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Natürliche Ernährung - Wurzel unserer Gesundheit Teil 8

Günstige Glycämie-Indices Tabelle Autor: Günter Nöll am 25. Mär 2010
Glucose und Insulin
Was aber ist denn so problematische an „raffinierter“ Industrienahrung? Insbesondere, was kann denn nun am Zucker, speziell der Glucose, wirklich so gesundheitsschädlich sein? Werden doch 20% des gesamten Energieumsatzes unseres Körpers ausschließlich in Form von Glucose an unser „wichtigstes“ Organ geliefert, an das Gehirn!

Günstige Glycämie-Indices Tabelle

Nahrung, die uns gesund macht - Nahrung, die uns krank macht.

Glucose entsteht durch Photosynthese in der Pflanze, wird allerdings - etwas vereinfacht gesprochen - sogleich zu Riesenmolekülen zusammengekettet, die als Stärke abgespeichert werden. Freie Glucose liegt also in der Natur praktisch nicht vor, im wesentlichen ist sie immer nur kurzlebiges Zwischenprodukt. Mehl aus Getreide (also kleinste Stärkekügelchen) ist unverdaulich. Erst über Quellvorgänge in Wasser (z.B. Keimen), Gärungsprozesse (Sauerteig) und Erhitzen (Backen von Brot) werden die Speichermoleküle soweit zerkleinert, dass sie schließlich etwa von unserem Speichel wieder in die Einzelbestandteile zerlegt werden können:
je länger man Brot kaut, umso süßer schmeckt es!

Im Zucker - gleich ob weiß oder braun – liegt jedoch die Glucose, ähnlich wie in Brot, in praktisch sofort verwertbarer Form vor. Als Traubenzucker (Dextro-Energen) wird sie übrigens sogar in reinster Form vermarktet.  Diese Glucose kann nun sozusagen im D-Zug-Tempo ins Blut gelangen und erhöht dort den Blutzuckerspiegel  in derart rasanter Weise (vgl. die nebenstehenden Diagramme – hier vor allem die „schädliche“ Reaktion), wie dies beim Verzehr unbearbeiteter, natürlicher Lebensmittel (etwa Obst) gar nicht möglich ist (Diagramm: „normale“ Reaktion). Die nämlich müssen in vergleichsweise langsamem Tempo erst einmal verdaut und vielfach erst zum Schluss in Glucose (sprich Blutzucker) umgewandelt werden.

Unser Körper versucht, den Blutzucker immer so konstant wie möglich zu halten. Eine entscheidende Rolle spielt dabei das Insulin, das aber bei unnatürlich hohem und plötzlichem Glucose-Ansturm gar nicht so schnell gegensteuern kann. Die Folge: extreme Schwankungen sowohl im Blutzucker- als auch im Insulin-Spiegel (vgl. zweites Diagramm). Neben Hungerattacken in der Unterzuckerungsphase führen erstere, wenn sie immer wieder vorkommen, schließlich in die Zuckerkrankheit (TYP II – Alters-Diabetes) – übrigens sind deren Spätfolgen durch ebensolche unkontrollierten (unkontrollier¬baren) Über- und Unterzuckerungen verursacht. Und die überflüssige Glucose wird u.a. prompt als Fett in den Fettzellen abgespeichert (Zucker macht dick!). Die Insulin¬schwankungen hingegen werfen unseren gesamten Hormonstoffwechsel aus dem Gleichgewicht: Insulin beeinflusst unmittelbar die Cholesterin-Synthese und, da Cholesterin das Basismolekül für viele unserer Hormone ist, eben auch die gesamte hormonelle Balance. U.a. sind eine erhöhte Gerinnungsfähigkeit des Blutes sowie eine Schwächung des Immunsystems die Folge.

Wie sehr bestimmte Nahrungsmittel zu den eben beschriebenen Entgleisungen führen bzw. welche Lebensmittel in dieser Hinsicht eher unproblematisch sind, wird durch den Glycämie-Index  (G-I) bzw. durch den Insulin-Index (I-I) charakterisiert. Häufig verlaufen beide Indizes parallel zueinander: ist der eine hoch, so gilt das auch für den anderen – solche Nahrungsmittel sind problematisch. Gerade die so beliebten Kartoffeln sowie Yoghurt fallen in diesem Zusammenhang besonders unangenehm auf: ihr Insulin-Index ist außergewöhnlich hoch!

Diabetes-Spätfolgen samt den ebenfalls durch Fehlernährung und falsche Lebensführung verursachten Gefäßerkrankungen führen die Todesstatistiken bekanntlich mit über 50% an. Dass ein Grenzwert von 10% für einen maximalen Zuckerkonsum sinnvoll ist, darüber ist man sich aus wissenschaftlicher/medizinischer Sicht seit Jahren ziemlich einig! Nicht jedoch auf Seiten der Nahrungsmittelindustrie: Profit kontra Gesundheit! Dazu in der nächsten Folge.

Die Nahrungsmittel-Industrie ist bei über 6 Milliarden Menschen auf dieser Erde zum „big business“ geworden und verspricht weiterhin weltweit gigantische Zuwachsraten! Andererseits: sie hängt essentiell vom Verhalten der Verbraucher ab – was nicht verbraucht wird, das wird auch nicht mehr produziert.

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