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Permakultur - Romantik oder Alternative zur Selbstversorgung

Autor: Angel (-ika M.) Wohofsky am 21. Aug 2010
Sich selbst mit Lebensmitteln versorgen, autark werden, mehr Energie produzieren, als man verbraucht - das klingt alles nach einem einfachen und beschaulichen Landleben. Permakultur zeigt, wie das geht. Ob jedoch diese Lebensform des "slow food" für die Masse salonfähig ist, sei dahingestellt.

Wer will es nicht? Gesundes Gemüse aus dem Garten, frei von Genmanipulation, frisch und appetitlich. So liegt der Selbstversorgergarten mittlerweile im Trend, hört man von den Gärtnern und Landschaftsarchitekten. Denn auch im herkömmlichen Gartendesign hat ein Element der Permakultur Einzug gehalten: die Kräuterschnecke.

So schön das Ding auch aussieht, es ist Teil eines komplexen und miteinander vernetzen Systems der sanften Bewirtschaftung. Permakultur ist also nichts für den modernen Zeitgeist, bei dem es um Geld, Zeit und Ertrag geht. Es ist vielmehr etwas, was mit neuer Langsamkeit und "slow food" umschrieben werden kann. Also genau eine Methode, sich das Gemüse und Obst selbst zu erzeugen, das den Werten der LOHAS-People (Lifestyle of Health and Sustainability) entspricht.

Selbstversorgung im kleinen Kreis

"Die meisten wenden die Kenntnisse der Permakultur privat an. Kaum jemand verdient sein Geld damit.", meint Bernhard Gruber, Permakulturdesigner und Ausbildner bei Perma Norikum. Also nichts fürs Big Business. So sind auch die Teilnehmer, die man bei solchen Kursen antrifft, eher zu den Aussteigern und Autarkiebewussten zu zählen. Der Eindruck, man habe es mit einer gesellschaftlichen Randgruppe zu tun, bleibt nämlich. Dann, wenn man erfährt, welchen Tätigkeiten diese Menschen in Wahrheit nachgehen. Fast jeder hat einen Brotberuf, bei dem man am besten die Permakultur und alternativen Ansichten nicht öffentlich deklariert. Sonst steht der Job an der Kippe.

Umsetzbar unter Zwang

Alle beim Kurs glauben an herausfordernde Zeiten, die auf uns zukommen. Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass der eigene Garten die Familien versorgen hilft. Dann nämlich, wenn es mal aufgrund eines Streiks oder einer Energiekrise zu Engpässen bei der Versorgung kommt. Dafür will man gerüstet sein. Diese Ansicht ist durchaus nachvollziehbar. Ob diese ins Bewusstsein der gesellschaftlichen Mehrheit Eingang findet, sei dahingestellt. "Bitte zeig mir einen Trick, wie  ich meinen inneren Schweinehund überwinden kann, um meinen Balkon als urbanen Permakulturgarten umzugestalten!", hörte die Autorin im Rahmen ihrer Recherchen. Damit drückt sich einfach die Tatsache aus, solange man alles kaufen kann, niemand selbst zum Gärtner wird. Bequemlichkeit pur - und für Permakultur muss man wohl den eigenen A... heben, um daraus was zu machen. Die eigene Lebenshaltung wird einer völligen Veränderung unterzogen. Wer will das schon?

Diejenigen, welche jetzt Kurse zur Permakultur besuchen, waren zumeist in der Vergangenheit zu derartig einschneidenden Lebensveränderungen gezwungen. Und der Mensch verändert sich nur unter Zwang. Damit wird Permakultur ein Instrument bleiben, das den äußeren Zwang benötigt, um wirklich in größerem Ausmaß zur Anwendung zu kommen.

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