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Impressionismus - Die aktuelle Ausstellung in der Albertina

Venedig, die rosa Wolke, Paul Signac, 1909, Öl auf Leinwand Autor: Simone Kapella am 09. Okt 2009
Die aktuelle Impressionismus-Austellung in der Albertina Wien ist noch bis 10.01.2010 zu sehen. Die Entwicklung des Impressionismus, wie der Maler seinen Eindruck des Moments einfängt, ist spannend aufbereitet.

Seit 1903 war in Österreich keine so umfangreiche Ausstellung des Impressionismus mehr zu sehen, wie derzeit in der Albertina, noch bis 10. Jänner 2010. Die Impression, das heißt das Einfangen des Moments, wie zum Beispiel das spezielle Orange der Sonne in jener Abendstunde, wie Sie es am Titelbild des Artikels sehen können.

Sie werden keine deatailgetreue Darstellung im Impressionismus finden, denn hier zählt der Eindruck des Malers, die unmittelbare Nähe zur Natur. Die Ausstellung trägt somit auch den Untertitel: "Wie das Licht auf die Leinwand kam". Sehr gut lässt sich in der Albertina die Entwicklung der Impressionisten verfolgen, die 1874 erstmals gemeinsam im Pariser Studio des Fotografen Nadar ausstellten.

Zu Beginn der Ausstellung ist unter anderem Manet zu sehen, der bewusst anders malt, indem er unbekannte Modelle abbildet und keine namhaften Persönlichkeiten. Charles Gleyre ist als Kontrast zum Impressionismus zu sehen, der eine perfekte, naturalistische Schönheit malte, die im Atelier, in Folge von vielen Skizzen entstanden ist. Dem entgegengesetzt agieren die Impressionisten, wie etwa der weltbekannte Claude Monet (1840-1926). Mit einem Holzkoffer ausgestattet, ein solcher ist ebenfalls zu sehen, ging er in die Natur und malte dort direkt, was er sah. Allerdings hatten die Maler, nach den heutigen Erkenntnissen der Kunstgeschichte, sehr wohl auch ein Konzept im Kopf und malten auch vor.

Sehr schön wird dieser Aspekt des unmittelbaren Entstehungsprozesses in der Natur am Beispiel "Trocknende Wäsche am Ufer der Seine" (1892) von Gustave Caillebotte verdeutlicht. Ein Samenkorn der Pappel, die am Bild gezeigt ist, blieb in der damals noch feuchten Farbe kleben.

Sehr spannend aufbereitet, wie ein Kunstkrimmi, ist auch die jüngst entlarvte Kopie eines Monet, nämlich die Darstellung "Seineufer bei Port-Villez" von 1885. Das Original und die Kopie sind nebeneinander gehängt, um so selbst einen Vergleich anstellen zu können. Daneben ist ein Videoscreen montiert, der das Interview mit der Restauratorin zeigt, welche die Kopie entlarvte. Hauptaugenmerk wird dabei auf die Maltechnik gelegt. Der Kopist spachtelte die Farbe auf die Leinwand, während Monet diese Technik zu dieser Zeit nicht mehr anwandte. Ich möchte ihnen aber an dieser Stelle nicht zuviel vorweg nehmen.

Auch die Künstler Toulouse Lautrec und Edgar Degas sind zu sehen, die eine Momentaufnahme der anderen Art machten, nämlich der Bewegung von Tänzerinnen und anderen Artisten.

Wie die Entwicklung weiter geht und letztendlich endet, zeigt der Prozess der immer fortschreitenden Zerlegung des Bildes und somit auch der Entfernung von der Natur. Der Pointillismus, der die Malerei aus einzelnen Punkten bestehen lässt ist mehrfach zu sehen. Am Ende finden Sie den zusammenfassenden Cézanne, der die Zentralperspektive aufgab, sowie Pablo Picasso, der den Gegenstand oder die Person aus einzelnen geometrischen Gebilden zusammensetze.

Lassen Sie sich also trotz des hektischen Besucherstromes in die Welt des "Moments" hineinfallen. In eine leichte, oft sehr romantische Bilderwelt, die sehr gut verdeutlicht, was Malerei im Vergleich zur Fotografie alles zu bieten hat, denn vorallem das wollten die Impressionisten neben der Erfindung der Fotografie auch zeigen.

 

 

 

 

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