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Selbstmordserie in Foxconn - Apple, Nokia, Sony, Dell, HP... sind Kunden

Foto: MEV - Die  Ektroindustrie und ihre menschenverachtenden Arbeitsbedingungen Autor: Sana Brauner am 02. Jun 2010
Die österreichische Kampagne Clean-IT protestiert gegen die Arbeitsbedingungen bei dem chinesischen IT-Zulieferunternehmen Foxconn.

Der aktuelle Fall passierte erst vor einer Woche. Die Polizei sprach von einem Selbstmord. In der Fabrik arbeiten mehr als 300.000 Beschäftigte. Foxconn fertigt für Weltkonzerne wie Apple, Hewlett-Packard, Dell, Nokia oder Sony. Eine Selbstmordserie unter den Arbeitern des weltgrößten Elektronik-Herstellers der taiwanesische Konzern und Apple-Zulieferers Foxconn in China gibt Rätsel auf. Innerhalb von fünf Monaten stürzten sich zwölf Mitarbeiter in die Tiefe.

Für die Selbstmorde bei Foxconn machen Arbeitsrechtsorganisationen den hohen Druck bei gleichzeitig schlechter Bezahlung verantwortlich. Andrea Ben Lassoued, Leiterin des Projekts Clean-IT bei der entwicklungspolitischen Organisation Südwind, sieht einen Zusammenhang zwischen den Selbstmorden und den menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen bei Foxconn. Die ca. 300.000 Beschäftigten stehen unter enormen Druck. Sie arbeiten in Zwölfstundenschichten, sechs Tage die Woche. Dafür erhalten sie nur den staatlichen Mindestlohn von 105 Euro.

Terry Gou, der Präsident von Foxconn, hat bislang jede Verantwortung von sich gewiesen, und den Grund für die Selbstmorde auf persönliche Probleme der ArbeiterInnen zurückgeführt. Apple, neben Nokia, Hewlett Packard und Dell, ein wichtiger Kunde von Foxconn, erklärte nun in einer Stellungnahme, dass es die Bedingungen überprüfen werde. Dies kündigte Apple bereits 2006 an, nachdem erstmals massive Vorwürfe über die Arbeitsbedingungen bei Foxconn an die Öffentlichkeit gelangt waren. Dennoch erhielten unabhängige Arbeitsrechtsorganisationen bislang keinen Zugang zu dem Unternehmen.

Die dramatische Selbstmordserie bei Foxconn ist die Folge schon lange bekannter, aber noch immer ungelöster Probleme. Markenkonzerne wie Apple sind mitverantwortlich für die miserablen Arbeitsbedingungen in der IT-Produktion. Sie müssen jetzt konkrete Maßnahmen durchführen, damit menschenwürdige Arbeitsbedingungen geschaffen werden können“, so Andrea Ben Lassoued.

08. Juni den globalen Tag zur Erinnerung an die Opfer von Foxconn

Südwind setzt sich als Teil der europäischen Kampagne procureITfair für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der IT-Branche ein und unterstützt den Aufruf der chinesischen Arbeitsrechtsorganisation SACOM am 08. Juni den globalen Tag zur Erinnerung an die Opfer von Foxconn auch in Österreich zu begehen. In Österreich läuft derzeit eine Online-Petition von Südwind für faire Arbeitsbedingungen in der IT-Industrie durch faire öffentliche Beschaffung an Universitäten und Fachhochschulen unter:

www.clean-it.at/petition

Persönlich denke ich, ist alles mit allem verbunden, unabhängig davon, ob wir unmittelbar Betroffene sind oder nicht. Am besten veranschaulicht dies der Artikel - Es tut mir leid, und ich liebe dich - als Link anbei.

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