Autor: Roland Grün am 20. Sep 2011 Österreich ist im europäischen Vergleich nicht nur Spendenweltmeister, sondern ein Land mit Heeren von Freiwilligen, die das Leben in der Gesellschaft angenehmer und menschlicher machen © Bild: Caritas Wien |
Zuletzt besuchte ich einen Vortrag von Dr. Werner Binnenstein-Bachstein, Geschäftsführer der Caritas der Erzdiözöse Wien, Herr über 4000 Mitarbeiter.
So viel an Professionalität und Auseinandersetzung mit der Not von Mitmenschen, geballt mit einer klaren Linie, was die Einbindung von Freiwilligen - bei der Caritas spricht man von Ehrenamtlichen - betrifft, hätte ich mir nicht erwartet.
Ob es den Bereich Altenpflege, Pflege von Menschen mit besonderen Bedürfnissen, Asylantenbetreuung, Nothilfeaktionen bei Katastrophenfällen - zuletzt Hungersnot in Ostafrika - der Unterhalt von Schulen - betrifft, ein gewachsener Konzern der Nächstenliebe und Aufopferung, eine sogenannte international bezeichnete NPO, eine NON PROFIT ORGANISATION, die es täglich schafft dort hinzuschauen, wo Otto & Anna Normalverbraucher nicht hinschauen wollen (mich inklusive), aber Tag für Tag professionelle Kräfte - die Caritas bietet eine klare Ausbildung für alle seine Mitarbeiter an - Aufgaben im Dienste der Nächstenliebe für Menschen wie Du und Ich erfüllen. Selbst Personen, die ehrenamtlich sich engagieren, zum Beispiel in der Sterbebegleitung im Rahmen des Bereiches Hospiz, erhalten eine professionelle Ausbildung.
Mit einem Budget von über 200 Mio. € - davon sind etwa 10% Spenden, die nicht einmal als Fix-Einnahmen angenommen werden können - steht an der Spitze der Organisaton der Direktor, Msgr. DDr. Michael Landau, den wir alle aus den Medien kennen, und darunter gibt es zwei Geschäftsführer, einer davon Dr. Werner Bimstein-Bachstein, ein Vorarlberger, der sich im Studium an der WU Wien intensiv mit dem Bereich von NPOs befasst hat und dann die Praxis bei der Caritas Wien in verschiedenen Bereichen von der Pike auf kennen gelernt hat, bis er 2008 zum Geschäftsführer berufen wurde.
Gerne werden wir Österreicher als Spendenweltmeister bezeichnet, sei es Licht ins Dunkel, sei es Nachbar in Not, usw. wir Österreicher sind ein mitteleuropäisches Volk, dem es nicht egal ist, wie es Mitmenschen egal wo sie leben geht, sondern wir sind das ganze Jahr über bereit, Organisationen finanziell zu unterstützen, damit diese professionell helfen können - der vom ehemaligen, von mir besonders wegen seines unermüdlichen Einsatzes verrehrte Prälat Dr. Unger brachte es auf den Punkt: helfen Sie uns, damit wir helfen können.
Dr. Bimstein-Bachstein gefragt, was das Schwierigste im Umgang mit Mitarbeitern ist, kam zur Antwort: immer wieder melden sich zum Beispiel Manager aus der Privatwirtschaft, die endlich in ihrem Leben etwas Sinnvolles machen wollen. Doch gerade Menschen mit überproportionalem Helfersyndrom sind es, die bei ihrer täglichen Arbeit für die Caritas selbst Supervision und Coachings brauchen, damit Ihnen klar wird, dass an erster Stelle Professionalität und nicht überbordende Emotionen gefragt sind. Daher ist ein wichtiger Baustein in der Personalpolitik die Jobrotation. Gerade in den Bereichen Pflege und Asylbetreuung wird Mitarbeitern, die sich schon sehr lange in diesem Bereich bewähren, angeboten, sich anderen Themen zuzuwenden, um nicht in die Burn-Out Falle zu tappen.
Und noch was: Diversity - die Caritas lebt schon sehr, sehr lange das jetzt so in Mode gekommene Schlagwort für Diversität - an Kultur, an Sprache, an Herkunft usw. Gerade in den verschiedenen Tätigkeitsbereichen ist eine Stärke, selbst mit Profis aus den verschiedensten Kulturkreisen tätig zu werden.
Abschließend noch eine Zahl, die mich stolz macht Österreicher zu sein: 48% der Österreicher engagieren sich freiwillig in Vereinen bzw. Organisationen am Dienst für die Allgemeinheit, in Deutschland sind es im Vergleich nur 23%.
O Tu Felix Austria ....
Um Kommentare erstellen zu können, bitte einloggenHilfe
Als Mitglied können Sie auf Facebook einen Kommentar posten. Dazu müssen Sie sich einloggen.

