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Überlegungen eines Allgemeinmediziners zu EHEC

Autor: Johann Loibner am 17. Jun 2011
Sind Durchfallerkrankungen im Sommer ungewöhnlich?
Ist das eine Epidemie?
Wer sind die Kranken? Waren sie vor der Krankheit ganz gesund?
Was ist eine Vergiftung und was ist eine Ansteckung?
Sind Bakteriologen Ärzte? Wer sind die Experten?
Was wissen die Ärzte? Was wissen die Gesundheitsbehörden?
Können Bakterien Gift absondern? Woher kommen sie?

Am Beginn des Sommers kommt es viel häufiger zu Erbrechen und Durchfall. Früher nannten das die Ärzte Sommerdurchfälle oder Bauchgrippe. Die Nahrungsmittel verderben bei höheren Temperaturen viel rascher. Der Organismus kann
verdorbene Speisen nicht in den Stoffwechsel einbauen. Je nach Gesundheitszustand versucht nun der Körper das belastende Gift loszuwerden und erzeugt daher leichte oder schwerere Durchfälle. Im Sommer sind Menschen mit geschwächtem Kreislauf anfälliger.

Wenn in einem Land mit 80 Millionen Einwohnern hundert Menschen im Laufe einer Woche sterben, haben wir es innerhalb einer Woche mit einem Todesfall unter einer Million Menschen zu tun.
Haben wir es also zahlenmäßig mit einer bedrohlichen Krankheit zu tun, über welche die Medien täglich berichten müssen?
Dabei müssen wir auch an die Nebenwirkung der Medikamente und weiteren Eingriffen denken, welche diese Patienten erhalten haben.

Bei geschwächten und kränklichen Menschen ist die Kreislauffunktion eingeschränkt. Es kann eine sonst harmlose Durchfallerkrankung bei solchen Menschen zum Tod führen. Das ist nichts Neues. Wenn bei Patienten bestimmte Organsysteme, z.B. die Nieren angegriffen sind, wird eine Lebensmittelvergiftung anders verlaufen als bei sonst gesunden Menschen. In diesem Fall werden auch im Darm andere Bakterien gebildet werden als bei leichten Erkrankungen.
Durchfälle, die mit Blutbeimengungen (hämorrhagisch) einhergehen, finden sich allgemein bei schweren Vergiftungen
Da wird dann behauptet, das Entero-Hämorrhagische Escherichia Coli Bakterium sondere ein Nierengift ab. Das kann aber nicht stimmen. Ein Bakterium verfügt nicht über Giftdrüsen und kann daher auch kein Gift erzeugen.

Wie so oft in der Medizin wird die Folge mit der Ursache verwechselt. In diesem Falle wird behauptet, das EHEC Bakterium sei die Ursache. Es ist aber genau umgekehrt. Diese Bakterien werden eben nur im Organismus bestimmter Menschen mit einer herabgesetzten Immunabwehr nachgewiesen. Dieser Sachverhalt ist der modernen Mikrobiologie längst bekannt.
Die Suche nach der Quelle dieses Bakteriums ist daher von vorne herein vergeblich.
Die Vorstellung, ein bösartiges Bakterium breite sich aus, gelangt in den Darm,
vermehrt sich dort und tötet wehrlose Menschen, geht wohl auf den noch immer herrschenden Dämonenglauben der Vergangenheit zurück.

Es handelt sich nämlich nicht um eine übertragbare und ansteckende Krankheit, sondern um eine Lebensmittelvergiftung

Schon der bedeutende Hygieniker Professor Max Pettenkofer hatte erklärt: „Bakteriologen sind Leute, die nicht über Dampftopf, Wärmeschrank und Mikroskop hinausschauen.“ In den Medien werden uns kaum Bilder von Patienten, dafür aber viel mehr Bilder von modernsten Laboratorien und allwissenden Forschern gezeigt. Die fast sakralen Bilder von Labors mit weiß gekleideten Menschen ohne Ton vermitteln uns den Eindruck, als wäre dort die letzte Wahrheit zu Hause.

Die Gesundheitsbehörden sind ratlos. Alles, was die zuständigen Mediziner über EHEC wissen, erfahren sie aus den Medien. Danach treffen sie folgenschwere Entscheidungen, die sachlich unbegründet sind. Meinungen von einseitigen Spezialisten und fachspezifischen Experten gelten als die einzig verlässliche Wahrheit. Ärzte, die über gesunden Menschverstand verfügen und den Überblick über eine komplexe Materie bewahren, werden nicht angehört. Die Aufsplitterung
der Medizin in immer kleinere Teilbereiche hat dazu geführt, dass die Gesamtschau verloren ging.

Was ist nun zu bedenken und was ist zu tun?

Über EHEC gibt es wenig sicheres Wissen, aber gehörige Ratlosigkeit.
Die Medien verbreiten Panikstimmung über eine Krankheit, die im Verhältnis zur Zahl der erkrankten Menschen nicht begründet ist.
Diese Medienberichte veranlassen inkompetente Behörden und überforderte Politiker zu Fehlentscheidungen mit katastrophalen wirtschaftlichen Folgen.
Viele Menschen, die leichtgläubig und ängstlich sind, leiden unter schweren Ängsten. Menschen mit leichtesten Formen von Durchfällen landen mit Todesängsten in den Spitälern.

Es ist sorgfältig zu prüfen, welche Menschen es sind, die unter der Diagnose EHEC Infektion schwer erkrankt und gestorben sind. Wie alt waren diese Menschen, welche Vorerkrankungen und Grundleiden hatten sie?
Und vor allem ist auch zu untersuchen, welche Medikamente und Behandlungen sie erhalten haben.

Die Medien sollen angehalten werden, nur sachlich und auch beruhigend über EHEC zu berichten. Gelingt das nicht, müssen wir annehmen, dass mächtige Interessensgruppen hinter der Panikmache mit dem Phantom EHEC stehen.

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Kommentare
Überlegungen eins Allgemeinmediziners.
Autor: Franz Bauer am 2011-06-11 17:17:39

Ich kann zum Artikel von Herrn Dr. Loibner nur folgendes sagen. Ich war in Afrika und Südamerika dienstlich öfter mit kleinen Gruppen (3 -5 Personen) unterwegs. Wir haben alle das gleiche gegessen, haben zusammen gewohnt und gearbeitet. Es ist dabei immer wieder vorgekommen, dass Mitglieder der Gruppe schwer an Durchfall oder Fieber erkrankt sind. Zweimal musten wir Menschen wegen Lebensgefahr mit Sonderflug nach Österreich bringen lassen. Nach 3 Wochen Intensivstation konnten sie die Krankenhäuser verlassen. Es gab deswegen auch nie ein Aufsehen von der Östereichischen Botschaft. Ich habe in diesen Ländern nie die Spur einer Erkankung bekommen. Ich muss dazu allerdings  gestehen, dass ich es immer geschafft habe, mich vor Schutzimpfungen zu drücken, ebenso vor der Malariaprofilaxe, was mir einiges an Ärger eingebracht hatte. Malaria habe ich keine bekommen, Teammitarbeiter mit Profilaxe schon.


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Zu: Überlegungen eins Allgemeinmediziners.
Autor: Sylvia Klein am 2011-06-12 17:37:59

Auch ich möchte mich hier mit einem Kommentar anschließen.

Dass man auch die Vorgeschichte der erkrankten Personen sich ansehen muss, egal ob es die Erkrankung, die jetzt in allen Zeitungen steht oder eine Durchfallerkrankung im Ausland ist.

Wenn ich in die Länder reise, die angeblich so gefahrenthaltende Speisen haben, stelle ich mich vorher schon darauf ein, stelle in gewohnter Umgebung meine Verdauung auf die Gewürze ein, die ich dort wohlschmeckend gereicht bekomme. - Dann ist mein Körper nicht überrascht und reagiert nicht mit Ablehnung (=Durchfall und Erbrechen).

Das als Tipp für alle, die Angst vor dem "fremden" Essen haben.

von Sylvia Klein


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