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Osteoporose

Dr. Thomas Schwingenschlögl Autor: Thomas Schwingenschlögl am 17. Jun 2009
Anders ausgedrückt: Die Knochen verlieren an Härte. Dadurch steigt die Gefahr von Knochenbrüchen und Wirbelkörpereinbrüchen schon bei geringen Verletzungen.
Frauen sind dabei ca. 10mal so häufig betroffen wie Männer. Besonders gefährdet sind Frauen im Wechsel, weil durch den Wegfall der schützenden weiblichen Hormone ein rascher Knochenabbau einsetzt.

Bei Verdacht auf Osteoporose ist eine rasche und frühzeitige Abklärung entscheidend, denn je früher eine Therapie begonnen wird, desto leichter lässt sich die Knochendichte stabilisieren.

Grundsätzlich ist unser Knochen ein lebendes Gewebe, das ständig auf- und abgebaut wird. In der Kindheit und Jugend wird dabei im Wachstum der Knochen aufgebaut. Um das 30. Lebensjahr herum erreicht er seine maximale Knochenmasse und Festigkeit. Danach geht es leider bergab, wobei ein Knochendichteverlust von 1-2% pro Jahr durchaus normal ist.
Sport und Bewegung, kalzium- und Vitamin D- reiche Ernährung stärken während des ganzen Lebens Ihren Knochen und beugen der Osteoporose vor.

Wer ist besonders gefährdet?
 
Gefährdet sind Menschen mit Osteoporose in der Familie. Eine Unverträglichkeit von Milch oder Milchprodukten und der damit verbundene Kalziummangel hemmt den Knochenaufbau. Verminderte sportliche Aktivität, vor allem in der Jugend, und längere Phasen von Bewegungsarmut (Gips oder Krankheiten) führen schnell zu einem Knochenverlust. Essstörungen wie die Magersucht, Zigaretten- und Alkoholkonsum sowie manche Medikamente wie Cortison und blutverdünnende Substanzen schädigen direkt den Knochen.

Osteoporose betrifft das gesamte Skelett. Schenkelhals, Wirbelsäule und Unterarmknochen sind besonders gefährdet. Abgesehen von den akuten Schmerzen bei einem Knochenbruch sind auch chronische Rückenschmerzen typische Symptome für die Osteoporose. Verdächtig ist aber auch die Ausbildung eines Rundrückens oder die Abnahme der Körpergröße um mehr als vier Zentimeter.

Für die exakte Diagnose sind Röntgenbilder der Wirbelsäule, eine Knochendichte-messung sowie eine Blut- und Harnanalyse des Knochenstoffwechsels notwendig.

Therapeutische Grundlagen

Um den Knochenschwund zu verhindern steht heutzutage eine Fülle von wirkungsvollen Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.

Grundsätzlich ist für jeden Menschen eine kalziumreiche Ernährung entscheidend. Kalzium kommt in großen Mengen in Milch und Milchprodukten (Joghurt, Buttermilch, Käse), in Salaten und Gemüse (Fenchel, Broccoli, Hülsenfrüchte, Nüsse) sowie Vollkornprodukten vor.
Der reichliche Aufenthalt an der frischen Luft und eine gelegentliche mäßige Sonnenbestrahlung der Haut beugen ebenfalls der Osteoporose vor, da dadurch die Bildung von Vitamin D gefördert wird. Vitamin D wiederum ist für die Aufnahme des Kalziums aus der Nahrung in den Knochen äußerst wichtig. In der Nahrung kommt Vitamin D in Seefischen, Eigelb, Margarine und Milchprodukten vor.
Generell sind reichlich Bewegung, eine allgemeine Muskelstärkung und eine Gymnastik der Wirbelsäule zur Knochenstärkung anzuraten.

Neue Medikamente

Eine ausreichende Versorgung mit Calcium oral (zusätzlich 500 bis 1000 mg Calcium pro Tag) und Vitamin D3 (400 bis 1000 Einheiten pro Tag) ist Grundlage jeder medikamentösen Osteoporosetherapie. Besonders dem Vitamin D wird ein hoher Stellenwert eingeräumt. Es empfiehlt sich den Vitaminspiegel im Blut regelmäßig bestimmen zu lassen. Bei zu tiefen Werten wird zusätzlich Vitamin D verabreicht.

Ist die Osteoporose bereits stark ausgeprägt oder sind Knochenbrüche eingetreten, müssen zusätzlich knochenaufbauende Medikamente eingesetzt werden. Eine breite Palette von wirksamen Substanzen steht heutzutage zur Verfügung.
Dabei gibt es Präparate zum Schlucken, die täglich oder einmal pro Woche eingenommen werden. Dabei muß man sich aber stets exakt an die Einnahmevorschriften halten. Wer dies nicht verträgt, für den gibt es die Möglichkeit einer Infusion alle drei Monate oder der „Drei-Monatsspritze“. Neu am Markt ist ein Medikament, das überhaupt nur einmal im Jahr als Infusion verabreicht wird. Alle neuen Präparate stärken unsere Knochen und werden gut vertragen.

Die Osteoporose ist ein großes Problem in unserer Gesellschaft. Vor allem alte Menschen werden durch Knochenbrüche zunehmend unbeweglich und damit auch sozial isoliert.
Dank ausgezeichneter diagnostischer und therapeutischer Möglichkeiten kann diese Erkrankung jedoch oft verhindert werden.

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