Lesen Sie hier die Fortsetzung des Artikles "Loslassen von Verletzungen Ein Ritual nach Siegfried Essen Teil 1"
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Die Person, von der du dich verletzt gefühlt hast, ist dir gegenüber und du machst dir mehr als vorhin aus sicherer Entfernung, aus der Geborgenheit der bedingungslosen Liebe, deine Verletzungsgefühle von damals bewusst, so vollständig wie möglich. Du merkst, es geht jetzt schon viel leichter, denn du bist ja nun an deine Quelle angeschlossen. Ja, du kannst jetzt voller Mitgefühl dein Herz für dich von damals öffnen. Lass deine Tränen fließen, wenn sie wollen.
Nun kannst du dich auch besser erinnern: Welche Gefühle hattest du als erstes?
Hast du dich alleingelassen gefühlt oder im Stich gelassen? Oder blamiert, betrogen, übergangen oder nicht gesehen, nicht gehört gefühlt? Oder hattest du das Gefühl, gebraucht oder missbraucht geworden zu sein?
Schäme dich nicht für dich oder die Situation. Vielleicht fallen dir bei der Aufzählung dieser Beispiele noch ganz andere Gefühlsreaktionen ein. Und vielleicht erinnerst du ähnliche Verletzungsgefühle auch aus anderen Situationen deines Lebens.
Sei so vollständig wie möglich. Bewusstwerdung ist Heilung, mehr braucht es nicht. Alles Aufgestaute und Verdrängte kann jetzt ins Bewusstsein gelangen und heilen. Allen Gefühlen von damals kannst du jetzt erlauben, abzufließen. Nimm die früheste Situation, die du erinnern kannst, und frage dich: Was ist der eigentliche Schmerz und was hätte ich damals gebraucht?
Vielleicht fallen dir jetzt noch mehr Dinge ein, die dir damals gut getan hätten. Nimm auch sie aus der unendlich gebenden Quelle, soviel und solange du es brauchst, bis du zufrieden bist, sicher und angeschlossen. Lass dir Zeit!
Nun frage dich, was die Reaktionen oder Beschlüsse sind, mit denen du dich damals notdürftig zu schützen versucht hast? Ich zähle wieder ein paar Typische auf: „Ich lass das nie wieder zu.“ „Ich zahl es dir heim." "Ich zeig dir meine Gefühle nie wieder." Usw. Jetzt fällt dir vielleicht auch ein, wie du diese Schutzbeschlüsse vielleicht verallgemeinert und auf andere Personen und auf andere Zeiten übertragen hast, oder wie du dich dadurch gedanklich oder sogar in deinem Verhalten mit diesen Personen viel unzählige Male beschäftigt hast.
Entscheide nun, ob du die Wünsche und Erwartungen an diese Person loslassen willst oder kannst, weil du sie nicht mehr brauchst und ob du die zwanghafte Beschäftigung mit der Wiedergutmachung deiner Verletzungen aufgeben willst, d.h. ob du bereit bist, auf diese Schutz- und Rachebeschlüsse zu verzichten.
Du verzichtest damit nicht auf die Möglichkeit, dich zu schützen, wütend zu sein oder dich zurückzuziehen, wenn es für eine Situation angebracht erscheint, sondern du verzichtest auf den Zwang, den Automatismus, in allen Situationen, die dich nur irgendwie an jene Verletzung erinnern, immer gleich zu reagieren.
Wenn du bereit bist, überprüfe diese Entscheidung, indem du die Hände öffnest, wie wenn man loslässt, und indem du laut oder leise sagst: „Ich lasse die Erwartung los, dass ich das...... (was ich gebraucht hätte), je von dir..... (Name) bekommen werde. Ich vergebe dir. Ich lasse dich los."
Nachtrag: Wenn Sie diese Worte nicht über die Lippen bringen oder Ihre Hände sich nicht wirklich öffnen wollen, kann es sein, dass Sie sich noch nicht alle Aspekte Ihrer Verletzung bewusst machen konnten. In diesem Fall wenden Sie sich Ihrer Quelle noch einmal zu und vergewissern sich, dass Sie von dort alles bekommen, was Sie brauchen und geschützt sind für jeden Schmerz, wie groß er auch sei. Spüren Sie noch einmal jener Verletzung nach, wahrscheinlich fällt dir ein Aspekt Ihres Schmerzes ein, den Sie noch nicht genannt haben oder eine noch tiefere Verletzung oder ein Schmerz aus einem ganz anderen Zusammenhang. Und kaum haben Sie es sich bewusst gemacht, schon reagiert dein Körper und Sie können Ihre Hände öffnen und loslassen.
Ich danke Siegried Essen (www.siegfriedessen.com) für sein Einverständnis, diese Übung weitergeben zu dürfen. Alles Liebe für Sie! Brigitte Mühlberger*
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