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Pflanzen für die Haut rücken ins Zentrum des Bewusstseins

Pflanzen als Hilfsmittel bei Hautproblemen Autor: Petra Orina Zizenbacher am 13. Jul 2009
Die Haut ist ein Begrenzungsorgan das uns nach außen abschirmt. Die Hautoberfläche ist eine verkannte und stiefmütterlich behandelte Struktur, die zumeist erst dann ins Zentrum des Bewusstseins rückt, wenn sie Entzündungen oder schmerzhafte Veränderungen zeigt.

Käsepappel

Die Hautoberfläche ist eine verkannte und stiefmütterlich behandelte Struktur, die zumeist erst dann ins Zentrum des Bewusstseins rückt, wenn sie Entzündungen oder schmerzhafte Veränderungen zeigt.
 

Ich möchte die Anwendung von Pflanzen für die Haut in zwei Bereiche teilen:

Bereich 1: Akute Verletzungen/Veränderungen
Bereich 2: Chronische Entzündungen oder Erscheinungen


1. Akute Hautveränderungen können Insektenstiche oder Verletzungen sein:

Um einem Insektenstich den Schmerz zu nehmen, eignet sich ein geriebenes Blatt vom Spitz- oder Breitwegerich oder ein geriebenes Blatt/Blüte von der Schafgarbe.
Ich habe schon oft erlebt, dass Insektenstiche, sei es von Gelsen, Bienen, Wespen, Spinnen oder anderem Getier, sofort an Schmerzhaftigkeit verlieren und sehr rasch wieder verschwinden, wenn man einen Breiumschlag genannter Pflanzen auflegt.
Wie kommt man in freier Natur oder im Garten rasch zu einem Pflanzenbrei? Ganz einfach, indem man die Pflanzenteile und Blätter in den Mund nimmt, sie zerkaut und dann zerkaut auf die betroffene Stell auflegt, entweder mit einem anderem größeren Blatt oder falls vorhanden mit einem Stück Stoff fixiert (10min – einige Stunden) und eventuell nach einiger Zeit wieder erneuert.

Auf diese Art und Weise kann man auch Schürfwunden, Schnitte oder andere akut entstandene Verletzungen, z.B. Sonnenbrand behandeln. (Zum Sonnenbrand gäbe es noch mehrer zu sagen, ist aber jetzt nicht Thema dieses Artikels.)
Es ist eine fast vergessene Tradition, Schürf- oder Schnittwunden zuerst mit Urin zu reinigen und dann mit einem Pflanzenbrei aus Spitzwegerich, Schafgarbe, etc. zu versorgen.

2. Bei den chronischen Hauterscheinungen möchte ich grob unterscheiden zwischen

Um chronische Hautveränderungen effizient behandeln zu können, es immer notwendig den gesamten Organismus im Auge zu behalten. Nach meinen langjährigen Erfahrungen kommt man chronischen Hauterscheinungen nur bei, wenn man auch den Darm als innere Haut mit behandelt. Das bedeutet immer eine Ernährungsumstellung und eine genaue Anamnese was die Ernährungsgewohnheiten des Patienten betrifft. Ganz grob lässt sich sagen, dass Darmreizstoffe wie Koffein, Zucker und übermäßiger tierischer Eiweißkonsum die Grundlage dafür bilden, dass die Hautoberfläche gereizt reagiert.

Die Haut ist, als sichtbares Organ, ein Spiegel der Seele. Emotionen lassen die Haut bei manchen Patienten "ausschlagen"

Es gibt ja auch das Sprichwort „Diese Situation oder diese Person verursacht mir Ausschlag“. Deshalb ist auch eine seelisch-emotionale Miteinbeziehung der Situation des Patienten unerlässlich um einen bleibenden Effekt in der Behandlung gewährleisten zu können.

Es gibt verschiedene Kräuter, die man bei chronischen Hautreizungen anwenden kann.

Äußerlich: In Form von Ganzkörper- oder Teilbäder bzw. Waschungen mit z.B. Kamille, Käsepappel, Schafgarben, Weidenrinden, Walnussblätter, Stiefmütterchen oder Salbei.
Als Salbe: Hamamelis, Ringelblume, Bingelkraut (mercurialis perennis)
Als Tee: Brennnessel, Schafgarbe, Ringelblume.

Aus meiner Erfahrung ist es wichtig die Kräuter abzuwechseln, damit keine Unverträglichkeiten entstehen. Gerade die Kamille oder die Ringelblume zeigen bei zu langer Anwendung Nebenwirkungen, die durchaus vermeidbar sind.

Es ist wichtig, den Verlauf der Hauterscheinungen zu beobachten und den Patienten anzuregen, ein Befindlichkeitstagebuch zu führen. Hinweise auf die Nahrungsmittel die er zu sich genommen hat sollen genauso vermerkt werden, wie die Menge und Art der Flüssigkeitszufuhr. Emotionale Situationen (Ärger mit dem Chef oder Partner, Schlafstörungen, etc.) und die Wirkung schon angewandter Maßnahmen. Patienten wissen zumeist am allerbesten was ihnen wann gut tut. Ich habe beobachtet, dass, wenn Menschen lernen Kleinigkeiten Aufmerksamkeit zu schenken, sie Meister ihrer Beschwerden wurden. Sie wissen wie lange sie welche Anwendung durchführen können oder sollen, und wann sie selbige wieder beenden und auf ein anderes Heilkraut zurückgreifen müssen. Diese ganz gezielte Patientenwahrnehmungsschulung ist ein wichtiger Baustein der Behandlung.

Man sollte auf jeden Fall davon Abstand nehmen Heilpflanzen wie synthetische Medikamente einsetzen zu wollen. Pflanzen sind zu vielschichtig und großartig, als dass man sie in ein vordefiniertes Schema pressen kann. Das ist auch das delikate und erfrischende am Umgang mit ihnen.

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