Autor: Sana Brauner am 30. Sep 2011 Schon bald könnten erstmalig Lebensmittel, die von
gentechnisch veränderten Tieren stammen, auf den europäischen Markt gelangen. Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA entwickelt erstmals Leitlinien, nach denen diese Produkte bewertet werden sollen. Bereits heute, 30. September 2011, endet eine Frist für Stellungnahmen zum Entwurf dieser Leitlinien. |
Er sieht vor, bei Milch, Fleisch, Eiern von gentechnisch veränderten Tiere ähnliche Maßstäbe anzusetzen wie bei Bewertung von gentechnisch veränderten Pflanzen. Fragen des Tierschutzes und die Interessen der Verbraucher bleiben außen vor. Mögliche erste Produkte, für die in den nächsten Jahren eine Zulassung beantragt werden könnte, sind unter anderem gentechnisch veränderter und patentierter
Lachs, der schneller wächst, oder Produkte von Kühen, in die Gene vom Menschen übertragen wurden, damit ihre Milch der Muttermilch ähnlicher wird.
„Nachdem bereits die Produkte von geklonten Tieren ohne jede Kennzeichnung auf den Europäischen Markt gelangt sind, erfolgt jetzt ein neuer Angriff auf die Interessen der Verbraucher. Es droht ein ähnlicher Dammbruch wie bei gentechnisch veränderten Pflanzen. Verbraucher, Lebensmittelhersteller, Landwirte und die Tiere werden zum Opfer einer Entwicklung, bei der vor allem das ProfitInteresse der BiotechIndustrie im Vordergrund steht“, sagt Christoph Then von Testbiotech.
In ihrer gemeinsamen Stellungnahme weisen Friends of the Earth Europe und Testbiotech darauf hin, dass der Ansatz zur Risikobewertung, wie er derzeit bei Pflanzen zur Anwendung kommt, nicht auf Tiere übertragen werden kann. Sie fordern, die Beratung der EFSALeitlinien zu stoppen und einen neuen Prozess
einzuleiten, der von Anfang an die Interessen der Verbraucher, des Tierschutzes und der Landwirte miteinbezieht.
Was kann man als Konsument tun?
In Bezug auf gentechnisch veränderte Tiere wie den Lachs aus Kanada wäre es jetzt wichtig, dass die Konsumenten sich zunächst an die Regierung bzw die EU Kommission wenden, damit die Interessen der Verbraucher, die solche Produkte mit großer Merhheit ablehnen, nicht unter die Räder kommen.
Der zuständige Kommissar ist John DALLI - European Commissioner for Health and Consumer Policy - seine e-mail:
cab-dalli-webpage@ec.europa.eu
Im Moment sind noch keine Lebensmittel von gentechnisch veränderten Tieren auf den Markt. Bei Pflanzen ist das anders. Diese müssen gekennzeichnet werden (allerdings nicht wenn sie an Tiere verfüttert werden - hier gibt es keine Kennzeichung auf Fleisch, Milch und Eier).

In Österreich kann man bei Öko Produkten davon ausgehen bzw. bei Produkten die bei der ARGE gentechnikfrei (Arbeitsgemeinschaft für Gentechnik-frei erzeugte Lebensmittel)
gelistet sind, dass diese absolut gentechnikfrei sind: http://www.arge-gentechnikfrei.at/
Die beiden Logos anbei dienen als Gütezeichen
In Deutschland ist es der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. (VLOG) mit dem links abgebildeten Gütezeichen
http://www.ohnegentechnik.org/
Link zur Stellungnahme von Testbiotech und Friends of the Earth Europe:
Link zum Dokument der EFSA:
Hilfe
Als Mitglied können Sie auf Facebook einen Kommentar posten. Dazu müssen Sie sich einloggen.

