Autor: Sana Brauner am 18. Nov 2010 Nicht auf Gesundheitsrisiken getestete Produkte drängen auf Lebensmittelmarkt in der EU - so lautet die aktuelle Presseinfo von Testbiotech, dem Institut zur unabhängigen Folgenabschätzung in der Biotechnologie. Die europäische Lebensmittelbehörde EFSA befürwortet die Zulassung eines gentechnisch veränderten Mais, mit acht zusätzlich eingefügten Genen.
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Der Mais mit der Markenbezeichnung „SmartStax“, der in der EU als Lebens- und Futtermittel zugelassen werden soll, produziert sechs verschiedene Bt-Insektengifte. Zudem ist er gegen zwei Unkrautvernichtungsmittel resistent gemacht worden. Er wurde von den Firmen Monsanto und Dow AgroSciences durch Kreuzung verschiedener gentechnisch veränderter Pflanzen entwickelt. Auf diese Weise hergestellte GenPflanzen werden auch als „Stacked Events“ bezeichnet. In den USA und Kanada ist SmartStax bereits für den Anbau zugelassen.
Zudem ist er gegen zwei Unkrautvernichtungsmittel resistent gemacht worden. Er wurde von den
Firmen Monsanto und Dow AgroSciences durch Kreuzung verschiedener gentechnisch veränderter Pflanzen entwickelt. Auf diese Weise hergestellte GenPflanzen werden auch als
„Stacked Events“ bezeichnet. In den USA und Kanada ist SmartStax bereits für den Anbau
zugelassen.
Die EFSA hat sich für die Zulassung von SmartStax ausgesprochen, ohne Tests zur Überprüfung der gesundheitlichen Risiken der Pflanzen mit dieser Genkombination zu verlangen. Sie stützt ihre Empfehlung im Wesentlichen auf die Risikobewertung der Ausgangspflanzen, die für die
Kombinationskreuzungen verwendet wurden. Testbiotech bewertet die Stellungnahme der EFSA als inakzeptabel: Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass BtInsektengifte in ihrer Giftwirkung
wesentlich verstärkt werden können, wenn sie miteinander kombiniert oder in Kontakt mit anderen CoFaktoren kommen.
„Vor allem in den USA werden immer öfter gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut, in die nicht nur einzelne, sondern mehrere zusätzliche Gene eingebaut wurden. Die EFSA befürwortet generell die Marktzulassung von Stacked Events, ohne dass diese Pflanzen zuvor auf gesundheitliche Risiken untersucht worden sind. Der Markt der EU droht so mit gentechnisch veränderten Pflanzen überschwemmt zu werden, die nie auf ihre Unbedenklichkeit getestet wurden“, sagt Christoph Then von Testbiotech.
Nach Ansicht von Testbiotech müssen Pflanzen mit Stacked Events umfassend auf Risiken
untersucht werden, da Kombinationswirkungen sich oft nicht durch eine Prüfung der einzelnen
Bestandteile abschätzen lassen. Neben den sechs verschiedenen Insektengiften, die in SmartStax enthalten sind, muss zusätzlich mit Rückständen von den Unkrautvernichtungsmitteln gerechnet werden, gegen die der Mais resistent gemacht wurde. Trotzdem gab sich die EFSA mit Tests zufrieden, bei denen SmartStax lediglich 42 Tage an Masthähnchen verfüttert wurde, um die Futterverwertung zu überprüfen. Testbiotech fordert die Kommission und die EU Mitgliedsländer auf, die Bewertung der EFSA zurückzuweisen und dafür zu sorgen, dass die Prüfstandards verbessert werden.
Konsumenten können und sollen ihre Macht einsetzen
Als Konsument hat man umso achtsamer einzukaufen, denn Maisprodukte sind in relativ vielen Lebensmitteln vorhanden, allerdings sind sie kennzeichngspflichtig und werden deswegen von der Lebensmittelindustrie meist vermieden. Der gentechnisch veränderte Mais und Soja kommen am ehesten als Tierfutter in die Nahrungskette. Da können und sollen wir als Konsumenten beim Einkauf die gentechnikfreie Landwirtschaft stärken, indem wir Bioprodukte kaufen. Setzen wir als Konsumenten ein Machtzeichen!
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