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Veganer sind auch nur Menschen

Autor: Birgit Maria Hoepfner am 13. Feb 2011
Es wird viel über Sinn und Un-Sinn einer fleischlosen Ernährung geschrieben und diskutiert. Befürworter und Gegner finden selten einen Konsens, auch wenn es immer öfter Argumente für eine fleischfreie Lebensweise gibt. Wie viel Ignoranz braucht der Mensch, um in einem Schnitzel oder in einer Currywurst nicht mehr das lebendige, fröhlich grunzende, schmerzempfindliche Lebewesen zu sehen? Marsili Cronberg beschreibt sehr sensibel, dass ein Umdenken letztendlich nur eine Entscheidung ist.

In diesen Tagen kommt man um das Thema Fleischverzicht nicht mehr herum. So viel Mühe man sich auch gibt: Irgendwann am Tag erwischt es einen. Regelmäßig. Nichtmal im Feuilleton wird man in Ruhe gelassen. Man will nachlesen, ob es mal wieder was Neues von Frank Schätzing gibt und landet bei: „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer. Oder bei Karen Duve. „Anständig essen“ heißt ihre Version des erhobenen Zeigefingers. Vor der Glotze will man gemütlich abschalten und wird stattdessen von irgendeiner Talkshow über Tierrechte um die verdiente Feierabendruhe gebracht. Oder wenn man an der Fleischtheke im Supermarkt steht: selbst wenn man nicht blöd angeguckt wird, fühlt man sich inzwischen seltsam.
 
Deshalb möchte ich heute einmal versuchen, einen Mythos zu entzaubern. Denn was schon immer so war, kann einfach nicht schlecht sein.
 
Fleischessen ist völlig normal.

Etwas anderes haben wir auch nie gelernt, warum also soll man dann davon lassen? Warum soll ich kein Recht haben, im Supermarkt zum Schweinenacken für 3,90 € das Kilo zu greifen? „Weil das Tier ein Lebewesen ist und gelitten hat, gelitten hat, gelitten hat.“ dröhnt es in meinen Ohren und ich kann es nicht mehr hören. Und selbst beim Fisch, diesem gefühlslosen Tier versucht eine Veganerstimme in mich zu dringen. Was also tun? Entweder Ohrstöpsel, den Veganer meinen ganzen Spott über seine Vermenschlichung von Tieren über den Kopf schütten oder … sich ganz einfach mal darüber informieren, wie es denn wirklich ist. Damit ich irgendwann mal wieder ohne schlechtes Gewissen in ein Schnitzel beißen kann. Und zwar Abseits der ganzen Fanatiker - grundsolide Information will ich.
 
Das Internet ist heute eine wunderbare Informationsquelle. Also beginne ich zu surfen. Zuerst lande ich auf einer Informationsseite der Fleischindustrie und werde prompt bestätigt. „Fleisch gehört zu einer ausgewogenen Ernährung“ lese ich da und bin ersteinmal erleichtert. Und dann lese ich, daß die Fleischindustrie sich strikt an das Tierschutzgesetz hält. Na also! „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“

Ich bin erleichtert.

Warum können das diese ganzen Tierrechtler nicht verstehen? Ich lese weiter: „Anforderung an eine nachhaltige Nutztierhaltung: Ausübung der Tierhaltung ohne Schäden für den Menschen. Erhalt der Nutztierpopulation und ihres genetischen Potenzials. Konkret geht es darum, die Ansprüche der Nutztiere an eine ihnen gemäße Umgebung zu erfüllen, Belastungen zu reduzieren, ihr genetisches Leistungspotenzial auszuschöpfen, ihre Leistungsfähigkeit sowie ihre Vitalität zu erhöhen und damit ihre Nutzungsdauer zu verlängern. Das schafft im Übrigen auch eine hohe Akzeptanz durch die Verbraucher.“
 
Das hat gesessen. Ich lese nocheinmal. Genauer. Hab ich da wirklich gelesen: „Ausschöpfung des genetischen Potentials? Verlängerung der Nutzungsdauer?“ Jetzt wird mir zum ersten Mal mulmig. Ich fühle Unbehagen in mir aufsteigen.
 
Ich meine: selbst wenn es gefühlslose Wesen sind, die da in unseren Ställen stehen: immerhin waren die doch auch schon vor dem Menschen da und wurden nicht erst vom Menschen gemacht. Hmm. Ich beginne zu überlegen. Warum schreibt die Fleischindustrie so was. Die wollen doch nur das Beste von Mensch UND Tier, oder? Oder wollen sie am Ende doch nur eines, was im Prinzip alle wollen: mein Geld?
 
Jetzt will ich es endlich wagen.

Ich suche und finde ein Video über Schlachtung aus irgendeinem ARD-Magazin. Gut recherchiert, nicht so ein irres Schockvideo wie das von Tierschützern. Zuerst eine Zahl: in Deutschland werden jedes Jahr 56 Millionen Schweine geschlachtet. Man wird vorgewarnt: die Bilder, die jetzt gezeigt werden sind nicht so grausam wie die Wirklichkeit. Das lässt meine Vorahnung nicht besser werden. Gezeigt wird ein modernes Schlachthaus. Es wird mit Kohlendioxid betäubt. Alles vollautomatisch. Ich sehe, wie Schweine von einem Gitter zusammengedrängt werden und: das kann nicht sein! Warum schreien die? Die schreien und wehren sich. Das Schreien wird immer kläglicher. Endlich werden sie von der Maschine so zusammengedrückt, daß sie sich nicht mehr wehren können. Dann verlieren sie das Bewusstsein. Dann erst kommt die Schlachtung und mein erster Reflex ist: ich schalte aus.
 
Ich gehe spazieren und rege mich auf. Wieso zeigt man solche Bilder? Das ist doch unmenschlich. Wieso erinnert mich alles was ich sah an Gräuelszenen, die ich in Geschichte gelernt habe?
 
Ich setze mich auf eine Bank und beobachte ein paar Vögel.

Es sind Sittiche, Köln hat eine große Sittichpopulation und ich mag diese Tiere. Ich liebe es, ihnen zuzusehen und vor allem zuzuhören. Ich frage mich oft, wo sie herkommen, doch ich habe noch nie den Versuch unternommen, es herauszufinden. Ich will es nicht wissen, denn ich möchte meine bunten Versionen im Kopf behalten. Meine Version vom entflogenen Vogel, der eines Tages auf ein halbverhungertes Weibchen traf und es aufpeppelte. Ich habe in den Stunden auf der Bank im Park eine ganze Sittichwelt in meinem Kopf entstehen lassen, alles aus Fantasie. Und ich liebe sie. Ich weiß, daß sie nicht wahr ist, doch ich will sie so haben. Das können nur Menschen. Deshalb sind sie auch die Herrscher über die Welt geworden, deshalb können sie Tiere … der nächste Gedanke bleibt stecken. Irgendwo zwischen Hirn und Mund, in irgendeinem Nervengang der nahe der Kehle liegen muss, denn die schnürt sich auf einmal zu.
 
So fängt es an.

Alles geht kaputt im Kopf. Das geliebte schöne Gedankengebäude. Es bricht zusammen, es explodiert. Und nachher sitzt man da und fühlt sich hundeelend. Ich bin ein liebender Familienvater, habe Mitleid mit einer Maus, die ihre frierende Nase da auf der Wiese nach oben streckt. Verrückt. Wieso bin ich nicht in der Lage Mitleid zu haben mit 56 Millionen Schweinen? Weil es einfach zu viele sind?
 
Dann reiße ich mich zusammen.

Ich gehe wieder zurück an den Computer. Ich atme tief ein, sammle mich wie ein Skispringer vor dem Sprung und beginne, weiterzurecherchieren. Ich ahne, was mich erwartet. Doch meine Ahnung ist weit harmloser als die Wirklichkeit. Obwohl sich mein Verstand dagegen wehrt, will mein Herz es nun wissen. Immerhin nehme ich mir das Recht heraus, Fleisch, Eier und Käse zu essen, dann muss ich es auch aushalten zu wissen, woher mein Essen kommt. Was ich finde ist grausam. Einfach nur grausam. Es widerspricht allem was ich bisher glaubte, was mir bisher vorgegaukelt wurde, doch es ist wahr. Belegt. Alles belegt. Ich nenne an dieser Stelle nur eine einzige Zahl von hunderten, die mich erschütterten: Jedes Jahr sterben 170.000 Kälber, die ihren Milchkuhmüttern weggenommen wurden allein durch die katastrophalen Bedingungen beim Transport. In dieser Zahl stecken so viele grausame Informationen, daß alles in mir zusammenstürzt. Meine schöne heile Welt, meine geliebten Gewohnheiten, mein Anspruch auf Fleisch, mein gefühltes Recht auf etwas, für das einem Tier Schmerzen zugefügt werden, die ich nie, nie, niemals toleriert hätte, wenn ich denn davon gewusst hätte. Nur für ein bisschen Geschmack. Warum hat mir keiner gesagt, daß ein Tier ein fühlendes Wesen ist? Warum hat mir keiner gesagt, daß eine Kuh ihre Kälber nicht auf die Welt bringt, damit die Menschen reichlich Milch trinken und zum Dank ihr zartes Kalb essen können? So habe ich es doch gelernt. Warum hat mir keiner gesagt, daß Kälbchen leiden, wenn sie von ihren Müttern getrennt werden, daß Schweine ihre Kinder lieben und leiden, wenn ihnen die kleinen Ferkelchen entrissen werden? Warum hat mir keiner gesagt, daß Tiere wahnsinnig werden können vor Angst?
 
Wenn ich das alles gewusst hätte, dann hätte ich geschrieen: HAAAAALT!!!
 
Doch dann nach einer Stunde der Wut fällt mir auf einmal auf:
… ich habe es gewusst. Ich habe es immer schon gewusst. Weil es natürlich ist, weil Tiere vom Menschen erst zu Nutztieren gemacht wurden. Es ist logisch, daß sie keine gefühlslosen Roboter sind. Wieso konnte ich dieses Wissen, das in allen von uns angelegt ist, so lange verdrängen?
 
Weil ich es nicht mehr sah vielleicht? Weil die Nutzung der Tiere industrialisiert wurde? Weil kaum ein Verbraucher noch sehen kann, wie sie gehalten und geschlachtet werden? Weil die Produktionsstätten inzwischen überwacht werden wie Gefängnisse? Nicht damit keiner ausbrechen, sondern damit kein Unbefugter einbrechen kann, um sehen zu können, was dort geschieht.
 
Der Mythos vom gefühllosen Wesen.
Ich betrachte Bilder von glücklichen Tieren. Eine Kuh auf einer Wiese, ihr Kalb liebevoll an sie geschmiegt. Darunter steht: „Liebt ihr Kind“. Dann ein Bild einer glücklichen Menschenmutter mit ihrem Kind. Darunter steht: „Liebt ihr Kind.“
 
Veganer sind auch nur Menschen. Sie nerven. Sie sind wütend.

Man versteht sie nicht. Aber nun verstehe ich sie doch. Sie sind so wütend, weil sie dieses Leid der Tiere sehen können. Weil sie Tag für Tag den Schmerz spüren, den dieses Wissen und Fühlen in einer Welt auslöst, die sich nicht um dass Leid der Tiere schert. Ich versuche, mich in einen Veganer hineinzuversetzen. Ich stelle mir vor, wie ich immer wieder den Verzicht auf Tier anmahne und dafür nur Spott und Häme ernte. Wie ich ausgelacht werde, weil ich Tiere vermenschlichen würde.
Doch ein Veganer ist kein Romantiker. Er ist Realist. Er ist mehr Realist als wir. Wir sind die Romantiker, wir sind es, die an die heile Werbewelt glauben, an glückliche Tiere, an grüne Wiesen. Wir sind die wirklichen Träumer.

Nur weil 75 Millionen etwas Dummes für Richtig halten, wird es dadurch nicht schlauer.
 
Ich wollte den Mythos vom veganen Bessermenschen entzaubern. Was ich wirklich entzaubert habe ist der Mythos von sauberer Tierproduktion und heilem Tierkonsum.
 
Veganer sind auch nur Menschen. Sie vertun sich genauso häufig im Ton wie andere. Doch ich verstehe auf einmal, daß es ihnen gar nicht darum geht, sich über andere zu stellen und den Bessermenschen raushängen zu lassen. Sie werden nur so verstanden.
 
Doch sie sprechen nicht über sich, sie sprechen vielmehr für fühlende und leidende Lebewesen, die sich nicht in die Diskussion einmischen können, die aber alles was sie haben hergeben müssen für unser Wohlergehen: ihr ganzes Leben. Veganer und Tierschützer sind Anwälte der Tiere. Ich spüre auf einmal die Last, die auf deren Schulter liegt und dann bleibt ein Gefühl in mir stehen:
 
Ich schäme mich. Und das tut weh.
 
Tage später recherchiere ich endlich, wie wichtig Tier für unsere Ernährung ist. Und ich erschrecke. Es gibt nicht eins, nicht ein einziges Argument FÜR Fleischkonsum, das nicht entkräftbar wäre. Dafür hunderte dagegen. Fleischerzeugung verbraucht bis zu zehnmal soviel pflanzliches Material wie als wenn Pflanzen direkt gegessen würden. Nahrung aus Massentierhaltung kommt vor allem aus Drittländern. Vor allem Soja. Für Soja wird Regenwald abgeholzt. Man sagt, daß für einen Hamburger 4 m² Regenwald weichen müssen. Die ganze Landwirtschaft in dritte Welt-Ländern wird zerstört. Die Folge ist Hunger. Millionen Menschen verhungern, weil wir nicht auf unser billiges Schnitzel verzichten wollen. Die Meere werden leergefischt, darüber hinaus wird der Meeresgrund durch Schleppnetze unwiederbringlich vernichtet. Nur weil einmal ein Netz dadrüber reißt. Ich lerne, wie viel Schmerz auch Fische spüren.
 
Ich werde nie wieder Veganer und Tierschützer verspotten, denn ich verspotte damit nicht sie, sondern ich verspotte damit leidende Tiere und verhungernde Menschen. Ich verspotte damit den Regenwald. Ich verspotte damit die Zukunft unserer Kinder.
 
Und ich werde nie wieder ein Stück Fleisch oder Fisch anrühren.
 
Und wenn ich mit jemandem über die Konsequenzen von Tierkonsum spreche, dann versuche ich, nicht von oben herab zu argumentieren. Weil niemand das Recht dazu hat. Kein Mensch hat das. Ich vermeide Streit, ich will zum Nachdenken bewegen. Denn die Tiere, die Natur und unsere Kinder, deren Zukunft wir berauben sind die Leidtragenden, nicht ich bin es. Also stecke ich ein und schlucke herunter, wenn ich verspottet werde. Und argumentiere weiter. Ich brauche Geduld.
 
Wem ich inzwischen keinen Glauben mehr schenke sind bunte Werbung, schöne Heilewelt-Videos und Politiker, die versprechen, daß alles besser wird. Es wird nichts besser, ohne daß die normalen Menschen umdenken. Ohne daß die Menschen zu begreifen lernen. Die Menschen, die Tag für Tag konsumieren und damit das Angebot bestimmen. Nichts wird sich ändern in einem System, daß mit Tierquälerei und Raub an der Zukunft unserer Kinder sein Geld verdient, ohne daß die Menschen sich diesem System verweigern.
 
Inzwischen weiß ich, daß wir in einer Zeit der Entscheidung leben. In welche Richtung wir gehen, entscheiden wir. Und wer meint, daß man allein die Welt nicht ändern kann, der sei daran erinnert, daß es nicht darum geht, die Welt heute und augenblicklich zu ändern. Das denken nur Utopisten und es ist ein gern benutztes Argument gegen Weltverbesserer. Ich habe es selbst lange benutzt. Aber wenn man sich der Änderung verwehrt, dann steht man auf der Seite derer, die unseren Kindern eine zerstörte Welt hinterlassen. Will ich das? Werden meine Enkel stolz auf mich sein können oder werde ich mich schämen müssen wenn sie mich fragen: „Opa, was hast du damals gegen das Verbrechen der Massentierhaltung getan?“

Autor: Marsili Cronberg, Troisdorf (Quelle: "Stadtmenschen.de")

Ich danke Marsili für seine freundliche Genehmigung, seinen Beitrag hier zu veröffentlichen. Es würde ihn freuen, wenn der Beitrag auch weitergeleitet würde.

 

Foto: Fotolia: © authentic-visions

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Kommentare
Veganer sind auch nur Menschen.
Autor: Franz Bauer am 2011-02-20 18:42:57

Die Menschheit hat sich seit zig tausend Jahren gemischt ernährt, das heißt, Fleisch und Früchte. Dementsprechend hat sich auch unser Körperaufbau entwickelt. In der Bibel ist festgehalten, dass Jesus bei seiner Bergpredigt Fische an die Zuhörer verteilen ließ und dass Er bei seinem letzten Abendmahl Schaffleisch zu sich genommen hat.
Wissenschaftlich belegt ist weiters, dass Veganer, um auf Dauer keine Gesundheitsschäden, zu bekommen, täglich entweder 1 ½ Kg. Obst, Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte oder Nahrungsergänzungsmittel, deren Qualität von vielen Ärzten bezweifelt wird, zu sich nehmen müssen
Für den Biobauern wird zur Düngung der Felder der Mist aus der Haustierhaltung verwendet.
In der normalen oder gewöhnlichen Landwirtschaft wird, um den Ertrag zu sichern, Kunstdünger verwendet. Die gesundheitlichen Schäden davon sind hinreichend bekannt.
Die Haustierhaltung, wie sie zur Zeit großteils gehandhabt wird, ist verwerflich.
Um die Großtierhalter und Politiker hinter den Ofen hervor zu locken, bedarf es viele große Demos. Sich deswegen falsch zu ernähren, wird das Elend der Tiere nicht lindern.
 


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Weder Nahrung noch Flüssigkeit !?
Autor: Sana Brauner am 2011-02-20 20:51:10

Lieber Franz,

denke, dass keiner von uns wirklich weiß, wie sich die Menschheit vor zig tausend Jahren ernährt hat. Unabhängig davon dürfen wir uns als Menschen doch weiter entwickeln. Natürlich bist du gerne als Fleischesser überzeugt davon, dass Fleisch für die Gesundheit wichtig. Als Vegetarier (seit über 15 Jahren) bin ich wieder überzeugt davon, dass mir fleischlose Ernährung sehr gut tut. Veganer bin ich noch nicht, da ich zu gerne Kuchen nasche und diese sehr oft tierische Produkte (Eier, Butter...) enthalten - müsste mir diese selber backen.

Im Grunde bräuchten wir weder Nahrung noch Flüssigkeit um zu überleben. Zig tausende Menschen - auch so genannte Durchschnittsmenschen - beweisen dies tagtäglich über viele Jahre bzw. Jahrzehnte hindurch. Und was sagt die Wissenschaft dazü
http://www.ihr-einkauf.com/de/content/am-anfang-war-das-licht 

Dass man ohne Fleisch und sogar ganz ohne tierische Produkte topfit sein kann, beweist ein junger Arzt aus dem Rhein-Main-Gebiet:
http://www.youtube.com/watch?v=abeek3Pr5HU&feature=player_embedded

Persönlich bin ich von dem Artikel sehr angetan. Danke liebe Birgit Maria Hoepfner für die Veröffentlichung dieses Textes und herzlichen Dank dem  Autor: Marsili Cronberg.
Und auch dir lieber Franz vielen Dank für deine Meinung - auch wenn ich eine andere habe.
Liebe Grüße
Sana
 


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Weder Nahrung noch Flüssigkeit.
Autor: Franz Bauer am 2011-02-21 21:20:56

Ich war 25 Jahre Bundessportbetreuer und habe SportlerInnen bei Europakap- und Weltmeisterschaftsspielen quer durch Europa und Asien begleitet. Meine Aufgabe war, für die richtige Ernährung der Sportler zu sorgen. Soviel als Einleitung.
Es gab einen Trainer, der für unsere Schiflieger, vegetarische Ernährung durchgesetzt hat und daraufhin mit seinen Adlern große Erfolge feiern konnte. Begeistert von den Siegen der Schiflieger wurde nun auch bei den Schirennläufern diese Ernährungsweise eingeführt. Harte Diskussionen folgten. Meine Ehrentitelreihe war lang, die vegetarische Ernährung wurde durchgesetzt und unsere erfolgverwöhnten Rennläufer waren Abonnenten der letzten Plätze. Heute versucht kein Trainer mehr, diesen Versuch zu wiederholen.
Fakt ist, ich kann Bodybildner, Gewichtsheber und Sportarten, die keine andauernde schnelle Reaktion erfordern, mit vegetarischer Ernährung und einigen Zusatzmitteln zu einem kräftigen und schönen Körperbau verhelfen, es wird aber sehr schnell problematisch, wenn ein sehr schnelles Reaktionsvermögen erforderlich ist.
Mit einer veganischen Ernährung würde ich mir schon einige male als Engel die Erde von oben ansehen. Ich esse monatlich drei bis viermal Fleisch und bin bei einigen Regierungsstellen nicht gerade beliebt, weil ich immer wieder zu wenige Kontrollen für nicht artgerechte Tierhaltung aufzeige und kritisiere.
Übrigens, Heilige auf dieser Erde gibt es nicht, dieser Titel ist einzig Gott vorbehalten.

Liebe Grüsse zurück
Franz


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Veganer sind auch nur Menschen
Autor: Birgit Maria Hoepfner am 2011-03-01 22:09:17

Hallo Franz,

in dem Beitrag geht es nicht um die Frage, wie gesund oder ungesund eine vegetarische/vegane Ernährung ist, sondern es geht hier um ethisch-moralische Denkansätze. Wer diese bis zu Ende denkt, bereit ist aus seiner Komfortzone herauszukommen und mutig genug, eine neue Sichtweise einzunehmen, der kommt nicht umhin, zumindest vegetarisch zu leben. Der nächste Schritt zu einer veganen Ernährung ist dann auch nur noch eine Frage der Zeit!

Es gibt aber, das Sie es schon ansprechen, im Gegensatz zu Ihren Darstellungen, jede Menge Berichte und Studien, die etwas anderes aussagen als Sie. Es kommt immer nur darauf an, wonach man sucht, denn man findet grundsätzlich nur das, worauf man seine Aufmerksamkeit lenkt. Ich habe zig Studien und Berichte gefunden, darunter auch Hinweise zu vielen Sportlern, die vegan bzw. vegetarisch leben und kraftvoll, gesund und erfolgreich sind.  Hier nur ein Beispiel: http://www.ivu.org/german/congress/euro95/athletic.html (Vegetarische Ernährung, körperliche Tätigkeit und sportliche Leistung: Prof. Dr. Dr. h.c. Marcel Hebbelinck, Leiter der Fachgruppe „Biometrie u. Biomechanik“ der Freien Universität Brüssel.

Da ich selbst schon seit über zehn Jahren vegetarisch lebe und mich langsam zur veganen Ernährung hinentwickle, weil ich immer weniger Appetit auf  Nahrungsmitteln aus tierischem Eiweiß habe - und vollkommen fit und gesund bin - kann ich wohl meine Meinung dazu sagen, auch wenn ich weder Arzt noch Leistungssportlerin bin.

Trotzdem geht es gar nicht um diese Frage: Es geht schlichtweg darum, ob wir Menschen das Recht haben, Tiere - Lebewesen und Mitgeschöpfe - zu töten. Ihr Leben bewusst und willentlich sehr qualvoll zu beenden, um unsere niederen Bedürfnisse zu befriedigen. Was gibt uns das Recht? Wer gibt uns das Recht? Also Gott ist es bestimmt nicht. Gott - so wie ich "ihn/sie" erlebe, hat jedes Leben als etwas Einzigartiges erschaffen, als ein Leben, das heilig ist. Und vor Gott sind alle Lebewesen gleich! Es sind die Menschen, die diese Entscheidung irgendwann mal getroffen haben. Auch die Bibel und die meisten Religionen und Kirchen sind von Menschen gemacht/verfasst worden, auch die hier  von Ihnen aufgeführten "Gleichnisse" wurden von Menschen geschrieben. Menschen wie Sie und ich. Das hat für mich keinerlei Aussagekraft. Auch die Verfasser haben ihre persönliche Sicht der Dinge mit einfließen lassen, haben letztendlich ihre Wahrheit niedergeschrieben. Ich lebe meine Wahrheit, diejenige, die ich durch meinen Glauben, mein universelles Bewusstsein habe. Mein Gott will nicht, dass Tiere getötet und missbraucht werden.

Natürlich dürfen Sie Ihre Sichtweise haben und ihr Fleisch essen, ich respektiere andere  Meinungen. Aber ich möchte noch einmal an dieser Stelle darauf hinweisen, dass es in dem Artikel hier um Ethik und nicht Ernährung geht. Die Frage der Ethik haben Sie in Ihrer Darstellung außen vor gelassen. Warum? Haben Sie dazu keine eigene Meinung?

Es reicht nicht mehr, die entsprechenden Regierungsstellen auf Missstände in der Massentierhaltung aufmerksam zu machen, denn es wird immer schlimmer und nicht besser, weil nur noch der Profit zählt und gefördert wird. Es gibt KEINE artgerechte Tierhaltung! Haben Sie sich einmal einen Bericht aus Schlachthöfen angesehen? Hunderte von Kilometern lange Tiertransporte? Die von Todesangst erfüllten Schreie der Tiere gehört, die Panik, all diese unzähligen Qualen? Schauen Sie sich die Filme an, bevor Sie das nächste Stück Fleisch essen und sehen Sie hinter dem Schnitzel das lebendige, wohlig grunzende, sich des Lebens freuende Tier. So viel Ehrlichkeit sollte Ihnen das Leben eines anderen Lebewesens wert sein. Mal sehen, ob es Ihnen dann noch schmeckt. Fakt ist: Ein totes Tier - als Nahrung für den Menschen dahingeschlachtet - ist ein totes Tier. Es will genauso leben wie wir Menschen und kann auch nicht durch ein schöneres Leben leichter sterben. Artgerechgte Tierhaltung ist nur eine Alibifunktion, um des Verbrauchers Gewissen zu beruhigen, damit die Fleischwirtschaft erfolgreich und bleibt.
 

Da Sie Jesus erwähnen: Glauben Sie wirklich, Jesus hätte all diese Grausamkeiten, die Menschen den Tieren antun, geduldet und unter diesen Umständen Fleisch oder Fisch gegessen? (Ich bezweifle im Übrigen, dass es überhaupt so war. Schließlich wissen wir es nur aus Überlieferungen - und Papier ist ja bekanntlich geduldig. ) Ich glaube das definitv nicht!

Noch mal: Der Artikel war nicht Diskussionsthema zum Thema vegetarische Ernährung . Ich habe ihn veröffentlicht, weil er mir aus dem Herzen spricht. Und ich bin davon überzeugt, dass Menschen, die Tiere als gleichwertige Mit-Lebewesen betrachten, kein Fleisch etc. mehr essen können. Und deshalb sind solche Artikel, Beiträge und Filme wichtig.

 


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