Autor: Roland Grün am 16. Dez 2011 Wird die Finanzwelt der Zocker und Spekulanten uns in die nächste Weltwirtschaftskrise stürzen?
EURO Krise oder Dollarkrise - rettet uns China, warum die USA nicht den EURO stützen |
Wieder einmal beratschlagen Merkozy = die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Nikola Sakozy wie es mit dem EURO und der EU weitergehen soll.
Die Briten mit ihrem standhaften Kämpfer David Cameron (erinnert stark an den Freibeuter Sir Francis Drake, der damals die Meere unsicher machte, aber für seine Virgin Queen Elisabeth mithalf die spanische Armada zu besiegen), der beim letzten Gipfeltreffen erklärte, Großbritannien wird nicht den Änderungen der EU Verträge zur Rettung der Gemeinschaftswährung zustimmen, also 26 gegen Einen.
Erinnert stark an die Queen Victoria und ihrer Politik "Splendid Isolation" und Großbritannien ist eine Insel, die Gott sei Dank durch den Ärmelkanal von Festland Europa getrennt ist. Und damit wir wissen, wo es lang geht, verhindert die britische Regierung seit Jahren eine Neu-Regulierung der Finanzmärkte und die Schaffung von klaren Spielregeln, die Schaffung einer Finanztransaktionssteuer - auch nichts Neues, das hat schon Herr Tobin gefordert, daher eigentlich die Einführung der "Tobin Tax" auf Finanztransaktionen.
Beim Weihnachtsempfang von Transparancy International Chapter Austria am 5. Dezember 2011 in der Kontrollbank - Reitersaal - hielt der ehemalige Generaldirektor der Investkredit, Herr Dr. Wilfried Stadler, einen vielbeachteten Festvortrag zum Thema: "EuroKrise - Finanzkrise - neue Spielregeln für die Finanzwelt". Vieles davon ist unter www.wilfried-stadler.com nachzulesen, vor allem in seinem Blog.
Daraus möchte ich seine wichtigsten Erkenntnisse und Schlüsse zusammenfassen:
Die Finanzwelt bewegt sich wieder zunehmend in Richtung totale Abgehobenheit von der Realwirtschaft. Die Krise 2008 hat mit der Immobilienkrise in den Vereinigten Staaten von Amerika begonnen, hat sich mit der Pleite der 150-jährigen Bank Lehmann Brothers im September 2008 fortgesetzt und wir hatten dann den Salat von Einbruch des Wirtschaftswachstums bis Kurzarbeit, Sparmaßnahmen etc.
In dieser Situation haben viele Staaten und darunter viele europäische Staaten an der Auftragsschraube der öffentlichen Hand gedreht, öffentliche Aufträge auf Kosten der Erhöhung der Staatsverschuldung erteilt und vor allem das eigene Bankensystem auf Kosten des Steuerzahlers mit vielen Milliarden EURO gerettet bzw. aufgefangen.
Früher sprach man von PIGS = Portugal, Italien, Griechenland und Spanien als die Länder, die ihren Staatshaushalt nicht mehr im Griff haben und nicht in der Lage sind, die Rückzahlungen von aufgelaufenen Schulden zu tilgen, so ist heute das neue Kürzel die Bezeichnung "Olivenstaaten", denn es sind vornehmlich die Länder Südeuropas, in denen Olivenbäume wachsen.
Alle stark verschuldeten Staaten fordern Deutschland auf, der Einführung von EUROBONDS zuzustimmen, nur "Angie" (Frau Angela Merkel) ziert sich, denn sie weiß, dass Deutschland nicht immer der Zahlmeister für Europa sein kann und will.
Bei allem Verständnis und Druck durch die Rating-Heiligen, die interessanterweise immer auf die Europäer hinhauen und die viel stärker verschuldeten USA nicht einmal ankratzen, Angie hat sich beim letzten Gipfel durchgesetzt und wird mit ganzer Kraft die EU zu einer einheitlichen Finanzpolitik und mittels Schuldenbremse und Budgetüberschreitungssanktionen die Staaten dazu zwingen, endlich einmal ausgabenseitig zu sparen und aufzuhören, mehr auszugeben als eingenommen wird.
Alle Dreimalschlauen liebäugelten auch mit dem Finanzriesen China - die riesigen Handelsüberschüsse aus den Exporten nach Europa und nach den USA, also viele Billionen EUROS und Dollars sollen wieder zurück nach Europa und in die USA fließen.
Doch der chinesische Drache ist klug genug, den Verlockungen zu widerstehen und ermahnt die Europäer und Amerikaner als reiche Länder ihre Hausaufgaben endlich selbst zu machen.
Da kamen die Europäer auf die nächste Idee: die amerikanische Notenbank soll doch gefälligst im Rahmen des internationalen Währungsfonds (IWF), mit an der Spitze die anmutige Französin Madame Christine La Guard, den EURO stützen. Doch Ben Bernanke ließ sich nicht erweichen, wenn doch die Europäer nicht die guten Ratschläge der klugen Amerikaner annehmen, kriegen sie auch keine Unterstützung.
Was Dr. Stadler klar darstellte war, daß der Finanzmarkt außerhalb der Fiinanzbörsen um den Faktor 3 größer ist, als das was an den Börsen in New York, London, Paris, Hongkong, Tokyo etc gehandelt wird. Also an Börsen wird ein Volumen von 22 Billionen US Dollar gehandelt, aber außerhalb werden 63 Billionen US Dollar gehandelt - und das gehört eigentlich besteuert mit einem Faktor von 0,3% - also das was der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler James Tobin 1972 vorgeschlagen hat.
NUR: es hätte aus Wettbewerbssicht nur Sinn, wenn alle Staaten weltweit mitspielen - wie beim Kyoto Protokoll zum Umweltschutz - aber nein, die USA und Großbritannien sind dagegen, denn dann würden die Börsen Wallstreet und der Finanzplatz London sich Staaten suchen, die nicht mit machen und ....
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