Autor: Marion Monika Kaiser am 28. Okt 2010 Gehören Sie zu den Menschen, die durchaus unpopuläre Entscheidungen treffen können, Sie dann aber - wenn Sie sich mit den Reaktionen anderer konfrontiert sehen - wieder umfallen? Oder - Sie sind davon überzeugt, dass Ihre Entscheidung richtig war und trotzdem macht Ihnen eine ganze Menge unangenehmer Emotionen das Leben schwer?
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Peter Reiter (Name geändert) ist Vertriebsleiter. Er ist bekannt für seine lockere, freundliche Art. Bei Mitarbeitern und Kunden ist er sehr beliebt. Seine Mitarbeiter wissen jedoch seine Gutmütigkeit manchmal auch auszunutzen. Da ist z. B. das verlängerte Wochenende, das er einem Mitarbeiter genehmigt, weil dieser ihm erzählt, dass er mit seiner Frau schon vor vielen Monaten zweite Flitterwochen geplant hätte. Den damit verbundenen Personalausfall auf der zeitgleich stattfindenden Messe schultert Peter Reiter dann eben mal selbst.
Wenn es notwendig ist, trifft Peter Reiter klare Entscheidungen, wie was in seinem Betrieb zu funktionieren hat. Diese Entscheidungen sind inhaltlich absolut richtig. Doch was er bei seinen Mitarbeitern manchmal erzeugt, ist Irritation. Obwohl der nette Peter Reiter die richtigen Worte wählt, sind seine Mitarbeiter im ersten Moment im Widerstand, führen seine Anweisungen dann aber aus. Instinktiv spüren sie seine Unsicherheit und, dass er nicht gerne Entscheidungen trifft.
Peter Reiter ist oft versucht, seine Entscheidungen zu revidieren und kommt wiederholt in folgende Gedankenschleife: "Habe ich die richtige Entscheidung getroffen? Hätte ich das nicht anders machen sollen? Wäre es nicht sinnvoller gewesen wenn ...?"
Nein! Die Entscheidung war richtig, sie wurde richtig kommuniziert und jetzt geht es für Peter Reiter darum akzeptieren zu lernen, dass ihn seine Mitarbeiter nicht immer lieben müssen. Sein Thema ist, dass er durchgängig der Nette und Gute sein will und dafür zu gern die eigenen Bedürfnisse und Grenzen opfert. Wenn er hier lernt, auch innerlich zu seinen Entscheidungen zu stehen, werden die Irritationen und Widerstände bei den Mitarbeitern nach und nach aufhören.
Würde Peter Reiter immer mal wieder eine Entscheidung zurück nehmen, würde ihm seine Mannschaft im Gegenzug zunehmend die Mitarbeit verwehren. Lieber mal eine unpopuläre oder auch zweifelhafte Entscheidung treffen, als gar keine. Das Zurücknehmen von Entscheidungen erzeugt nur noch mehr Orientierungslosigkeit bei den Mitarbeitern. Damit schwächt sich eine Führungskraft nur selbst.
Ein guter Anfang für seinen Entwicklungsprozess leistet Peter Reiter, indem er sich erlaubt, auch mal Entscheidungen zu treffen, die notwendig sind und seinen Mitarbeitern nicht gefallen. Wenn er sich selbst dafür annehmen kann, dass er nach bestem Wissen und Gewissen aber eben nicht mit der Absolutheit entscheidet, dass er immer bei allen Menschen Begeisterungsschreie auslöst, dann ist er auf einem sehr guten Weg.
Um Kommentare erstellen zu können, bitte einloggenAutor: Roland Grün am 2010-11-29 07:39:12
daher brauchen Führungskräfte genauso einen Führerschein oder Zertifikat bevor sie auf die Menschheit los gelassen werden - mit dieser Forderung bin ich nicht alleine
ich höre von frustrierten Mitarbeitern immer Wehklagen über folgende Führungsschwächen:
- unberechenbar, keine klare Strategie, Dinge für alle Mitarbeiter sachlich, klar und nachvollziehbar zu entscheiden und nicht morgen alles über den Haufen zu schmeissen
- Wertschätzung und Lob sind so häufig wie der Hopi Diamant im Big Hole - wieviele gibt es noch dort?
- Führungskräfte nehmen sich nicht Zeit, Mitarbeiter zu führen, das sollte laut gängiger Meinung jedoch 60% der Arbeitszeit von Führungskräften ausmachen
- die Vertrauensbasis zu den Mitarbeitern ist eine Geröllhalde des Mißtrauens (Orginalzitat nach Reinhard Sprenger "Mitarbeitermotivation"
- Mißverständnis von Führen = Lenken, Leiten, Richtung geben für Informationen und zur Unterstützung der Mitarbeiter da sein
- das Geld kassieren alle, jedoch was wird dafür geleistet - die Kluft zwischen dem Einkommen eines durchschnittlichen Industrieangestellten derzeit bei 1.800,- € brutto und dem bestverdienenden Manager Österreich, Herrn Ing. Siegfried Wolf/Magna International 7 Mio. € brutto ohne Prämien und Erfolgshonorar ist ein Verhältnis von 1 zu 38.888,-
das war in den 70-iger Jahren des vorigen Jahrhunderts noch ein Verhältnis 1 zu 700
ich bin es Herrn Wolf nicht neidig, mit Oleg Deripasska wird er auch noch russische Wunder erleben,
aber wie meinte schon Wendelin Wiedukind/Porsche CEO:
in der Wirtschaft sind die Nullen gefährlich die vorne stehen, in der Bilanz erstrebenswert die Nullen die hinter der EINS stehen
viel Erfolg, Roland Grün
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