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Nachweis des Zusammenhanges von künstlichen Sexualhormonen und Brustkrebs

Teamleiter Prof. Dr. Josef Penninger (Direktor des IMBA - Instituts für Molekulare Biotechnologie der ÖAW) Autor: Ernst Zlo am 02. Jul 2011 NEU
In der Zeitschrift Thema Forschung Nr. 8 (2011) der ÖAW (Österreichische Akademie der Wissenschaften) erschien ein Artikel über den Nachweis des Zusammenhanges von künstlichen Sexualhormonen und Brustkrebs.
Teamleiter Prof. Dr. Josef Penninger (Direktor des IMBA - Instituts für Molekulare Biotechnologie der ÖAW), links im Bild, beantwortete uns Fragen dazu.

© Bild: IMBA / Rainer Wohlfahrt

Interview mit Josef Penninger
für „Ihr Einkauf“



IE: Ihre Forschungsgruppe konnte ein körpereigenes Protein (Eiweiß) RANKL,
das in trächtigen Mäusen für funktionierende Brustdrüsen sorgt, dafür
"verantwortlich" machen, dass es - in zu hoher Dosierung - Brustkrebs
erzeugt. Führt künstliches Progesteron tatsächlich aber zu einer erhöhten
Produktion von diesem Protein und damit zu einer "Begünstigung" von
Brustkrebs?


J.P.: Ja, es gibt diesen Zusammenhang. Wir haben dazu eine wissenschaftliche Studie gemacht, die in der Fachpublikation „Nature“ veröffentlicht wurde. Ein gewisses synthetisches Sexualhormon, das in Hormonpräparaten eingesetzt wird, steigert in Brustdrüsenzellen von Mäusen die Produktion von RANKL. Dies regt die Zellen zur Teilung an und schützt sie gleichzeitig davor, bei Genschäden vom Körper eliminiert zu werden. Das sind die wesentlichen Voraussetzungen für die Entstehung von Krebs.

IE: Da das Protein RANKL auch beim Knochenauf- und abbau mitwirkt, ist
auch Osteoporose (Knochenverfall) in diesem Zusammenhang zu nennen. Da es
für die Therapie gegen Osteoporose ein in den USA zugelassenes Medikament
gibt, das die Überproduktion von RANKL hemmt: Sehen Sie Hoffnungen für den
europaweiten Einsatz gegen Brustkrebs?


J.P.: Dieser Antikörper ist mittlerweile auch hier zugelassen und zwar für Osteoporose und bei Knochenmetastasen, die von soliden Tumoren in der Brust ausgehen. Ein interessanter Ansatz wäre nun, ob man das Medikament auch präventiv gegen Brustkrebs einsetzen könnte. Dazu muss man aber noch ausführliche klinische Studien machen, es wird also noch eine Weile dauern.

IE: Gibt es Untersuchungen, ob auch der Abbau der Kieferknochen
(Parodontitis) in einen Zusammenhang mit erhöhtem RANKL zu sehen ist?


J.P.: Jeder Knochenschwund beruht auf der Aktivität von RANKL, das seinerseits die Knochenfresszellen aktiviert. Somit besteht natürlich auch hier ein Zusammenhang.

IE: Sind Substanzen aus der Komplementärmedizin ("Alternativmedizin")
bekannt, die eine ähnlich hemmende Wirkung auf das Protein RANKL haben?


J.P.: Mir ist derzeit noch nichts darüber bekannt. Die Wissenschaftswelt ist aber so komplex und aktiv, ich kann mir gut vorstellen, dass es Leute gibt, die daran bereits forschen.

IE: Wird Ihr Institut mit ausreichenden Mitteln versorgt oder besteht
Interesse an privaten Subventionen?


J.P.: Der Erfolg der modernen Wissenschaft ist immer sehr von der Finanzierung abhängig, da die hochspezialisierten Technologien und auch hochkarätige Forscher Geld kosten. Es gibt einige tolle Wissenschaftler, die ich zum Beispiel noch gerne an mein Institut holen würde wollen, insofern haben wir natürlich immer sehr starkes Interesse an privaten Investoren, die uns in unserer Vision „Krankheiten fundamental zu verstehen“ unterstützen wollen.

IE: Herzlichen Dank für die Beantwortung der Fragen!


Anm: Der Link führt auf die Seite der ÖAW zum Download der Zeitung Thema 8/2011 (PDF), die den Artikel über Prof. Dr. Josef Penninger und sein Team enthält.

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