Autor: Johann Loibner am 06. Feb 2009 Klammheimlich ziehen Wandertierärzte von Hof zu Hof, weil eine stille Seuche umgeht, die sich schicksalhaft ausbreiten soll. Eine Impfung soll Millionen von Schafen und Rindern vor dieser Seuche schützen. Erst nachdem keine geringe Zahl von Bauern Widerstand gegen diese Impfung ankündigten, hört man davon in den Medien. |
Es wurden frühzeitig Impfstoffe bereitgestellt und das Impfen kann losgehen.
Wie so oft, wird die Aktion von den Behörden organisiert, in Österreich von der scheidenden Frau Gesundheitsminister noch rasch im Weggehen unterzeichnet und es besteht Impfpflicht. Bei Verweigerung drohen hohe Geldstrafen.
Nach dem Grundsatz der Rechte der kleinen Leute „man wird doch wohl fragen dürfen“ erlaube ich mir als Arzt für Allgemeinmedizin und bald vierzig Jahren ärztlicher Erfahrung und jahrzehntelanger, intensiver Beschäftigung mit dem Thema Impfungen hier einige Fragen aufzuwerfen. Ich bin als Bauernsohn auf einem weststeirischen Bauernhof, auf dem es den Rindern und Schweinen und den Hühnern noch gut ging, aufgewachsen. Zwar bin ich kein Tierarzt, verstehe von Tierimpfungen dennoch genug. Der Mechanismus der Impfung ist bei Tier und Mensch ganz ähnlich.
Ursache dieser Krankheit
Die Zunge hat für Schafe und Rinder eine besondere Aufgabe. Um das Futter ins Maul zu befördern und es schon im Maul für die Verdauung vorzubereiten, muss diese größer und kräftiger angelegt sein als z. B. bei Hunden, die Ihr Futter hinunterschlingen. Bei Krankheiten, bei denen auch das Herz und die Lunge ergriffen sind, wird sich die Zunge daher infolge des Sauerstoffmangels bei Schafen und Rindern früher blau verfärben. Der Name der Krankheit trifft daher nur auf schwere Formen, also meist auf das Endstadium zu. Die Tiere leiden vor diesem Stadium an Entzündungen der Schleimhäute des Mauls und der Nase. Solche Krankheitssymptome sind in den meisten Fällen die Folge von Vitaminmangel über längere Zeit., also nicht optimale Fütterung.
Es wäre also die erste Aufgabe, die Fütterungsverhältnisse betroffener Tiere zu untersuchen. Statt dessen wird sofort ein geheimnisvolles Virus zur Ursache erklärt. Dieses Virus ist bislang nicht identifiziert worden. Es gibt auch keine diagnostische Methode, das Virus exakt nachzuweisen. Ein Virus anzunehmen ist sehr bequem, weil Konsequenzen, welche Fütterung, Tränke , Weiden und Stallungen betreffen, nicht getroffen werden müssen. Außerdem lässt sich nach bisherigen Vorstellungen natürlich sofort ein Impfstoff basteln. Der unerwartete Erfolg der FSME‐Impfung geht auf die naive Hypothese zurück, nach welcher die bösen Viren von den Zecken übertragen werden.
Die Betreiber der Impfung gegen die blaue Zunge bedienen sich mit demselben Muster der Gnitzen, die seit Bekanntwerden der Blauzungenkrankheit über Nacht Virusträger geworden sind.
Eigenartigerweise soll es auch keine wirksame Therapie geben. Nur eine Impfung soll vor der geheimnisvollen Krankheit schützen. Die Tatsache, dass die Impfung gegen Maul‐ und Klauenseuche nichts genützt sondern nur geschadet hat, dass diese Impfung deswegen schließlich verboten wurde, scheint längst vergessen.
Dreierbund: Behörden, Tierärzte und Impfstoffindustrie
Auch als Nichtveterinärmediziner werde ich den Verdacht nicht los, dass hier wieder einmal die Krankheitserfinder eine neue Krankheit aus der Taufe gehoben haben. Den Verdacht begründe ich mit folgenden Tatsachen.
Der Name Blauzungenkrankheit ruft allgemein Gefühle von Angst und Bedrohung hervor. Obwohl die Krankheit nicht als ansteckend gilt, ist von einer Seuche die Rede. Mit dem Zeichen der blauen Zunge und der Erwähnung einer Seuche lassen sich die Gemüter und Behörden zu raschem Handeln bewegen. Die Impfindustrie hat es zu allen Zeiten geschafft, neue Impfungen zu etablieren, auch wenn sich wie bei der Maul‐ und Klauensuche oder der Schweinegrippe herausgestellt hatte, dass sie nur Schaden angerichtet haben.
Es ist doch verwunderlich, dass bevor nach den eigentlichen Ursachen der Krankheit geforscht wird, schon eine Impfung zur Verfügung steht. Ich will es nicht glauben, aber es drängt sich der Gedanke auf, dass die Impfung gegen Maul‐ und Klauenseuche als Impfung gegen die neue Blauzungenkrankheit fröhliche Urständ feiert. Die Symptome der Maul‐ und Klauenseuche ähneln zu sehr der nun definierten Krankheit mit der blauen Zunge.
Wenn nicht sachkundige Behörden und die ahnungslose Öffentlichkeit von einer Seuche hören, dann ist es leicht, ein sofortiges Impfprogramm zu verlangen. Soviel ich weiß, macht das Impfen der Tiere einen erheblichen Teil des Einkommens der Tierärzte aus. Es ist durchaus verständlich, dass diese daher ein neuerliches, lukratives Impfprogramm begrüßen. Vor wenigen Tagen gab es da einen Dialog zweier Tierärzte, bei dem einer von beiden Zweifel am Sinn dieser Impfung geäußert hatte. Der andere meinte aber, dass es da nichts anzuzweifeln gäbe, wenn das Ministerium hinter dieser Impfung stehe. Wenn die Behörde die Impfung anordne, so sei er verpflichtet, diese auch durchzuführen. Das erinnert mich stark an die Zeiten, in denen es hieß: Befehl ist Befehl.
Mit dieser Mentalität könnten daher auch angelernte Hilfsarbeiter die Impfungen durchführen. Die Impfspritze oder die Impfpistole auszupacken und den Impfstoff an die richtige Stelle zu setzen, dürfte auch ohne Studium gelingen. Ich bin mir aber sicher, dass erwünschte Befehle auch gerne ausgeführt werden.
Ich würde mich sehr freuen, wenn sich meine Überlegungen samt und sonders als völlig haltlos herausstellten.
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