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Autor: Dipl.-Päd. Michael Karjalainen-Dräger am 11. Feb 2011 Die Geschichten der Bibel sind ein kostbarer und unendlicher Schatz menschlicher Weisheit, sie als solche zu verstehen erfordert eine ganzheitliche und tiefenpsychologische Sicht. Auf diese Weise werden sie zu einer umfassenden Beratungsquelle in persönlichen Lebensfragen. Die Schöpfungsmythen, die jeder Kultur innewohnen, gibt es auch im christlichen Abendland in Form der ersten Texte des "Buches der Bücher".
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Ins Leben "geworfen" zu werden ist das Schicksal (lt. Ruediger Dahlke das geschickte Wohl, lat. salus) aller Menschen. Wer nicht raus wollte aus dem Paradies (dem Mutterschoß, dem Unendlichen, der Ewigkeit), der hätte keine Existenzberechtigung, zumindest keine materielle, körperliche. Wer als Mensch geboren werden will, muss damit zu Rande kommen, dass er die Erkenntnis erlangt, in eine duale Welt zu kommen, in der es Polaritäten gibt und deren Bewertungen, wie z. B. Gutes und Böses. Verstrickt in diese Dualität kann keiner von uns "sauber", heil und ganz bleiben. Unser Lebensauftrag ist es daher, diese Ganzheit wieder zu finden, die wir vor unserer Existenz erlebt haben, biblisch gesprochen vom Paradies in den Himmel zu gelangen.
Wie alle Bibelgeschichten sind auch die Schöpfungsmythen, deren einer die Paradieserzählung ist, "Märchen" eines immer gegenwärtigen Jetzt, auch wenn sie vor vielen Jahrhunderten verfasst, erzählt und aufgeschrieben wurden. Als solche eignen sie sich hervorragend für die persönliche Reflexion des Lebens, weil sich jede/r in ihnen wiederfinden kann. Ebenso lassen sich durch diese Schau auf das eigene Leben im Spiegel dieser Texte auch not-wendende Schritte für die Entwicklung der Persönlichkeit ableiten - und daraus resultiert dann auch die Antwort auf ganz aktuelle, alltägliche Lebensfragen.
Als Basis des christlichen Abendlandes bilden die Bibeltexte auch Themen des kollektiven Unbewussten ab und helfen diese ins Bewusstsein zu bringen. Alles, was im Bewusstsein ist, kann ich mir vertraut machen und so bewusst für mein Leben nutzen.
Im Schöpfungsmythos von der Erschaffung des Menschen aus der Ackererde, als Mensch (hebr.: adam) und Leben (hebr.: eva) als Mann (hebr.: isch) und Frau (hebr.: ischa) und beseelt vom göttlichen Lebensatem (hebr.: ruach) liegt eine grundlegende Weisheit menschlicher Existenz, die Abhängigkeit und Aufeinander-Bezogen-Sein zeigt. In der Suche nach dem Sinn des Lebens (symbolisert durch den Baum des Lebens und der Erkenntnis von Gut und Böse) versucht sich der Mensch aus dieser Abhängigkeit und aus der Bezogenheit (die gegenseitigen Schuldzuweisungen von "Adam" und Eva") zu lösen. Ein Weg der Indivuation mit ungewissem Ausgang beginnt. Und dennoch wird er paradoxer Weise zum Guten führen und den Sinn erschließen. Dies zu erfassen und zu begreifen sind ur-menschliche gemeinsame Lebens-Aufgaben. Es gelingt umso leichter, je klarer wir mit unserem individuellen Lebens-Auftrag vertraut sind.
Zu diesem Thema finden
ein Vortragsabend am Freitag, 4.3.2011 von 18.30 Uhr bis 21 Uhr
und ein Seminar am Samstag, 5.3.2011 von 9-18 Uhr
mit Michael Karjalainen-Dräger (Religionspädagoge, Trainer und Supervisor) in Wien statt.
Die Kosten betragen € 25,- für den Vortrag, € 240,- für das Seminar bzw. € 250,- für beide Veranstaltungen. Detailinfos und Anmeldung unter info@mkd-consulting.at
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