Autor: Sana Brauner am 29. Jan 2010 Eine Mio. Kinder sitzen weltweit in Gefängnissen. Mehr als die Hälfte davon hatte zuvor kein Gerichtsverfahren und viele haben gar kein Verbrechen begangen. Das zeigt der Bericht 'Progress for Children' der Kinderhilfsorganisation der Vereinten Nationen UNICEF.
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Das zeigt der Bericht 'Progress for Children' der Kinderhilfsorganisation der Vereinten Nationen UNICEF.
In dieser ersten weltweiten Bestandsaufnahme zu Verletzungen der Kinderrechte wird deutlich, in welchem Ausmaß die Menschenrechte von Kindern eingeschränkt werden. Viele leiden unter körperlicher und psychologischer Gewalt, deren Folgen oft weitreichend oder nicht mehr gut zu machen sind. "Kinder sind besonders gefährdet, da sie leicht auszubeuten sind und vielerorts noch immer als billige Arbeitskräfte eingesetzt werden", berichtet Sylvia Trsek, Pressesprecherin von UNICEF-Österreich.
Der Bericht gibt einen guten Einblick, in welcher Bandbreite Kinderrechte weltweit in extremer Form verletzt werden. 150 Mio. Kinder unter 15 Jahren konnten 2007 die Schule nicht besuchen, da sie arbeiten gehen müssen. 51 Mio. Kinder, darunter besonders Kinder in Ländern des südlichen Afrikas wie Somalia und Liberia, werden jährlich bei der Geburt nicht registriert, was die Chancen auf einen späteren Schulplatz senkt und schutzlos gegenüber krimineller Ausbeutung macht. Über 18 Mio. Kinder wachsen in Familien auf, die durch Kriege oder Katastrophen vertrieben wurden. Bestimmte Probleme betreffen besonders Mädchen. In mindestens 29 Ländern wird die weibliche Genitalverstümmelung noch immer praktiziert und jedes dritte Mädchen in Entwicklungsländern wird als Kind verheiratet.
Allerdings gibt es im Kampf gegen die weibliche Beschneidung leichte Fortschritte. "Dazu haben massive Aufklärungsprogramme und vor allem Aktivitäten von Frauengruppen vor Ort geführt", so Trsek. Günstig sei auch der zunehmende internationale und zwischenstaatliche Druck an die Regierungen. Die Ausbeutung von Kindern erfolge jedoch meist unsichtbar. "Viele sind im privaten Bereich Dienstboten oder Hausangestellte oder arbeiten in der Landwirtschaft." Änderungen seien hier bloß bei steigendem Druck der Konzerne der Industriestaaten zu erreichen, der wiederum allein durch stärkeres Bewusstsein der Konsumenten der Industrieländer zustande komme. "Die wahrscheinlich beste Möglichkeit für den Einzelnen, sich für die Durchsetzung der Kinderrechte einzusetzen, ist sich beim Einkauf an fair gehandelten Produkten zu orientieren", so die UNICEF-Sprecherin.
Grosses Tun mit einem kleinen Zeichen
Es ist meiner Meinung nach nie genug zu betonen wie mächtig wir als Konsumenten sind. Mit dem Kauf von Produkten mit dem Fairtrade-Gütesiegel entscheiden sich Konsumenten für Lebensmittel von höchtster Qualität und haben zusätzlich die Gewissheit, dass die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Bauernfamilien und ArbeiterInnen in den Entwicklungsländern durch faire Bezahlung verbessert und keine Kinder ausgebeutet werden. Mehr als 7,5 Mio. Menschen - Kleinbauernfamilien und ArbeiterInnen - profitieren bereits von den fairen Handelsbedingungen, denn Fairtrade ist wirkungsvolle Entwicklungszusammenarbeit.
Kaum zu glauben - wie sehr wir mit unserem Einkaufsverhalten den ganzen Kreislauf von Missbrauch - speziell in Zusammenhang mit der Botschaft dieses Artikel für Kinderrechte beeinflussen. Wenn jeder einzelne von uns einen Beitrag zu einem fairen Miteinander leistet, erschaffen wir einen Zukunft, die für jeden von uns lebensbejahend ist.
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