anteil an Ärztinnen und Ärzten ohne Kassenvertrag eine eigene Homepage betreiben. Bei Ärztinnen und Ärzten mit Kassenvertrag ist der Anteil noch niedriger. Die gewählte Stichprobe (150 nach Zufallsprinzip) mag vielleicht nicht repräsentativ sein, dennoch kann man sagen, dass es punkto Internetpräsenz der Ärzteschaft Handlungsbedarf und Verbesserungspotenziale gibt.

Mit der Fülle an Informationen überfordert

Im Internet existieren zahlreiche Datenbanken, in die sich Ärztinnen und Ärzte gegen Entgelt oder kostenfrei eintragen lassen können. Es gibt weiters eine Reihe von Portalen für die kostenfreie Arztsuche mit entsprechenden Suchmöglichkeiten nach Fachgebieten, Behandlungsschwerpunkten, zusätzlichen Diplomen und Tätigkeiten, Geschlecht oder Postleitzahl.

Viele dieser Verzeichnisse sind nicht tagesaktuell und die darin enthaltenen Daten von den jeweiligen Ärztinnen und Ärzten meist nicht bestätigt. Sie enthalten kaum Informationen, die über die Angaben in einem Telefonverzeichnis hinausgehen. Eine Ausnahme bildet hier lediglich der Praxisplan der Ärztekammer für Wien (www.praxisplan-wien.at), der tagesaktuell und autorisiert die Daten ins Netz stellt und so topaktuell ist.Auf Internetseiten von Ordinationszentren, Privatkliniken oder diversen Abteilungen von Krankenhäusern findet man eine geballte Ladung an Informationen über die Kompetenzen der jeweiligen Institution sowie ihrer Spezialisten aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen.

Oft ist der Patient mit dieser Informationsfülle aber überfordert. Und vor allem: Eine Arztsuche über das Spital ist meist nicht möglich. Doch wo und wie findet der Patient den niedergelassenen Arzt seines Vertrauens? Und welche Information sucht der Patient?

Internetauftritt: Gut geplant und strukturiert

Verantwortungsvolle und interessierte Patienten versuchen meist, sich via Internet bereits im Vorfeld einer ärztlichen Konsultation bestmöglich zu informieren. Informationen über das Krankheitsbild und den Krankheitsverlauf, Leistungsangebote, Therapiemethoden, fachliche Kompetenz und Zusatzausbildungen eines Arztes sowie Informationen über seine Ordination und sein Team sind gefragte Themenbereiche.Wer im Internet nicht fündig wird, verlässt sich auf die Hilfe von Kollegen oder Freunden oder eben auf das Telefonbuch.

Eine eigene Praxishomepage bietet viele Vorteile: Der Arzt kann darauf auf seine besonderen Fähigkeiten und Zusatzausbildungen aufmerksam machen, das Interesse von potenziellen Patienten erregen und Vertrauen schaffen. Erreicht werden kann dies mit einem gut geplanten und strukturierten Internetauftritt – mit einem sympathischen Design und ohne Reizüberflutung.

Die Praxishomepage kann den Arzt – in Ergänzung zu Medien wie (interaktiveTouch-)Informations-Screens, Plakaten oder Broschüren in den Wartezimmern – bei seiner Arbeit unterstützen. Der Patient erhält die Möglichkeit, sich in aller Ruhe außerhalb der Öffnungszeiten über die Gesundheitsversorgung zu informieren und sich der Arztsuche zu widmen. Das Internet dient allerdings nur der Orientierungshilfe und kann einen Besuch beim Arzt natürlich nicht ersetzen.

Die Ärzte erwirtschaften mittlerweile einen wichtigen Teil ihres Einkommens außerhalb der von den Kassen finanzierten Leistungen, daher nimmt die Bedeutung für Investitionen in Marketingmaßnahmen zu. Hier ist kein „entweder oder“ zu empfehlen, sondern es soll aus betriebswirtschaftlichem Interesse sowohl in Marketingmaßnahmen für die Praxis und Mitarbeiter, als auch in eine kompetente, ansprechende Internetpräsenz investiert werden.

Zwar gibt es keine Nullachtfünfzehn-Empfehlung für den „richtigen“ Internetauftritt – vieles ist Geschmacksache. Aber die Entscheidung zwischen einem bloßen Eintrag in ein Telefonverzeichnis oder eine Adressdatenbank beziehungsweise einem eigenen Internetauftritt sollte sich wohl nicht mehr stellen.

Anmerkung: Der Begriff Homepage wird in diesem Artikel als Synonym für Website verwendet. Grundsätzlich ist aber die Homepage 'nur' die Einstiegsseite des Internetauftritts.
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird mit Homepage (irrtümlichderweise) die gesamte Website / Webpräsenz gemeint!

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