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Verschollen im Bermuda-Dreieck der Verantwortlichkeiten

Autor: Anka Kampka am 23. Okt 2011
Falls Ihnen die eine oder andere Gegebenheit bekannt vorkommt, versichere ich Ihnen: Die Geschichte und deren Personen sind frei erfunden und Ähnlichkeiten mit lebenden Abteilungen, pardon, ich meine natürlich mit lebenden Kollegen, sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Oder?

© Bild: 195492_R_K_by_moorhenne_pixelio.de

 

Liebe Leserinnen,

meine monatlichen, kleinen Krimis handeln von den kleinen und großen alltäglichen Gegebenheiten rund ums Büro.

Die Weiterreichung der kleinen Lektüre an Kenner des feinen Humors sowie Liebhaber der Kurzentspannung ist strengstens erlaubt und ausdrücklich erwünscht.

Nun wünsche ich viel Spaß beim Lesen und Schmunzeln!

Verschollen im Bermuda-Dreieck der Verantwortlichkeiten

In der letzten Ausgabe des Bürokrimis hatte Frieda Frieder von der „Dörflichen Rennerversicherung“ einen abschlägigen Bescheid bezüglich ihres Antrages auf Kostenübernahme eines neuen Bürodrehstuhls erhalten. Frieda beschloss daraufhin, Unterstützung beim „Verein der Kämpfer“ zu erbitten, um doch noch zu ihrem geliebten Objekt zu kommen.

Unbewusst hatte Frieda dabei ein wahres Spießrutenlaufen der Verantwortlichkeiten losgetreten.

 Der „Verein der Kämpfer“ empfahl Frieda zunächst, ihrem Begehren ein ärztliches Attest beizulegen, um die Erfolgsaussichten eines positiven Bescheides zu erhöhen. Umsichtig wie Frieda Frieder stets handelt, denkt Sie sich. „Nun, es kann Nichts schaden, wenn ich mir ein zweites Attest von unserem Betriebsarzt ausstellen lasse. „Doppelt gemobbelt hält besser“ denkt sich Frieda. Gesagt, getan.

Frieda greift beherzt zum Telefon und der Arzt am anderen Ende der Leitung erklärt ihr das Procedere. „Also, liebe Frau Frieder, da unterstützen wir sie gerne. Wir brauchen lediglich einen Antrag auf Kostendeckung. Das bekommen Sie bei Ihrer Dienststelle.“ „Und wer genau ist das ?“ hakt Frieda gleich nach. „Na, ihre Personalabteilung. Die können Ihnen da sofort helfen; wir arbeiten ja ständig mit Eurer Abteilung zusammen. Wenden Sie sich am besten an Frau Nicole Nikolaus“ „Na, dann“ sagt sich Frieda und schreitet erneut zur Tat.

„Nikolaus“ meldet sich die Dame in der zuständigen Personalabteilung. „Guten Morgen, Frau Nikolaus, gut dass Sie gleich erreiche. Ich habe da ein wichtiges Anliegen“ klärt Frieda Frieder Frau Nikolaus auf. „Könnten Sie dann so nett sein und mir den Antrag auf Kostendeckung fertig machen?“ beendet Frieda Frieder mit dieser Frage ihre Berichterstattung.

„Nö! - Wie kommen Sie denn darauf, dass wir da zuständig sind?“ nörgelt Frau Nikolaus herum „Ich weiß nun wirklich nicht, wie der Betriebsarzt auf diese glorreiche Idee kommt. Dafür seid Ihr als zuständige Stelle vor Ort der Ansprechpartner. Wir haben rein gar Nichts damit zu tun.“ Frieda wollte gerade den Mund zu einer Erklärung auftun, als es in der Telefonleitung bereits klickt. „Aufgelegt! - Einfach Aufgelegt“, ruft Frieda während Sie nach Luft schnappt, „wenn wir so mit unseren Bürgern vor Ort umgehen würden, hätten wir schon die Kündigung in der Tasche.“ und klappt dabei den Mund wieder zu.

Den restlichen Vormittag ihres Bürotages verbringt Frieda ausschließlich damit, heraus zu finden, wer in dem Dreieck der Verantwortlichen nun zuständig ist. Sie beschließt, ihren Chef, Roland Ruhlich einzuweihen. „Das darf doch nicht wahr sein!“ entrüstet sich Herr Ruhlich und schreibt sogleich eine flammende Mail an Frau Nikolaus. Im weiteren Verlauf des Vormittags entsteht ein intensiver Austausch an Mails und Telefonaten zwischen Ihrer Dienststelle, der Personalbehörde und dem betriebsärztlichen Dienst.

Frieda indes beobachtet die ganze Szene aus der Distanz: „So kann man die Dienstzeit auch rumbringen“ denkt sich Frieda lahm, während ihr Arbeitsstapel auf dem Schreibtisch keinesfalls gedenkt, von selbst kleiner zu werden.

„Eigentlich“ resümiert Frieda im Geist ihr anfängliches Ansinnen „wollte ich lediglich einen neuen Bürodrehstuhl. Den habe ich immer noch nicht. - Stattdessen scheint mein Antrag im mysteriösen Bermuda-Dreieck der Verantwortlichkeiten langsam unterzugehen.“

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