Autor: Sana Brauner am 14. Okt 2010 In diesem Fall war es José Bové, Mitglied der Grünen Fraktion im Europäischen Parlament, der diese Verbindung aufgedeckt hat. Und Greenpeace hat vor etwa zwei Wochen eine Presseinfo dazu ausgesendet. Es ist gleich einem Hohn mit welcher Unverschämtheit sich diese Netze zu Gunsten der Gentechnik-Industrie im Stillen bilden - und geduldet werden, meine ich.
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Die Doppelrolle der Präsidentin der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) Prof. Diana Bánáti wurde nämlich bislang von ihr verschwiegen. Einfach so, als ob es kein Interessenskonflikt ist, gleichzeitig im Vorstand des ILSI (International Life Sciences Institut), einer großen Lobby-Vereinigung der Gentech-Industrie zu sitzen.
Greenpeace fordert die Einrichtung einer unabhängigen Lebensmittelbehörde
"Die Gentech-Industrie hat ihre Leute inzwischen bis in die Spitze der wichtigsten Lebensmittelbehörde, der europäischen EFSA, geschleust. In dieser Form ist die EFSA nicht mehr als eine Alibi-Einrichtung zur Scheinprüfung von Gentech-Pflanzen. In Anbetracht der Lage brauchen wir ein sofortiges EU-weites Moratorium auf alle weiteren Gentech-Zulassungen", kommentiert Philipp Strohm, Gentechnik-Sprecher von Greenpeace.
Die Ungarin Prof. Diana Bánáti ist seit Juli 2008 Präsidentin der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit. Die Aufgabe der EFSA ist es, auf wissenschaftlicher Basis die Sicherheit von Lebensmitteln für rund 500 Millionen Menschen in Europa zu prüfen. ILSI hingegen, ist eine der größten privaten Lobby-Vereinigungen der Gentechnik-Industrie. Sie besteht aus Mitgliedern wie Monsanto, Bayer, BASF oder Syngenta. Bánátis Position innerhalb dieser Vereinigung widerspricht direkt ihrem Amt als Präsidentin der EFSA.
Die EFSA hat seit ihrem Bestehen noch keine einzige Gentech-Pflanze abgelehnt. Der Beurteilung der EFSA entsprechend, schlägt die Europäische Kommission die jeweilige Pflanze den Mitgliedstaaten zur Zulassung vor. Hier gab es in der Vergangenheit häufig Streit, da einige Staaten, darunter Österreich, das Risiko des Anbaus von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) erkennen. Um diesen Streit zu umgehen, hat die Kommission jetzt vorgeschlagen, den Anbau in Zukunft nationalstaatlich zu regeln. Greenpeace sieht in dieser Vorgehensweise Gefahren. Der Vorschlag würde zwar die Möglichkeiten Österreichs für Verbote von GVO erweitern, insgesamt würde dadurch aber der Anbau von GVO in Europa steigen, da GVO-freundliche Länder dann leichter anbauen könnten.
"Gentech-Pflanzen sind ein internationales Problem, wir brauchen daher auch internationale Lösungen. Der erste Schritt wäre eine unabhängige Lebensmittelbehörde einzurichten, die für die Sicherheit der Menschen arbeitet, nicht für sichere Umsätze der Gentech-Industrie", fordert Strohm abschließend.
Diese Forderung sollte in Wirklichkeit eine Selbstverständlichkeit sein, denn der hohe Vertrauensmangel mit dem die EU bereits jetzt schon konfrontiert wird, wird mit Meldungen wie diesen nur noch verstärkt.
Um Kommentare erstellen zu können, bitte einloggenAutor: Michael Franz Reinisch am 2010-10-16 18:26:40
Nicht, daß es mich die Geschichte sehr verwundert, im Gegenteil, diese Form der Chuzpe beeindruckt mich sogar. Wenngleich nicht auf eine positve Art und Weise.
Die "Qualität" solcher Vorgehensweisen läßt ahnen was vom Volk, der Masse, der Mob ... im Endeffekt vom Intellekt des einzelnen Menschen gehalten wird und ich meine, das ist ein schwerer strategischer Fehler. Weil, so dumm ist der Mob gar nicht, geeint ist er nicht. Das ist seine / unsere Schwäche!
Aus dieser Sicht ist Frau Bánáti eine enorme Bereicherung für den Kurswechsel weil sie durch ihr Sein wieder Menschen eint. Ich würde den Job nicht nicht machen wollen, also Danke Frau Bánáti!
Um antworten zu können, bitte einloggenProf. Diana Bánáti bei ILSI zurückgetreten
Autor: Sana Brauner am 2010-10-27 21:17:57
Einer Meldung vom 25. Oktober 2010 zufolge hat die Präsidenten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) Prof. Diana Bánáti nun ihren Vorstandssitz bei ILSI, einer großen Lobby-Vereinigung der Gentechnik-Industrie, aufgegeben.
Was natürlich nichts heißt, als dass die Kontakte nun über die Hintertür weiter bestehen bleiben. Viel besser wäre es, wenn sie bei der EFSA zurückgetreten wäre.
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