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Tai Chi für Kinder in der Schule

Mädchen mit Fächern Autor: Barbara Reik am 25. Jul 2010
Bericht der Hieber, Grund- und Haupt-Schule in Uhingen zu Tai Chi in der Nachmittagsbetreuung

Herr P. Weisser, Lehrer an der Hieberschule, hatte sich in vielen Kursen ein positives Bild über die Wirkung des Tai Chi machen können und wollte Tai Chi für seine SchülerInnen anbieten.

 

Elf Mädchen und drei Jungen meldeten sich für die AG: Fächer Tai Chi.
Mit Hilfe von Fächer-Tai Chi und einfachen Qi Gong-Übungen konnten Mädchen und Jungen, gleich welchen Alters, Nationalität oder Fitness ihre Körperwahrnehmung und ihre Beweglichkeit spielerisch verbessern und ihre Phantasie und Kreativität anregen. Auf Grundlage einer traditionellen Fächerform entwickelten sie eine eigene kleine Kurzform, die sie später bei einer öffentlichen Vorführung an den Kinder Kulturtagen zeigten.
Im freien Üben verbanden sie tänzerische Elemente mit Musik und Kampfkunst.
Mit großem Interesse erlebten sie das Herkunftsland dieser Bewegungskunst aus unterschiedlichen Sichtweisen: mit Einblicken in die Geschichte des alten China, Rituale, Schriftzeichen und in die traditionelle chinesische Medizin. Wie nah „der ferne Osten“ heute ist, wurde durch die Bestellung von Übungsfächern in China sichtbar.
Diese Informationen flossen zum Teil auch in die Phantasiereisen ein, so dass Entspannung und Kultur verbunden werden konnte.
Durch Partnerübungen und Gruppenspiele wie z.B. Taiji Bailong Ball, wurden zusätzlich soziale Kompetenzen wie die Teamfähigkeit gefördert. SchülerInnen mit ADS Syndrom konnten durch den Wechsel von Entspannung und Aktivität positiv beeinflusst werden.

Ergebnisse
Im Allgemeinen kann diese AG als ein großer Erfolg und eine Bereicherung für die Hieber Schule angesehen werden, was sowohl Eltern, Lehrer wie auch Schüler bestätigen. Neben Spaß und Freude an der Bewegung konnten auch Verbesserungen der Konzentrationsfähigkeit, der Körperhaltung und dem Miteinander festgestellt werden. Es wurde deutlich, dass das Kennenlernen einer gänzlich fremden Kultur positive Rückwirkung auf die eigene Kultur und Persönlichkeit hatte.

Die Entspannungsangebote wurden gerne angenommen und sogar verlangt. Besonders erfreulich war die positive Veränderung der teilauthistischen Schülerin, die zum Schluss wie jedes andere Mädchen in die Gruppe eingebunden war, sich problemlos bewegte und Eigeninitiative zeigte.

Man sagt: Tai Chi ist Meditation in Bewegung. Für die SchülerInnen der Hieber Schule hat sich mit Tai Chi wirklich das Tor zu innerer Ruhe, zu ruhevoller Bewegung und kulturellem Interesse geöffnet.
Dabei lernten die Schüler Begriffe wie z. B. Dantien, Meridiane und Energie.
Gegen Ende der AG führten alle Schüler gerne kleine Partnermassagen durch und massierten mit Holztieren den Rücken des Partners.
Wie gut den Schülerinnen die Übungsstunden gefallen haben, wurde bei ihrer Abschlussfeier noch einmal ersichtlich. Aus ihrer Erinnerung heraus gestalteten 5 der Mädchen eine Fächeraufführung zu Rites von Jan Garbarek!
FOTO: Mädchen und Fächer

Und nun noch Stimmen zu Tai Chi in der Schule

Schülerstimmen zur Tai Chi AG

Corinna:
Ich habe gemerkt, dass man danach sehr entspannt ist. Zur Tai Chi Stunde gehören auch „Reisen“, die waren sehr gut. Einmal waren wir auf einem Weihnachtsmarkt, es roch sehr weihnachtlich nach Zimt und so. Nach dieser Entspannungsreise dachte ich, ich war wirklich auf diesem Weihnachtsmarkt. Ich habe auch gemerkt, dass ich so rechts-links Übungen plötzlich viel besser konnte. Es hat sehr viel Spaß gemacht.

Katharina Fehler, Klasse 5:
Als ich ins Tai Chi kam, war ich immer nervig. Jetzt kann ich entspannen und ich schreibe bessere Noten. Am besten fand ich das Aufschlagen und die Drehungen mit dem Fächer.

Lehrerstimmen zur Tai Chi AG

P. Weisser:
Von Anfang an gingen die Mädchen und Jungen mit Begeisterung ins Tai Chi. Nicht einmal wurde geäußert, keine Lust zu haben. Nach dieser Stunde strahlten sie eine große Ruhe und innere Ausgeglichenheit aus. Auch aus den Schüleräußerungen wird ersichtlich, wie wohl sich die Schüler im Tai Chi gefühlt haben.
Es ist erstaunlich, wie groß das Bedürfnis nach dieser Art Körpererfahrung und Stilleübung war.

Frau Ilg:
Nach der Tai Chi Stunde am Dienstag stellten wir mit der Zeit fest, dass die Schüler, die anschließend ein Theaterstück einstudierten, konzentrierter an die Sache gingen. Sie spielten gleich zu Beginn der Stunde phantasievoll und fanden sehr schnell ihre Rolle. Dies führen wir auf die vorangegangene Stunde Tai Chi zurück.

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