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SelbstCoaching - Luxus oder Notwendigkeit

Meditative Landschaft - Foto: SB Autor: Roland Grün am 01. Jul 2011
Wie erhalten sich Manager Kreativität und trainieren Gehirnleistung?

Aus dem Impulsreferat von Dr. Friedhelm Boschert/CEO der Volksbanken International AG in der informellen Manager Lounge am 14. Juni 2011 in der Gallerie KoKo:

Heute sehen wir oft Widersprüchlichkeiten, die bei Führungskräften auftauchen. Führungskräfte haben zumeist den Anspruch, „den Dingen auf den Grund zu gehen“, „unter die Oberfläche zu schauen“, „Menschen zu durchschauen" oder "deren wahren Charakter zu erkennen".

Dagegen ist ja nichts einzuwenden. Warum aber nicht bei sich selbst? Warum nicht bei sich selbst auf den Grund gehen? Warum sich nicht selbst durchschauen? Da haben wir ein riesengroßes Manko bei Führungskräften. Und das führt dazu, dass vor allem Führungskräfte alles kennen, nur nicht sich selbst!

Was passiert dann häufig?

Die Wirksamkeit als Führungskraft bei den Mitarbeitern lässt nach. Das Gefühl, dass die Worte nicht mehr ankommen, dass kein gemeinsames Verständnis mehr da ist, dass das gemeinsame Zielbild verschwimmt, dass der Schwung raus ist. Immer mehr Abstimmungsgespräche notwendig sind. Die Bonus-Karotte auch nicht mehr wirkt.

Aber: die Wirksamkeit geht schleichend zurück.

Das merkt man nicht direkt. Das merkt man vor allem daran, dass man immer mehr arbeiten muss, um auch nur das Ergebnis zu halten. Dieses Gefühl der Unwirksamkeit gehört neben dem Mangel an Wertschätzung zu den Hauptursachen von Depression und Burn-Out.
Dazu kommen noch die absehbaren Veränderungen im Umfeld der Unternehmen und der Führungsrkäfte: vom shareholder zum stakeholder. Neue Anforderungen an die Integrationsfähigkeit und die Fähigkeit zum Interessenausgleich. Persönlichkeit ist mehr gefordert denn je.

Es gibt also vielerlei handfeste wirtschaftliche Gründe, damit man vor allem als Führungskraft sich selbst besser kennenlernt. Sich selbst besser auf den Grund geht. Dazu müssen Manager lernen, zu reflektieren. Denn Reflektieren formt unsere Einstellungen zu uns selbst.

Dazu stehen die Manager sehr ambivalent.

Das Sporttreiben, das Training des Körpers, wird gerne vorgezeigt, gehört bei einem Manager fast schon zum guten Ton. Da wird niemand schief angesehen, wenn er morgens vor der Arbeit oder zweimal die Woche abends ins Sportstudio oder auch nur Laufen oder Rudern geht.
Was aber, wenn er seinen Geist trainiert, seine Haltung, seine Gedanken? Also gezielt reflektiert, z.B. mit Hilfe der Meditation. Da liegt die Akzeptanzschwelle schon viel höher! Kurz gesagt: Viele Führungskräfte treiben Sport, trainieren ihren Körper. Mit Meditation trainiert man Geist und Seele und erreicht so mentale Stärke. Warum das also so ungleich behandeln?

Daher: Reflektieren ist eine Notwendigkeit. Der Manager braucht Zeit zum Reflektieren und wird erst so seine Wirksamkeit als Führungskraft verbessern. Er wird vor allem erkennen, dass man als Manager oftmals besser daran tut, das Gegenteil zu denken oder zu tun:
- Als Manager wollen wir bewegen, vorwärtstreiben, immer in Bewegung sein. Selbstführung dagegen lehrt uns, daß man auch innehalten und reflektieren muß, um besser voran zu kommen.
- Als Manager möchten wir stets die Zügel in der Hand behalten und zupacken – Selbstführung dagegen lehrt, daß man auch loslassen können muß, um den richtigen Weg zu finden
- Als Manager möchten wir reden, überzeugen, diskutieren, präsentieren – Selbstführung dagegen lehrt, daß auch im Zuhören (=angewandte Achtsamkeit) aktive Führung liegt.
- Als Manager sollen wir stets und rasch Menschen und Situationen beurteilen – Selbstführung dagegen lehrt, das „Nicht-Urteilen“ die Grundlage für das wahre Erkennen von Menschen und Situationen ist.

Selbstführung ist daher eine Notwendigkeit. Der Manager muss lernen, sich selbst zu führen. Und erst dann die anderen.

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