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Vom Welternährungstag zur Wiener Tafel

Eine einfach Methode Fische zu fangen mit sehr geringer Aussicht auf Erfolg Autor: Sana Brauner am 14. Okt 2011
Am Welternährungstag 2011, der diesen Sonntag am 16. Oktober stattfindet, sind weltweit rund 1 Milliarde Menschen von chronischem Hunger betroffen. Allein 13 Millionen Menschen sind zurzeit am Horn von Afrika von der schlimmsten Dürreperiode seit mehr als 60 Jahren betroffen.
Und doch landen bei EU-Bürgern bis zu 80 kg Nahrungsmittel ungegessen im Müll.

Jährlich sterben etwa 8,8 Millionen Menschen, darunter vor allem Kinder, an den Folgen von Hunger und Mangelernährung. Die meisten hungernden Menschen leben in Süd- und Ostasien, gefolgt von den Ländern südlich der Sahara, aber auch in den hoch entwickelten Industrienationen hungern 9 Millionen Menschen.

500.000 Menschen in Österreich leben in manifester Armut
das sind 6 % der österreichischen Bevölkerung.

Die Wiener Tafel:
- ein völlig unabhängiger Wohltätigkeitsverein auf ehrenamtlicher Basis - sammelt Lebensmittel und Hygieneartikel (Überproduktionen oder Lagerware vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums) aus Industrie und Handel. Diese Spenden werden umgehend zu anerkannten Sozialeinrichtungen gebracht, wo sie Bedürftige unentgeltlich erhalten.

Globales Umdenken gefordert!
„Angesichts der aktuellen Zahlen ist die Arbeit der Freiwilligtätigen der Wiener Tafel mehr als eine lokal und regional notwendige und sinnvolle Aktivität, die Armutsbetroffenen zu abwechslungsreicher und gesicherter Ernährung verhilft: Je rascher ein breites Bewusstsein dafür entsteht, dass ein nachhaltiger Umgang mit der wertvollen Ressource „Lebensmittel“ überlebenswichtig ist, desto größer ist auch die Chance, dass auf globaler Ebene neue Wege im Kampf gegen Armut und Hunger eingeschlagen werden,“ ist der Gründer und Obmann der Wiener Tafel Martin Haiderer überzeugt.

Welternährung ist möglich

Technisch ist es möglich, genügend Lebensmittel für die gesamte Weltbevölkerung zu produzieren. Tatsächlich wird - global gesehen - jedes 3. Lebensmittel ungenützt vernichtet. In der EU sind das laut aktuellen Studien 90 Millionen Tonnen pro Jahr. Somit wirft jede/r EUBürgerIn durchschnittlich bis zu 80 kg an Obst, Fleisch, Brot und anderen Nahrungsmitteln ungegessen in den Müll.

Armut in Österreich wächst

Während laut einer aktuellen Studie jeder fünfte Einkauf von europäischen KonsumentInnen direkt vom Einkaufskorb im Müll landet, ist in Österreich die Zahl der Armutsbetroffenen in den letzten Jahren gestiegen: Über eine Million Menschen – das sind 14% der Österreichischen Bevölkerung leben an oder unter der monetären Armutsgrenze.

Bewährte Logistik
So einfach die Grundidee, so ausgefeilt die Logistik: Die Wiener Tafel rettet seit 12 Jahren mit ihrem Team von 220 ehrenamtlichen MitarbeiterInnen bis zu drei Tonnen genusstaugliche, einwandfreie Lebensmittel pro Tag vor dem Müll und versorgt damit 10.000 Armutsbetroffene in über 80 Sozialeinrichtungen im Großraum Wien. Nach dem Grundsatz „versorgen statt entsorgen“ werden wertvolle Ressourcen somit nicht weggeworfen, sondern dort eingesetzt, wo
sie am dringendsten benötigt werden!

10.000 Stunden Freiwilligentätigkeit
Im Jahr 2010 haben die ehrenamtlichen Lieferteams der Wiener Tafel an jeweils sechs Tagen pro Woche insgesamt über 70.000 km zurückgelegt. Die 220 ehrenamtlichen MitarbeiterInnen der Wiener Tafel waren rund 10.000 Arbeitsstunden im Einsatz um 330.000 kg „Über- Lebensmittel“ und Hygieneprodukte zu Armutsbetroffenen zu bringen. Als unabhängiger Sozialund
Umweltverein appelliert die Wiener Tafel an Freiwilligtätige, SponsorInnen und
SpenderInnen die soziale Transferarbeit finanziell und aktiv zu unterstützen!


Unter den weiterführenden Weblinks finden Sie einen weiteren Artikel, der auf die weltweiten strukturellen Ursachen von Hunger und Unterernährung hinweist.

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