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Taxi fahren - Was jeder über die Philippinen wissen sollte.

philippinischer Taxifahrer Autor: Gerhard Menje am 19. Aug 2011
Als Alternative bleibt das billige Taxi, man zahlt als Einheimischer oder als jemand der sich auskennt, mit Taxameter für etwa 8 Kilometer ca. einen Euro. Für Fremde gibt es viele andere Varianten. Dann fängt das Abenteuer auch schon an.

Taxi fahren - Was jeder über die Philippinen wissen sollte.
Insider Informationen für Reisende und Aussteiger.

Das fahren mit dem Taxi ist in den Philippinen ein ganz besonderes Erlebnis und Abenteuer zu gleich.

 

Taxihalteplatz

Es gibt zunächst als Verkehrsbeförderungsmittel das  Bicycle (Fahrrad mit Anhänger), dann das  Trycicle (Moped oder Motorrad mit Anhänger), beides für Kurzstrecken. Das Habal-Habal, man fährt als Fahrgast direkt auf dem Motorrad mit. Natürlich den Jeepney und den Bus mit und ohne Aircon für die langen Strecken. Diese fahren in der Regel erst los, wenn Sie voll sind. Ich meine wirklich und richtig voll, so dass auch der Mittelgang belegt ist.

Als Alternative bleibt das billige Taxi, man zahlt als Einheimischer oder als jemand der sich auskennt, mit Taxameter für etwa 8 Kilometer ca. einen Euro. Für Fremde gibt es viele andere Varianten. Dann fängt das Abenteuer auch schon an.

Zunächt werden Sie als erstes am Flughafen ein Taxi benutzen. Auf allen Flughäfen gibt es offizielle Taxistände, man stellt sich an einem Schalter an, sagt wo man hin will und bekommt einen Zettel. Diesen Zettel gibt man dem Taxifahrer und es geht los. Dieser Weg ist absolut empfehlenswert um sicher ans Ziel zu gelangen. Lassen Sie sich auf keinen Fall von eifrigen Helfern ansprechen die Ihnen ein günstiges Taxi oder eine andere Fahrgelegenheit besorgen wollen.

Nach der Ankunft im Hotel oder Zielort kommt der nächste Gang zu einem Taxi auf freier Wildbahn. Im Hotel wird in der Regel ein Taxi beigerufen und die Nummer des Autos notiert.

Dann sind sie auf sich gestellt und können alle Varianten von Autos und Taxifahrern erleben, wo bei sicher jedes und jeder einmalig ist.

Es fängt an bei den vielen zunächst schrottreifen Taxis, bei denen man sich wundert, wenn man tatsächlich auch am Zielort ankommt. Und man fragt sich, wie hat das dieser Schrotthaufen mit weißer Farbe und einer roten Nummer auf dem Blech, tatsächlich noch geschafft?

Als Hintergund muss man wissen, dass es auf den Philippinen keinerlei TÜV oder ähnliche Kontrollen  gibt. Das heißt, hier kann jeder auch ein Taxi fahren, bis es wirklich auseinander bricht. Und so lange wird es auch gefahren.

Es ist deshalb auch völlig normal, dass sich die Beifahrertür mal nicht öffnen läßt. Das Taxi kurzgeschlossen wird um anzufahren. Die Griffe für den Fensterheber nicht mehr vorhanden und die Türöffner noch vorhanden, aber in absolutem desolaten Zustand sind.

Der Kofferaum ist sowieso immer offen, weil es meistens kein Schloß mehr gibt, das ihn zusperren könnte. Deshalb wird meistens der Kofferaumdeckel einfach nur noch aufgelegt.

Besonders lustig war meine letzte Fahrt. Der Fahrer konnte seine Fahrertür nicht öffnen, ist dann über den Beifahrersitz herausgeklettert und hat mit einem Schlüssel den winzigen Kofferraum geöffnet.

Es gibt hier nichts was Sie beim Taxi fahren nicht erleben können. Natürlich spüren Sie bei jeder Bodenwelle, dass die Stoßdämpfer entweder gar nicht  mehr vorhanden oder schon seit Jahren den Geist aufgegeben haben. Das kann natürlich auch mal mit der Aircon passieren und sie kommen ganz schön ins schwitzen. Was aber immer funktioniert ist das Radio und die Bremsen.

Natürlich sind auch die Sitze schon stark beschädigt oder nur stark abgenutzt, genauso wir der Sitzbezug dessen Reinigung schon Jahre zurück liegen muss.

Meistens handelt es sich um uralte Toyotta Corolla Fahrzeuge die anscheinend unverwüstlich sind, genauso wie der Fahrer.

Es ist hier absolut nicht ungewöhnlich, wenn der Fahrer während der Fahrt rülpst oder beim anhalten in der Stadt, die Fahrertür öffnet und mal kurz kräftig ausspuckt. Einige lesen an der Ampel mal schnell die Zeitung oder lösen Kreuzworträtsel. Es ist auch nicht verwunderlich wenn der Fahrer einen Kollegen während der Fahrt mit seinem Handy ruft um zu erkunden, wo denn das gewünschte Fahrziel ist. Natürlich gibt es auch verhinderte Rennfahrer als Taxifahrer.

In der Regel spricht der Taxifahrer auch nicht, ausser vielleicht die Wiederholung des Fahrtzieles. Das gilt auch für die Rückgabe des Wechselgeldes, wenn vorhanden. Spricht er mehr will er eine Extratour aushandeln. Erwarten Sie auch nicht, dass er Ihnen beim Gepäck behilflich ist, das ist nicht üblich. Umso erstaunter sind Sie wenn es tatsächlich sehr freundliche Ausnahmen gibt. Diese sollten Sie sofort mit einem kleinen Trinkgeld, einem 20 Pesoschein, belohnen, weil das wirklich ein Superservice ist.

Kein Taxifahrer hat Kleingeld, sie sollten also immer Kleingeld in allen Varianten, also auch kleine Münzen dabei haben. Man gibt normalerweise kein Trinkgeld, sondern zahlt den angezeigten Taxameter Preis. Trinkgeld nur bei Extraleistungen zum Beispiel bei Wartezeiten oder ähnlichem.

Grundsätzlich immer darauf achten, dass der Taxameter eingeschaltet wird oder sofort darauf bestehen. Bei Nichtbefolgung sofort anhalten lassen, aussteigen ohne zu zahlen und ab ins nächste Abenteuer, ich meine nächstes Taxi. Treten Sie immer selbstbewußt auf.

Wenn Sie kein Kleingeld haben, bleiben Sie solange im Taxi sitzen bis Sie wenigstens das größte Wechselgeld erhalten haben. Auf das Kleingeld müssen Sie dann sowieso meistens verzichten.

Wenn ein Taxifahrer hier den ganzen Tag unterwegs ist, ist es auch nicht verwunderlich, dass Sie einen starken Schweißgeruch eines hart arbeitenden Taxifahrers beim Einstiegen und natürlich auch während der Fahrt völlig gratis dazu bekommen. Versuchen Sie durch zu halten oder wechseln sie bei einer längeren Fahrt einfach das Taxi und den Fahrer.

In ruhigen Verkehrszeiten könnten Sie empfinden, dass es zu viele Taxis in der Stadt gibt. Schon allein dadurch, dass Ihnen wirklich jedes Taxi Hup oder sonstige Zeichen gibt doch schnell einzusteigen und mitzufahren.

Niemand versteht hier warum Sie als Fremder so geizig sind oder so arm, dass Sie laufen müssen und es sich nicht leisten können, wie jeder Einheimische auch den kleinsten Weg mit dem Taxi zu fahren. Zum Müllcontainer, genauso wie in die Wäscherei um die Ecke oder zum Restaurant. Man geht hier nicht spazieren, sondern fährt Taxi.

Schlagartig anders wird die Situation in der Rushour, wenn Sie alle Taxizentralen abtelefoniert haben und mehrfach das Wort "Taxi not available" gehört haben. Voller Verzweiflung auf die Straße gehen und versuchen ein Taxi heran zu winken, aber absolut alle besetzt sind. Genauso wie im Einkaufszentrum, wenn man bei Geschäftsschluß, in einer unendlichen Schlange anstehen muss um ein Taxi für den Transport seiner vielen gekauften Sachen, zu bekommen.

Fernfahrten, alles was über die üblichen Stadtfahrten hinausgeht,  müssen Sie immer vorher aushandeln. Das kann dann schon wesentlich teurer werden, besonders wenn man sieht, dass sie ein Fremder sind und das sieht hier jeder. Sofern vorhanden sollten sie ein immer supergünstiges Jeepney oder den öffentlichen Bus benutzen. Diese fahren allerdings nur die Hauptrouten.

Wenn Sie unterwegs anhalten und etwas besorgen wollen immer die Nummer des Taxis und die Cellphone bzw. Handynummer des Taxifahrers notieren.

Bester Tipp: Wenn Sie es können und die Zeit haben, schauen Sie beim heranwinken eines Taxis auf das Äußere des Taxis, je neuer das Taxi umso freundlicher und sauberer ist auch in der Regel der Fahrer. Allerdings ist das im Berufsverkehr kaum zu schaffen, man muss dann nehmen was gerade kommt.

Natürlich gibt es auch sehr freundliche Ausnahmen und sehr nette Fahrer, insbesondere in den neueren Taxis. Ich habe hier alle Fälle aus der Praxis aufgeführt, die mir in einer Zeit von 4 Monaten aufgefallen sind, in denen ich kein Auto hatte und ich alles mit dem Taxi erledigen mußte.

Die aufgeführten Fälle sind hauptsächlich in  Cebu City und auf der Insel Cebu passiert und sollen keine Verallgemeinerung sein, nur ein Hinweis was alles beim Taxi fahren passieren kann. Natürlich kann es in anderen Landesteilen ganz anders aussehen, was ich aber bezweilfe.

Trotzdem viel Spaß mit Ihrem hoffentlich freundlichen Taxifahrer und ihrem neueren Taxi.

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Mit sonnigen Grüßen aus den Philippinen

Ihr Gerhard Menje

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