Konsumentenplattform für Zukunftsgestaltung - Evolution vom ICH zum WIR
LESEN & WISSEN
ICH & WIRSCHAU & KAUFMAIL & MEHRWORKSHOP & SEMINARINFO & HILFEIMPRESSUM
SIE SIND:
derzeit nicht angemeldet.Die Mitgliedschaft ist kostenlos aber viel wert!
LebensraumDruckversion:

Respekt ist Fundament für Beziehung

Autor: Sana Brauner am 24. Sep 2010
Langzeitpartnerschaften leiden oft unter schlampiger Ausdrucksweise - Jeder Mensch sehnt sich danach, respektiert zu werden, denn das ist ein ureigener Wunsch. Man ist verletzt, wenn man respektlos behandelt wird.

Psychotherapeutin Sabine Fischer - Foto: Privat

In der Zeit des Kennen lernen ist unsere Wahrnehmung in Bezug auf den Partner sehr fein. "Doch in vielen Beziehungen geht im Lauf der Zeit dieser Respekt verloren", meint die Paartherapeutin Sabine Fischer. Für den Fortbestand einer glücklichen Partnerschaft ist Respekt allerdings eine Grundvoraussetzung. "Respekt ist eine Haltung, bei der man dem anderen Achtung entgegen bringt und seine Würde achtet, egal woher er kommt oder wie er aussieht."

"Wenn Beziehungen gelingen sollen, müssen wir uns gegenseitig respektieren", meint die Psychotherapeutin. Der Tunnelblick helfe nicht, denn dann beschäftige man sich nur mit sich selbst. "Respekt ist gegenseitige Berücksichtigung auf einer Augenhöhe. Wesentlich dabei ist, dass es auf derselben Ebene erfolgt." Aufrichtigkeit, Verlässlichkeit und Verbindlichkeit sind Schlüssel zu Respekt.

Bereitschaft zum Hineindenken in den Anderen

Die Bereitschaft zu antworten, verbunden mit der Erwartung auf Rückmeldung bringen Menschen in respektvollen Kontakt. Dabei stelle sich die Frage, wie intensiv wir bereit sind, uns in die Welt des anderen hineinzudenken und wie weit man Wert darauf lege, mitzubekommen, welche Erfahrungen unser Partner in der Welt macht. Die Grundregel einer respektvollen Partnerschaft lautet, dass ich wichtig bin, du wichtig bist und wir beide gleich wichtig sind.

"Unsere Geschichte prägt unsere Einstellung zu Respekt. Wenn man respektvollen Umgang erlebt hat, tut man sich leichter, respektvoll zu leben und nicht nur um sich selbst zu kreisen", erklärt die Therapeutin. Es sei sehr wichtig, auch klar zu verstehen, dass die Welt des Partners eine andere ist als die eigene. "Gute Selbstachtung ist notwendig, um dem anderen respektvoll gegenüber zu treten."

Respektloser Humor: Absolutes No-Go

"Wenn man sich selbst nicht wohl fühlt, ist man in der Sehnsucht nach Aufwertung und Bestätigung verhaftet. Dabei ist es schwierig, im empathischen Dialog zu bleiben", meint Fischer. "Es entstehen viele Missverständnisse und Verletzungen, weil man vieles sehr persönlich nimmt." Es sei wichtig, dass man daran arbeitet, selbst glücklich und zufrieden zu sein und sein persönliches Glück nicht von anderen abhängig zu machen.

Das Gegenteil von Respekt ist Verachtung, der sich durch Sarkasmus und Zynismus ausdrückt -  Augenrollen, verhöhnen, verfluchen sowie respektloser abschätzender Humor machen Respekt unmöglich, vergiften die Partnerschaft und nähren Konflikte.

Wiederherstellung von Achtung und Respekt braucht Zeit

"Die Wiederherstellung von Respekt und Achtung braucht Zeit", meint Fischer. Wenn man in die Respektlosigkeit abgedriftet ist, muss man immer wieder neu beginnen." Das sei ein langwieriger Prozess, bei dem auch manchmal professionelle Hilfe von Experten erforderlich ist. "Wenn es für eine Person nicht mehr geht, weil zuviel Grenzen überschritten wurden, dann sollte man ein paar Wochen abwarten und nicht gleich bei der ersten Gelegenheit in Emotion wegrennen."

Der Grundsatz, dass ohne Ehrlichkeit keine Achtung vorhanden ist, heißt nicht, dass man verletzend agieren muss. Vielmehr sei Eigenverantwortung gefragt, wie man seine Anliegen ehrlich mitteilt. Dabei sei es durchaus sinnvoll, einmal mehr darüber nachzudenken als zu schnell damit nach außen zu gehen. Es ist wichtig, dem Gegenüber Anerkennung, Würdigung und Wertschätzung entgegenzubringen und ein zuverlässiger Partner zu sein.
 
Quelle: pressetext austria

Um Kommentare erstellen zu können, bitte einloggen


Kommentare
Formen der Respektlosigkeit
Autor: Irmgard Brottrager am 2010-09-25 10:07:43

Liebe Sana,

Ja, ich beobachte auch bei alltäglichen und beruflichen Kontakten immer wieder, wie wichtig die Achtung voreinander ist und wie schnell Konflikte entstehen können, wenn es zu herabwürdigenden Äußerungen kommt. Sobald die Interessen einer Person missachtet oder übergangen werden, oder die Kommunikation nicht auf Augenhöhe erfolgt, ist Unbehagen vorprogrammiert. Leider verhalten sich nicht alle Menschen so mustergültig, dass sie ihren Mitmenschen respektvoll begegen. Meine Frage wäre daher, ob Frau Fischer auch Lösungsansätze bietet für den Umgang mit chronisch respektlosen Menschen. Vor allem, wenn man nicht in enger Partnerschaft mit ihnen verbunden ist, persönliche Anliegen also auch nicht aussprechen kann. Viele Menschen haben ja ganz einfach "die Eigenart", andere zu übergehen, zu übervorteilen oder zu verurteilen, indem sie sich herrisch oder unfreundlich benehmen oder über die Regeln hinwegsetzen. Auch das unmotivierte Getratsche über andere Menschen, das viele praktizieren, ist ja nichts anders als eine Herabwürdigung. Das Nichteinhalten von Terminen, Rechnungen offen lassen, absichtliche Täuschung, Aufdringlichkeit, Vordrängen und Ausgrenzen, energetische Ausbeutung ... es gibt so viele Formen von Respektlosigkeit!

Herzliche Grüße, Irmgard


Um antworten zu können, bitte einloggen
Hilfe

Als Mitglied können Sie auf Facebook einen Kommentar posten. Dazu müssen Sie sich einloggen.

LOGIN
Mitglieder Login:

Passwort:


Registrieren


Wer ist online?

10 Besucher (15 Minuten)