Autor: Franz Teufl am 20. Nov 2008 Anwendung des Thinkman bei Tinnitus - Ein Erfahrungsbericht von Dr. med. Richard Kirchmair
Einleitung Ohrgeräusche sind in der westlichen Welt zur Volkskrankheit geworden. Stress, Hektik, Lärm, aber auch z. B. Entzündungen des Mittelohres stören die empfindliche Hörschnecke im Innenohr. Diese „Verletzungen“ im Innenohr können zu Ohrgeräuschen (=Tinnitus) führen. Im weiteren zeitlichen Verlauf der Innenohrstörung scheint es zu einer Fixierung der Ohrgeräusche in der Hörbahn zu kommen. Folgen dieses Dauergeräusches können nervöse Anspannung, Ein- und Durchschlafstörungen, depressive Verstimmungszustände sowie Konzentrationsstörungen sein. |
Ein Erfahrungsbericht
Therapiemöglichkeiten
Primäres Therapieziel ist der Versuch, die Innenohrverletzung zu behandeln und sie – falls möglich – zu beheben. Eine möglichst frühzeitig einsetzende Therapie erhöht die Erfolgsaussichten. Zur Behandlung stehen Infusionen mit Cortison und durchblutungsfördernden Medikamenten zur Verfügung. Die Plasmapherese (Blutwäsche) kommt ebenfalls in Frage, befindet sich jedoch noch im Versuchsstadium. In einigen Fällen jedoch bleiben diese Bemühungen ohne Erfolg. Ohrgeräusche sind in ihrer akustischen Erscheinung sehr variantenreich. Rauschen, pfeifen, sausen und hämmern sind nur eine kleine Auswahl der Möglichkeiten. Ohrgeräusche quälen die Betroffenen insbesondere in Ruhe, wenn sie sich konzentrieren müssen, bzw. ein- oder durchschlafen möchten. Die Folge sind Schlaf- und Konzentrationsstörungen, außerdem depressive Verstimmungszustände.
Um den Betroffenen die Bewältigung ihrer Ohrgeräusche zu erleichtern, werden heute Methoden wie Muskelentspannung, autogenes Training oder Akupunktur eingesetzt. Seit einiger Zeit kommt auch das so genannte Tinnitus Retraining, also die passive Auslöschung der Tinnitus-Wahrnehmung zum Einsatz.
Anwendung des Thinkmans bei Tinnitus
Eine weitere Möglichkeit, Menschen bei der Bewältigung ihrer Ohrgeräusche zu unterstützen, bietet der Thinkman. Der Thinkman vermittelt Ablenkung und Entspannung. Beide Effekte sind gerade für Menschen mit Ohrgeräuschen sehr wichtig. Oft verhindern die Ohrgeräusche eine effektive Entspannung. Denn sie treten in der Wahrnehmung der Betroffenen derart in den Vordergrund, dass die zur Entspannung notwendige Ablenkung von Belastendem nicht erfolgen kann.
Der entspannende und ablenkende Effekt des Thinkmans wurde mittlerweile bei über 600 Menschen mit störenden ein- oder beidseitigen Ohrgeräuschen genutzt. Damit die Anwendung des Thinkmans überhaupt in Frage kam, mussten folgende Bedingungen erfüllt sein:
- Die Ohrgeräusche der betreffenden Anwender wurden bereits erfolglos klassisch behandelt. Eine konkret fassbare Ursache der Ohrgeräusche war sicher ausgeschlossen
- Es wurden keine zentral wirksamen Medikamente eingenommen. Hintergrund: Bei zentral wirksamen Medikamenten wie z. B. starken Schlaf- oder Beruhigungsmittel, bei Psychopharmaka ist eine paradoxe Reaktion auf den Thinkman nicht ausgeschlossen.
- Wurden andere Medikamente wie z. B. Herz-, Kreislauf-, Blutdruck- oder Stoffwechselmedikamente eingenommen, sollte vorher der behandelnde Arzt konsultiert werden.
242 Patienten konnten sich gut entspannen, sich wieder besser auf tägliche Dinge konzentrieren und die Ohrgeräusche zumindest zeitweise verdrängen. Der positive Effekt hielt Stunden an.
157 Anwender konnten sich bereits nach wenigen Minuten sehr gut entspannen. Die Folgeerscheinungen des Tinnitus verminderten sich deutlich, der Effekt hielt bis zu 5 Tage lang an.
Für 85 Anwender war zwar ein Effekt spürbar, doch sie empfanden ihn im Vergleich zum Aufwand als zu gering.
67 Anwender waren mit dem Effekt zufrieden und kamen in der Folgezeit nur einmal im Monat oder wenn die Folgeerscheinungen der Ohrgeräusche allzu störend wurden.
22 Patienten waren durch die einmalige Anwendung des Thinkmans pro Woche so abgelenkt, dass sie die Ohrgeräusche kaum oder nicht mehr wahrnehmen konnten.
Bei 13 Anwendern veränderte sich das Gefühl der Anspannung jedoch nicht. Sie empfanden den Thinkman eher als störend.
Nähere Infos bei Franz Teufl:
mobil: +43 (0)664 12 90 730
e-mail: kosys-austria@a1.net
Als Mitglied können Sie auf Facebook einen Kommentar posten. Dazu müssen Sie sich einloggen.

