Autor: Michael Gosch am 12. Okt 2009 Trinkwasser wird überwiegend aus Grundwasser gewonnen. Es enthält eine Vielzahl an Mineralien und Spurenelementen, zunehmend aber auch naturfremde Anteile, die aus Medikamentenrückstände, landwirtschaftlicher Produktion, Verkehr etc. stammen. Trinkwasser ist das am besten und meisten kontrollierte Lebensmittel.
|
Was Sie über Wasser zum Trinken wissen sollten:
Trinkwasser wird überwiegend aus Grundwasser gewonnen. Es enthält eine Vielzahl an Mineralien und Spurenelementen. Trinkwasser ist das am besten und meisten kontrollierte Lebensmittel.
Die Schadstoff-Grenzwerte sind deutlich schärfer als bei anderen Lebensmitteln. Trinkwasser darf bzw. muß unter bestimmten Umständen nachgechlort, entsäuert, gefiltert oder anders behandelt werden, bevor es, unter ständiger Kontrolle bezüglich der Einhaltung der Grenzwerte durch die Gesundheitsämter, aus dem Wasserhahn laufen darf.
Trinkwasser ist also ein hergestelltes Lebensmittel.
Es ist auch Grundlage und Bestandteil vieler anderer Lebensmittel. Trinkwasser ist wie der Name schon sagt zum Trinken da.
Wasser ist für den Menschen ein unersetzlicher Grundstoff, zur Aufrechterhaltung seiner Vitalfunktionen, der in relativ großer Menge benötigt wird. Deswegen können darin enthaltene Schadstoffe im Körper schnell akkumulieren. Es ist unabdingbar, daß zumindest unsere Trink- u. Kochwasserversorgung mit ausreichend reinem, unbelastetem Wasser gewährleistet ist.
Wie die steigenden Absätze der Mineral-Wasserindustrie und der Hersteller von Wasseraufbereitungsanlagen zeigen, mißtraut eine zunehmende Zahl von Verbraucher/Innen der Qualität des Wassers, welches aus ihrem häuslichen Wasserhahn fließt. Ist den öffentlichen Stellen wirklich unbekannt, daß sich gesundheitlich bedenkliche Stoffe, Gifte, Keime im Wasser befinden können, oder wird der Verbraucher, warum auch immer, in diesem Punkt nicht richtig informiert ?
Es gibt eine Vielzahl von Fremdstoffen und Umweltgiften, die den Weg ins Trinkwasser finden können. Im folgenden werden die wichtigsten aufgeführt. Die aufgeführten Schadstoffe können zum Teil von den Wasserwerken nicht oder nur unvollständig ausgefiltert werden bzw. gelangen erst nach dem Wasserwerk ins Wasser. Einige wie Giardia lamblia oder Hormone werden erst gar nicht untersucht, da für diese keine Grenzwerte vorgeschrieben sind.
- Blei und Kupfer aus den Rohrleitungen der Hausinstallation
- Asbestfasern aus den Hauptleitungen ab Wasserwerk
- Pestizide, Nitrat / Nitrit und Phosphate aus der Landwirtschaft
- Weibliche Geschlechtshormon über die Pille
- Arzneimittel, Wirkstoffe aus Schlankheitsmitteln und Cholesterinsenkern
- Tenside aus Farb- und Waschmitteln
- Phatalate ( Weichmacher aus Kunststoffen )
- Trihalomethane, die als Reaktionsprodukte bei Chlorierung des Trinkwassers entstehen können, sowie Chlor selbst
- Keime aus dem Rohrleitungssystem
- Giardia lamblia (Hundekotbakterien) und Erreger wie Cryptosporidium
- Organische Verbindungen der Chlorchemie wie PCB’s
Das Problem von seiten der Wasserwerke ist, daß nur ca. 5 % des von ihnen gelieferten Wassers als Trinkwasser genutzt werden, die restlichen 95 % aber als Brauchwasser zum Duschen, Spülen, etc. genutzt werden.
Wasserwerke müssen jedoch das ganze von ihnen gelieferte Wasser in der gleichen Qualität zur Verfügung stellen UND dabei wirtschaftlich arbeiten.
Trinkwasser in Österreich:
Während in anderen europäischen Staaten sauberes Wasser mit Hilfe von Chemikalien in einem teuren Prozeß aufbereitet werden muß, ist in Österreich das kostbare Naß in ausreichender Menge vorhanden . In Österreich kommt das täglich verwendete Wasser aus Quellen, aus dem Grundwasser, aus Flüssen und Seen. Jeder Österreicher benötigt pro Tag an die 150 Liter Wasser, den größten Teil davon für die Reinigung von Körper und Wohnung sowie für die Toilettenspülung. Für Trinken und Kochen werden nur ca. 3–4 Liter verwendet.
Etwa ein Fünftel der Fläche Österreichs besteht aus Tal- und Beckenlandschaften mit zum Teil ergiebigen Porengrundwasservorkommen. Diese Landschaften dienen gleichzeitig als Siedlungsgebiete, Industrie- und Gewerberaum, als Raum für infrastrukturelle Einrichtungen sowie für landwirtschaftliche Nutzungen. Derartige Nutzungen bedingen zwangsläufig auch eine Gefährdung des durch den Boden geschützten Grundwassers. Während mit Siedlungen, Industrie und infrastrukturellen Ein-richtungen die Gefahr punktförmiger Verschmutzungen verbunden ist, kann die landwirtschaftliche Nutzung durch den Einsatz von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln eine flächenhafte Überforderung des Systems Boden-Grundwasser auslösen.
Woher kommt das Trinkwasser ?
Die Versorung eines Haushaltes mit Trinkwasser kann durch eine Einzelversorung (Hausbrunnen/Quellen) oder über eine zentrale Wasserversorgung erfolgen. Durch insgesamt rund 6 000 zentrale Wasserversorgungsanlagen werden ca. 85 % der österreichischen Bevölkerung mit Trinkwasser versorgt.
Was ist Grundwasser?
Grundwasser ist Wasser, das die unterirdischen Hohlräume der Erdrinde zusammenhängend ausfüllt und dessen Bewegung durch die Schwerkraft und Reibungskräfte bestimmt wird. Es umfaßt Poren-, Karst- und Kluftgrundwasser. Grundwasser ist also der “Rohstoff” für unser Trinkwasser, denn Österreich ist in der glücklichen Lage, 99 % der Wasserversorgung aus Grundwasser (Porengrundwasser und Quellen) abdecken zu können. Nur 1 % entstammt Oberflächengewässern (Flüsse, Seen)
Wer untersucht das Grundwasser?
Grundwasseruntersuchungen werden in allen Bundesländern nach einheitlichen Methoden und Untersuchungsumfang auf Basis der Wassergüte- Erhebungungsverordnung (WGEV) im Auftrag des Bundesministeriums für Land-und Forstwirtschaft (Das Lebensministerium) und der Bundesländer durchgeführt. Diese Untersuchungen stellen für Österreich die bedeutendste Datenbasis dar. Das Meßnetz umfaßt ca. 2.000 Meßstellen, die viermal jährlich untersucht werden . Die bundesweite Verwaltung dieser Daten wird vom Umweltbundesamt durchgeführt. Darüber hinaus werden auch zur Klärung regionaler Fragestellungen Untersuchungen im Auftrag der Länder gemacht z. B. im Bereich von Verdachtsflächen, zur Beweissicherung, ect. Schließlich gibt es eine Reihe von privaten Untersuchungen – entweder aus Eigeninteresse, auf Grund behördlicher Anordnungen oder im Rahmen von Forschungsprojekten.
Worauf wird das Grundwasser untersucht ?
Der Untersuchungsumfang für Grundwasser orientiert sich an wichtigen Schadstoffen wie Nitraten, Pestiziden, chlorierten Kohlenwasserstoffen (CKW) etc. und an der Erhebung der Grundwasserbeschaffenheit in hydrochemischer Hinsicht.
Der Mindestumfang beinhaltet allgemeine Parameter wie Temperatur, pH-Wert, elektrische Leitfähigkeit, Sauerstoffgehalt, Angaben über Gesamt- und Karbonathärte, Calcium, Magnesium, Kalium, Natrium, Ammonium, Chlorid, Sulfat, Nitrat, Hydrogenkarbonat, Nitrit, Verunreinigungs-indikatoren wie Bor, Orthosphat. Erweiterte Untersuchungen beinhalten z.B. CKW, Schwermetalle und andere Substanzen wie Pestizide.
Was sind Grundwasserschwellenwerte und was bedeuten sie ?
Grundwasserschwellenwerte sind sogenannte “Versorgungswerte” d.h. ihre Einhaltung soll bewirken, daß das Grundwasser langfristig für die Nutzung als Trinkwasser erhalten bleibt, bzw. wieder als Trinkwasser verwendet werden kann.
Daher sind die Schwellenwerte in der Regel niedriger oder gleich – zumeist aber 60 % der Trinkwassergrenzwerte. Die Überschreitung der Schwellenwerte hat Alarmfunktion, die einen Mechanismus zur Sanierung des Grundwassers in Gang setzen soll. Bei einer Überschreitung der Schwellenwerte kann das Wasser für Trinkwasserzwecke aber durchaus geeignet sein.
Werden in einem Grundwassergebiet bei mindestens 25 % der Meßstellen nicht nur vorübergehend die Schwellenwerte überschritten, so hat der Landeshauptmann das entsprechende Gebiet als Sanierungsgebiet zu bezeichnen. Die Schwellenwerte sind per Verordnung festgelegt.
Hier geht zum Teil 2 des Artikels "Wasser - Was ist Trinkwasser ?
Um Kommentare erstellen zu können, bitte einloggen
Hilfe
Als Mitglied können Sie auf Facebook einen Kommentar posten. Dazu müssen Sie sich einloggen.

