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Senegal Dakar Goree Agnam-Goli

Autor: Franz Bauer am 23. Jul 2010
Senegal, am Rande der Sahelzone hat 12 Millionen Einwohner und war, wie wissenschaftlich belegte Funde beweisen, bereits in der Steinzeit besiedelt.

Die Hafenstadt Dakar an der Westküste zum Atlantik mit cirka 2.18 Millionen Einwohnern ist zugleich die Hauptstadt des seit 18. Juni 1960 unabhängigen Landes. Leider hat Senegal während der Kolonialisierung durch Portugal, Niederlande, Frankreich und England traurige Berühmtheit erlangt. Diese vier Staaten lieferten sich erbitterte Schlachten um die vorgelagerte Insel Goree zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert. Sie war eine der großen Umschlagplätze für den Sklavenhandel.
Siehe Internetlink http://aaargh.codoh.info/fran/livres8/NeySklavenhandel.pdf


Seit 1978 ist die Insel Goree Weltkulturerbe

Senegal erholt sich nur langsam von den Folgen der Kolonialisierung und den darauf folgenden Bürgerkrieg. Die Haupteinnahmequellen Senegals sind Meeresprodukte und Landwirtschaft. Einige EU Länder überschwemmen zurzeit den senegalesischen Markt weit unter den Herstellungskosten der Bauern mit Gemüse und Obst, wodurch die Existenzgrundlage der in der Landwirtschaft arbeiteten Menschen zerstört wird. Diese Schleuderpreise diverser EU Länder unter dem Namen Globalisierung auf dem senegalesischen Markt sind nur durch die extrem hohe Exportförderung aus dem EU Topf möglich.

Ähnlich ist es bei den Meeresprodukten. In einem der fischreichsten Länder der Welt findet man auf den Märkten und in den Geschäften die Aufschrift, made in Espaniol, Italia oder andere Namen von EU Staaten, natürlich auch gut gestützt aus dem Exporttopf der EU. Die Industrie befindet sich, so wie auch die fruchtbarsten Agrarflächen, zum größten Teil in ausländischer Hand. Der ihrer Existenzgrundlage beraubte Bevölkerung bleibt, um den Hungertod zu entgehen, nur die riskante Flucht in den EU Raum.
Haben sie es wirklich geschafft, die europäische Küste zu sichten, haben einige EU Staaten eine besondere Strategie entwickelt. Sie fangen die fragilen, mit Menschen überladenen Fischerboote ab, treiben sie wieder zurück auf das offene Meer. Manche EU Staaten durchlöchern dazu noch die Bootsrümpfe mit Feuerwaffen.

Das Schulzentrum Ungargasse in Wien versucht in einem Partnerschaftsprojekt mit einer Schule in Agnam-Goli, diesen Teufelskreis zu durchbrechen und neue Hoffnung in das Land zu bringen. So werden Stoffe und Farben gekauft, von den Schülern in Senegal bemalt und diese dann zu Kleidern, T-Shirt und anderen Textilien genäht. Im der Schulzentrum Ungargasse in Wien werden diese Artikel versteigert. Mit dem Erlös werden für die Schule Agnam-Goli das elektrische Licht und Internet eingeleitet, Nähmaschinen und Computer gekauft. Die Jugendlichen bekommen auch Ausbildung und Anleitung im Umgang mit den Geräten. Jugendliche, die berufliche Kenntnisse besitzen, haben gute Chancen, einen Job zu bekommen.
Es besteht noch die geringe Hoffnung, dass die von den Konzernen gekauften Herren im EU Parlament den Export im Namen der Globalisierung zu Schleuderpreisen ins EU Ausland verbieten. Wahrscheinlich bleibt es aber ein Traum, der nie in Erfüllung geht

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