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Sonne über Kongo

Krankentransport ist meist nur mit dem Fahrrad möglich Autor: Franz Bauer am 02. Aug 2010
Die demokratischen Republik Kongo, seit 1960 unabhängig, ist ungefähr 6.5-mal so groß wie Deutschland. In ihr leben cirka 71 Millionen Menschen, davon cirka 8.5 Millionen alleine in der Hauptstadt Kinshasa. Die Bevölkerung besteht aus 250 Volksgruppen mit 200 verschiedenen Sprachen. Amtssprache ist Französisch. Der Kongo, von dem das Land auch seinen Namen hat, ist 4374 km lang.

Der Direktor der Behindertenschule, durch Kinderlähmung selbst sehr beeinträchti

Der Glaube an Geister ist in Afrika sehr verbreitet und es ist oft ein sehr hart

Kinderarbeit gehört im Kongo noch zum Alltag.

Die kleine Sahra ist durch eine Augenoperation sehend geworden.

Der Strassenverkauf ist in Afrika für viele Menschen die einzige Verdienstmöglic

Bei der Kolonialisierung des Landes spielte der in Dienste des belgischen Königs Leopold II stehende Henry. M. Stanley eine sehr fragwürdige Rolle. Mit Hilfe von Überredungskunst und Feuer-Waffen gelang es ihm, 400 höchst fragwürdige Verträge, mit des Lesen und Schreibens unkundigen, Stammesfürsten abzuschließen. Die Berliner Kongo-Konferenz 1884 besiegelte endgültig das Schicksal Afrikas. Es wurde stillschweigend bestätigt, dass „Macht vor Recht“ geht.

Es gab jetzt nur noch gut durchdachte und organisierte Ausplünderung der afrikanischen Länder. So wurden z.B. Kindern und Erwachsenen, die nicht genügend Kautschuk ablieferten, die Hände abgehackt. Anfang 1959 zog sich Belgien, unter dem Druck der Weltöffentlichkeit, aus dem Kongo zurück und hinterließ ein Chaos.

Patrice E. Lumumba, erster Ministerpräsident der jungen, demokratischen Republik Kongo, sagte bei seiner Antrittsrede unter anderem: „ Wir werden mit euch zusammenarbeiten, aber nicht vergessen. Wir haben Ironien, Beleidigungen und Schläge erlebt, die wir morgens mittags und abends erleiden mussten, nur weil wir Neger waren". Nach 18 Monaten Regierung putschte sein Assistent Joseph Mobutu mit Unterstützung der USA gegen ihn und errichtete eine der längsten und grausamsten Diktaturen in der Geschichte Afrikas. Der Name des Landes und des Flusses wurde von ihm in Zaire geändert.

Lumumba wurde unter Mithilfe der USA-Botschaft 1960 in Kinshasa verhaftet und 1961 ermordet. 1997 wurde die brutale Gewaltherrschaft Mobutus beendet. Am 28.5. 1997 wurde Laurent-D. Kabila zum Staatspräsidenten vereidigt und der Name Kongo wieder eingeführt. Mit seinem Amtseintritt war die Hoffnung für einen Neuanfang und einen dauerhaften Frieden des Landes aufgekommen, die sich sehr schnell als großer Trugschluss erwies. Massaker und Vergewaltigungen standen an der Tagesordnung. Unter den viele Millionen zählenden Opfern befanden sich auch sehr viele Kinder.

Am 16. 1. 2001 wurde L.-D. Kabila ermordet und sein Sohn Joseph Kabila trat die Nachfolge an. Er versprach freie demokratische Wahlen und wurde am 6.12. 2006 mit 59.05 % der Stimmen als Staatspräsident vereidigt. Die beim Amtsantritt seines Vaters aufgetretene Hoffnung auf einen Neuanfang und einen dauerhaften Frieden scheinen unter seiner Regierung endlich langsam in Erfüllung zu gehen. Bedingt durch die andauernden Bürgerkriege und die korrupte und skrupellose Ausbeutung des Landes ist die medizinische Versorgung total zusammengebrochen. Ärzte ohne Grenzen, einige kirchliche Organisationen und die Kristoffel-Blindenmision versuchen langsam wieder ein funktionierendes Gesundheitssystem aufzubauen, doch der Weg zu diesem Ziele ist noch sehr weit.
 

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Kommentare
umfassend informiert
Autor: Michael Gosch am 2010-08-05 17:43:26

Lieber Franz,

Danke für Deine informativen Beiträge. Sie helfen mir sehr, Wissenslücken aus der "normalen" Berichterstattung zu schließen

 

Michael Gosch


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KONGO _ ZAIRE
Autor: Roland Grün am 2010-08-07 09:33:22

mein Onkel Franz Mastnak hat im tiefsten Kongo eine Brotfabrik mit 400 Mitarbeitern errichtet, weiters, eine Schule für Krankenschestern, Kindergärtnerinnen, eine Medizinstation - das alles unter Aufsicht des Don Bosco Ordens, der dort mit Mönchen und Schwestern eine wie ich glaube unbezahlbare Arbeit im Dienste der Menschlichkeit leisten

Jugend eine Welt www.jugendeinewelt.at aus Wien Unter St.Veit mit Hannes Velik und dieser einzigartigen Bewegung unterstützt ebenso mit Mitarbeitern dieses Projekt - im Sinne meine leider zu früh verstorbenen Onkels, der auch in Südamerika und Asien Projekte finanziert hatte

der Kongo eine einzigartige Landschaft, die Stanley als er dort hinkam als den Goldschatz - hat heute nicht nur Diamanten, sondern Kupfer, Bauxit usw. die Kabila Senior extrem auszubeuten wußte, auch Mabuto erhielt das Geld von dort an der Macht

AFRIKA braucht Menschen, die den Afrikanern lernen zu fischen, mit der Natur weiterhin in Einklang zu bleiben, aber nicht die Umweltsünden und Fehler des Westens zu wiederholen

Afrika den Afrikanern, nicht den anderen

Euer

Roland Grün

 


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Kongo_Zaire
Autor: Franz Bauer am 2010-08-08 13:41:16

Ich habe 2Jahre in verschieden  afrikanischen Ländern als Journalist und Kameramann  gearbeitet und bei den Menschen im Lande gewohnt und nicht in Hotels. Worte wie "Afrika den Afrikanern, nicht den anderen" klingen sehr gut, doch wie schaut es wirklich aus? Die USA unterstützt noch immer die ugandische Armee, deren Aufgabe es ist, im Kongo einzufallen, illegale Diamant- und Edelmetallschürfungen zu sichern und dann über Ugande an die USA zu liefern. Ich kenne in Afrika sehr bekannte kirchliche Organisationen, die in Luxusvillen wohnen und die teuersten BMW Autos in der Garage haben, natürlich geschützt mit 4m hohen Betonmauern und oben darauf NatoStacheldraht. Ich habe solche Dinge nicht gehört, sondern selbst gesehen und auch dokumentiert. Ein anderer Punkt, ist,  dass  EU Länder mit Hilfe der Exportstützung den afrikanischen Markt  zu Dumpingpreisen überschwemmen und so die Bauern um ihre Verdienstmöglichkeit bringen, siehe auch mein Bericht Senegal, Dakar. In Kinshasa wird sogar der Fischmarkt mit Fischen aus Portugal und Spanien, natürlich auch mit hoher Exportstützung der EU,  überschwemmt und die Afrikanischen Fischerboote verrotten langsam im Wasser, weil die Fischer mit diesen Schleuderpreisen nicht mehr mithalten können. Die angeführten Länder fischen übrigens mit ihren modernen Fischereiflotten vor der afrikanischen Küste. Ich könnte mit solchen Fakten aus der JETZT  Zeit noch viele Seiten füllen, doch für den Anfang denke ich, reicht es.

Franz Bauer


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