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Krise führt zum Wandel

Autor: Harald Hutterer am 10. Jan 2009
Welt im Wandel – wie es dazu kam
Die Menschheit und die Erde befinden sich in einer Krisensituation. Umweltzerstörung, Klimawandel, Hunger, rasant wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, Zusammenbruch des Finanzsystems sind klar erkennbare Symptome im Außen. Das Ansteigen von Vereinsamung, Stress, Burn Out, Sinnentleerung und Angst zeigen sich als innere Symptome.

Welt im Wandel - wie es dazu kam

Eine Betrachtung unserer Geschichte zeigt uns nicht nur, wie es dazu kam, sondern auch, worin die logische Fortsetzung bestehen wird. Die Krise als Lehrmeister zeigt uns, dass durch Bewahrung der Qualitäten des Erreichten und Integration verlorener Dimensionen ein neues Weltbild entsteht, das für Menschheit und Natur eine blühende Zukunft ermöglicht.

Bis zum Ende des Mittelalters stand die Suche nach einem jenseitigen Ziel im Mittelpunkt.
Autorität und Selbstaufopferung für das Gemeinwohl wurden in Systemen gelebt, in denen Rechtschaffenheit, Disziplin, Verantwortlichkeit, Stabilität, Standhaftigkeit und Ordnung vorherrschten. Die Menschen lebten in Kooperation unter sie beschützenden Herrschern. Das Individuum trat in den Hintergrund.

Mit dem Beginn der Neuzeit, ...
...
in der Renaissance und vor allem in der Aufklärung begann eine immer stärker werdende Individualisierung der Menschen. Descartes und Newton vollzogen die Trennung von Geist und Materie. Das materialistisch-mechanistische Weltbild begann seinen Siegeszug.
Die globalen Umweltprobleme und die rasant zunehmende materielle Ungerechtigkeit erreichen im Klimawandel und in den zusammenbrechenden Finanzmärkten einen Höhepunkt. Grenzenloser Wettbewerb, rücksichtsloser egoistischer Kampf um Macht, Status und materiellen Wohlstand haben eine Krise gebracht, die zeigt, dass das materialistisch-mechanistische Weltbild endgültig an seine Grenzen stößt. Die sich rasant verschärfenden Krisensymptome erzwingen einen fundamentalen globalen Wandel.

Hand in Hand mit der Krise im Äußeren leiden die Menschen in ihrer vereinsamten Individualität in stark steigendem Ausmaß unter seelischen Problemen.
Das Streben nach immer mehr Wohlstand und nach dem damit verbundenen Status führt für viele in einen dauerhaften Zustand der Unzufriedenheit. Wir haben es heute mit hochgebildeten Menschen zu tun, die mehr materiellen Wohlstand und Freiheit haben als früher, aber weniger Geborgenheit.
Als logische Reaktion auf den steigenden Leidensdruck, den die Krisensymptome verursachen, beginnt sich bei immer mehr Menschen eine neue Weltsicht zu entwickeln.

Welt im Wandel – wie es weiter gehen kann

Diese Weltsicht ist auf Gemeinschaft, Gleichheit und Konsens bedacht. Der Fokus verschiebt sich vom Streben nach persönlichen Errungenschaften auf gemeinschaftsorientierte Ziele. Es geht nun darum, Gleichheit, Ebenbürtigkeit und Sensitivität zu etablieren. Dazu kommt die Liebe zur Natur.

Wir kehren damit jedoch nicht zurück ins Mittelalter. Die Errungenschaften der Individualisierung bleiben erhalten und es entsteht eine andere, neue Gemeinschaft von starken Individuen. Auch die Errungenschaften von Wissenschaft und Technik bleiben uns erhalten. Wir setzen diese jedoch so ein, dass wir den Raubbau an den Ressourcen unseres Planeten beenden.

Von zentraler Bedeutung ist dabei ein Bewusstseinswandel der Mehrheit der Menschen. Dies kann gelingen, indem wir uns intensiv mit den Werten beschäftigen, die uns tragen und damit eine solide Basis für den Sinn unseres Daseins erkennen. Auf dieser Basis ergibt sich automatisch ein Hinterfragen unserer materialistischen Lebensstile. Die Befassung mit nachhaltigen Lebensstilen zeigt, dass diese die sozialen Bindungen, die Lebenszufriedenheit und damit die seelische Gesundheit fördern. Dadurch und durch die äußeren Effekte solcher Lebensstile verbessert sich schließlich auch die körperliche Gesundheit.

Das vorherrschende Ziel des Wirtschaftswachstums hat unsere natürlichen Lebensgrundlagen und unser seelisches Wohlbefinden in schwere Bedrängnis gebracht. Das einzige, was wachsen sollte, ist die Lebensqualität aller Menschen auf dem Planeten, einhergehend mit einer immer positiver werdenden subjektiven Wahrnehmung dieser Lebensqualität.

Es geht also in Richtung Glück und Gesundheit in einer Gesellschaft, die Kooperation und ideelle Werte anstelle von Wettbewerb und materiellen Werten in einer Gemeinschaft von sich entfaltenden Individuen in den Mittelpunkt rückt.

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