Autor: Ernst Zlo am 23. Nov 2011 Über den ersten ImpulsRaum des RGV am 16.11.2011 in der Alten Schieberkammer in 1150 Wien spannt sich ein Bogen mit dem Thema Montessori.
Hella Klein (10 nach 10 – Montessori für Demenzkranke), Patricia Radda (Überbrücken) und Ernst Zlo (Dr.Dr. Hornbostls Gedankensplitter) lesen aus ihren Werken. |
Über den ersten ImpulsRaum des RGV am 16.11.2011 in der Alten Schieberkammer in 1150 Wien spannt sich ein Bogen mit dem Thema Montessori.
Nach der Begrüßung durch Verlagschefin Renate Götz beginnt Hella Klein, die Autorin von 10 nach 10 – Montessori für Demenzkranke ihren berührenden Vortrag. Sie erzählt, wie sie in jungen Jahren zur Montessori-Pädagogik gekommen ist und als Kindergärtnerin begann. Anfangs skeptisch gegenüber dieser Pädagogik, lernte sie die Vorzüge der Ideen Maria Montessoris in einem damals recht tristen Umfeld mit vielen Kindern, deren Eltern Analphabeten waren, rasch kennen. Als Frau Klein in Pension ging, wurde ihr Mann dement, was sie anfangs nicht verstanden hat. Sie hat insgesamt 3 Jahre gebraucht, bis sie mit dieser heimtückischen Krankheit umgehen konnte, und hat dann ihren Mann noch 4 Jahre bis zu seinem Tod begleitet. Dabei hat sie wertvolle Erfahrungen gemacht, die sie jetzt ehrenamtlich 2 Mal wöchentlich in einem deutschen Pflegeheim anwendet. Ein wichtiger Schwerpunkt ist, eine Kompetenz des Kranken zu finden. Ihr Mann konnte bis zum Schluss über seinen Beruf erzählen. Eine Patientin aus dem Pflegeheim kann vom Lied „Kein schöner Land“ alle Strophen auswendig und hat große Freude, wenn sie dieses singen kann. Als Hella Klein erstmals in diesem Pflegeheim war, wurde sie mit 8 Personen allein gelassen, von denen man ihr nur erklärt hat, was diese alles NICHT können. Und mit 2 Spielen: „Mensch ärgere Dich nicht“ und „11er raus“. Allmählich hat sie einen Montessori-Raum eingerichtet und mit den teilweise in ihrem Buch beschriebenen Materialien gefüllt. Wenn Frau Klein jetzt in das Heim kommt, freuen sich viele Insassen schon darauf, mit ihr in dieses Zimmer gehen zu können. Sie liest meistens noch eine lustige Geschichte, bevor sie wieder geht, was besonders gerne angenommen wird. Wichtig in ihrer Arbeit ist ihr auch, dass sie langsam, laut und deutlich mit den Leuten spricht, ohne mit ihnen zu schreien, wenn sie schlechter hören. Wenn jemand schon schlecht hört, irritiert ihn das „Geschrei“ noch mehr. Wenn ein Patient einen Schub hat und sehr ängstlich oder aggressiv ist, lenkt sie sofort ab. Das ist einer der wichtigsten Punkte, die Frau Klein im Zusammenleben mit ihrem Mann begriffen hat: Im ersten Impuls wollte sie ihm immer erklären, wie es denn „richtig“ sei, aber das ist in diesem Augenblick für einen Demenzkranken nicht annehmbar. Am meisten hilft man solchen Menschen, wenn man sie möglichst schnell emotional aus diesem Zustand rausholt, und das geht mit Ablenken sehr wirkungsvoll. Frau Klein rundet ihren Vortrag mit einer Patientengeschichte aus ihrem Buch 10 nach 10 ab.
Weiter geht das Programm des ImpulsRaumes mit Patricia Radda, der jüngsten Autorin im RGV. Sie war selbst in einer Montessori-Schule und hat seit frühester Kindheit gelesen und, wie sie selbst betont, viel geschrieben. Sie bringt in ihrem Buch überbrücken immer wieder Zitate aus den von ihr gelesenen Büchern, die zum Lauf ihrer Geschichte passen. Es ist ihr sehr wichtig, dass man aus den Zitaten nicht heraushört, welches Buch ihr gefallen hat und welches nicht. Das ist ihr auch gut gelungen. Sie liest mehrere Textstellen aus ihrem Buch.
Ernst Zlo rundet den ImpulsRaum mit einer Lesung aus seinem Buch ab. Er war als Vater in der Organisation einer Montessori-Schule für seine Tochter tätig. Er beginnt mit einem Zitat von Mark Twain: „Das Gehirn ist eine Maschine, die sich Millionen und Abermillionen von Dingen merkt, bis man aufsteht und eine Rede hält.“ Er bittet dann das Publikum, sein Buch Dr.Dr. Hornbostls Gedankensplitter auf Seite 13 aufzuschlagen. Nach einem verblüfften Blick in das Auditorium meint er: „Was, Sie haben das Buch nicht? Na, dann lese ich Ihnen halt vor.“ Seine humoristischen Kurzgeschichten bringen die Besucher zum Lachen und wecken die Neugier auf sein Buch.
Mit angeregten Plaudereien mit den AutorInnen bei einem Gläschen Sekt endet der erste ImpulsRaum des RGV. Wir freuen uns auf nächstes Jahr!
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| Dr.Dr.Hornbostls Gedankensplitter (eBook) von Ernst Zlo Nicht immer ist nicht alles so, wie es nicht ist. |
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