Autor: Sana Brauner am 21. Mai 2008 Worüber unser Medium vor nunmehr fast 10 Jahren unter dem Thema "Elektrosmog" berichtete, findet jetzt auch unter Ärzten eine verantwortungsvolle Haltung. Die Wiener Ärztekammer sieht sich in ihren Warnungen bezüglich eines zu sorglosen Umgangs mit der Mobiltelefonie durch die jüngsten Forschungsergebnisse der AUVA "voll und ganz" bestätigt.
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Die von den AUVA-Experten empfohlenen Verhaltenstipps zum sicheren "Handyfonieren" deckten sich sehr stark mit jenen, die von der Ärztekammer bereits vor mehr als zwei Jahren vorgestellt wurden, betonte der Umweltreferent der Ärztekammer für Wien und Autor der "10 medizinischen Handy-Regeln", Erik Huber. Es sei höchst an der Zeit, dass sich auch Mobilfunkbetreiber künftig danach richten und entsprechende Warnhinweise beim Handykauf beilegten.
Von der Mobilfunkindustrie nicht finanzierte Forschungen zeigten eindeutig ein Gefährdungspotenzial, das einen verantwortungsvollen Umgang beim Gebrauch von Handys nahelege.
Huber: "Noch ist die Zeit zu knapp, um wirklich überblicken zu können, was Mobilfunkstrahlen auf lange Sicht, also über mehrere Jahrzehnte, im menschlichen Organismus bewirken können." Die Evidenz für ein kumulatives Risiko, also zum Beispiel für Vieltelefonierer oder Kinder, verdichte sich in letzter Zeit aber immer mehr. Daher müsse man unbedingt im Sinne eines umfassenden medizinischen Vorsorgegedankens zu "hoher Vorsicht bei exponiertem Handy-Telefonieren" raten.
"Mehr als verwundert" ist Huber über die Tatsache, dass es noch immer keine verpflichtenden Hinweise beim Verkauf eines Handys in den Geschäften gäbe. Hier sei der Gesetzgeber gefordert, im Sinne der Konsumenten stärker auf das Gefährdungspotenzial hinzuweisen und eine entsprechend offensive Informationspolitik zu betreiben.
Abgesehen von der Wiener Ärztekammer, die als erste vor einer möglichen Gefährdung bei zu häufigem Handy-Telefonieren gewarnt habe, und nun der AUVA hätte bereits der Oberste Sanitätsrat eine entsprechende Warnung vor allem in Bezug auf Kinder und Jugendliche erlassen. Huber: "Die Politik ist also gut beraten, den immer lauter werdenden Warnungen von Ärzten und Forschern Gehör zu schenken, statt auf die regelmäßigen Beschwichtigungsversuche der Mobilfunk-Lobby zu hören."
Die Ärztekammer werde jedenfalls weiterhin das "Sprachrohr der Patienten" in dieser Sache bleiben. "Vor kurzem haben wir das Plakat mit unseren "10 medizinischen Handy-Regeln" in dritter Auflage herausgegeben. Nur so konnten wir die ungebrochen große Nachfrage erfüllen", betont Huber. Mittlerweile sei das Plakat bereits in mehrere Sprachen übersetzt und würde vermehrt auch aus dem Ausland, vor allem von Schulen, angefordert werden. Dies sei Beleg dafür, wie wichtig das Thema vor allem für Kinder und Jugendliche und deren Eltern geworden sei, so Huber abschließend.
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