Redigiert von: Michael Gosch am 25. Apr 2011 Autor: Roland Grün Früher war Brief-Schreiben, ein Tagebuch führen oder Gedichte zu veröffentlichen eine Beschäftigung, die zwar von vielen, aber doch eher von einer Minderheit der Gesellschaft praktiziert wurde
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Die Entwicklung des Internet hat völlig neue Formen der Kommunkation gebracht: vom E-Mail, den Blogs, den Social Networks wie Facebook, Twitter, Xing, Linkedln, usw. ganz zu schweigen. Heute ist die Übertragung von Daten das Hauptgeschäft der Provider geworden, die Post hat im Briefverkehr große Marktanteile an das Internet verloren, faule Briefschreiber sind umso emsiger beim Schreiben von Mails oder Kommentaren zu on-line Zeitungsartikel.
Was für eine Wende in der Gesellschaft: vom Unter-sich-Bleiben, Gremien und geheimen Zirkeln, gibt es heute schon ganze welt-weit-agierende Internet Communities von Personen, die sich persönlich noch nie getroffen haben, aber mehrmals wöchentlich über das Internet kommunizieren.
Auch die großzügige Auskunft über teilweise doch sehr intime Daten und private Verhältnisse wird kaum jemand so auf dem Marktplatz von sich preis geben, jedoch auf den Social Media Netzwerken kann ich zB auf Facebook und noch weiter gehend in Verknüpfung mit Google maps nicht nur erfahren, was die einzelne Persönlichkeit gerade tut, was sie bewegt, nein, ich weiss auch, wo örtlich die betreffende Person sich aufhält.
Zuletzt besuchte ich den seit 11 Jahren stattfindenden E-Day der Wirtschaftskammer Österreich. Bei der Eröffnung durch den Vizepräsidenten Dr. Hans-Jörg Schelling iv konnten an den Seitenwänden über Twitter gleich die Kommentare zur laufenden Rede verfolgt werden.
Es waren zwar ein paar Tausend Gäste vor Ort in der Wiedner Hauptstrasse im vierten Wiener Gemeindebezirk der Zentrale der Wirtschaftskammer Österreich, doch ein Vielfaches an Personen verfolgte über Internet die in drei Pannels und Themenbereiche stattgefundenen Vorträge und Diskussionen.
VisoCon hat über Anregung der TU Graz und der Grand Ecolé National de Electricité Supélec in Paris-Moulon eine neue Form der Vortragskommunkation für bis zu 500 Teilnehmer weltweit geschaffen, die es gerade Interessenten an wissenschaftlichen Kongressen ermöglicht, dabei zu sein, ohne direkt zu dem Kongress hinfahren zu müssen.
Das freut zwar weniger die Hotels und Gastronomie, die den Kongress begleiten, ermöglicht jedoch gerade Interessenten aus den Entwicklungsländern sich einzubringen und aktiv mitzutun – VisoCon hat es nämlich ermöglicht, dass jeder Teilnehmer via Internet Fragen an den Vortragenden stellen darf und der Vortragende, der gleichzeitig Moderator ist, kann dem Fragesteller das Wort erteilen und alle anderen aufgeschalteteten Teilnehmer können den Fragesteller sehen und seine Frage hören.
Videoconferencing steckt nach wie vor in den Kinderschuhen, viele Anwendungen wurden deswegen nicht ausprobiert, da wir alle es nicht gewöhnt sind, unseren Gesprächspartner nicht nur akkustisch wahrzunehmen, sondern ihn auch zu sehen.
Unternehmen, die weltweit vernetzt sind, verwenden VideoConferencing zur raschen Kommunikation und Entscheidungsfindung aller Gesellschaften unter einem Firmendach. Doch reden zu viele gleichzeitig, bzw. verfolgt ein Großteil der Zuseher/Zuhörer nur passiv das Geschehen. Da braucht es noch einen längeren Prozess der Gewöhnung an dieses Medium, obwohl die Technologie an sich schon mehr als vierzig Jahre vorhanden ist.
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