Autor: Sana Brauner am 05. Nov 2007 Die beste unfallchirurgische Operationsmethode kann die Wundheilung des Körpers nicht beeinflussen. Mit homöopathischen Arzneien werden die Regulations- und Reparationsvorgänge im Körper angeregt und gesteuert, der Heilungsprozess wird beschleunigt.
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Warum soll Homöopathie die schulmedizinische Behandlung bei Sportverletzungen ergänzen?
Allgemeinmediziner und Homöopath Dr. Klaus Connert: „Homöopathische Arzneien wie Arnica, Calendula, Bellis perennis usw. fördern die Wund- und Knochenheilung, helfen Blutergüsse schneller abzubauen, mindern den Wundschmerz und vermindern das Infektionsrisiko. Daher sollte neben der chirurgischen Wundversorgung auch eine Regulationstherapie des Gesamtorganismus mit homöopathischen Arzneien angewandt werden.
Die Auswahl der Arzneien bei akuten Erkrankungen ist nicht so schwierig wie bei psychosomatischen oder chronischen Krankheiten. Sportler lernen, sich bei häufig auftretenden leichten Sportverletzungen auch selbst zu behandeln.
Es gibt auch viele gut dokumentierte Berichte vom Einsatz homöopathischer Arzneien auf Intensivstationen bei Schwerstverletzten. Bestes Beispiel war Hermann Meier, dessen in den Medien ja ausführlich geschilderte schwerste Verletzung zusätzlich homöopathisch und mit anderen komplementären Methoden behandelt wurde.“
Tipps aus der sportmedizinischen Praxis
Beinhautentzündung (Periostitis)
Bei Schifahrern kommt es durch den Druck des Schischuhs oft zu Entzündung der Beinhaut über der vorderen Schienbeinkante. Auch die schmerzhafte Achillessehne und Überlastungsbeschwerden an den Handgelenken sind bewährte Indikationen für Ruta graveolens (Weinraute). Die Arznei wirkt langsam und muss über längere Zeit gegeben werden.
Bluterguss (Hämatom)
Bei allen Verletzungen, bei denen es zu Blutaustritt aus den Gefäßen kommt, ist Arnica das erste Heilmittel. Bei Verletzungen durch spitze Gegenstände oder lokalisierte Schläge (Boxerauge) helfen kalte Anwendungen und Ledum (Sumpfporst).
Knochenbruch
Auch hier kann die Homöopathie die klassische Therapie (einrichten, eingipsen) ergänzen. Unterstützt man die Frakturheilung von Anfang an, kommt es kaum zu Komplikationen wie mangelhafter Kallusbildung etc. In Frage kommen Arnica, Symphytum (Beinwell) und Calcium phosphoricum.
Kreislaufstörungen, Kollaps
Bei Sportlern liegt das Problem meist in einer Kreislauffehlregulation während und vor allem nach körperlichen und psychischen Anstrengungen. Bei schweren Zuständen ist natürlich die übliche Infusionstherapie anzuwenden. Camphora (Kampfer) regt Herz und Kreislauf an. Bei schwereren Zuständen kommen Veratrum album (weißer Germer), Tabacum (Tabak) und Arsenicum album zur Anwendung.
Prellung
Eine Prellung entsteht durch einen Schlag oder Stoß, Gewebsverletzungen sind nicht sichtbar. Es bildet sich ein oft ausgeprägter Bluterguss, die betroffene Stelle schwillt an. Kältebehandlungen können hier die Schmerzen lindern und lassen die Schwellung abklingen. Mögliche homöopathische Arzneien: Arnica, Bellis perennis (Gänseblümchen), Ruta und Hypericum.
Schock
Manche Menschen kollabieren bei kleineren Blutungen, andere bleiben auch bei schweren Verletzungen relativ stabil – das ist eine Frage der Konstitution. Psychische und physische Unruhe bis zur Todesangst kennzeichnen Aconitum (Blauer Eisenhut). Auch Arnica kann gegeben werden, wenn der Patient rot, unruhig, ängstlich, abweisend und empfindlich auf kleinste Erschütterungen reagiert.
Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis)
Für eine Entzündung der Sehnenscheiden sind meist mehrere Faktoren verantwortlich: eine angeborene Krankheitsneigung, eine Fehlbelastung bzw. Überlastung und eine verstärkte Entzündungsneigung durch Unterkühlung, Infekt oder Herdbelastung. Ruhigstellung, Schonung und eine Änderung des Belastungsmusters sind Teil der Therapie. Unterstützend zum Einsatz kommen Bryonia (Zaunrübe), Rhus toxicodendron, Ruta und Symphytum.
Verstauchung (Zerrung)
Zerrungen entstehen meistens durch Umknicken oder Überdrehen und gehen mit einem Anschwellen der betroffenen Stelle (und ev. Bluterguss) einher. Die Behandlung erfolgt durch Kühlen, Ruhigstellen und Hochlagern des Gelenks. Mögliche Arzneien sind Arnica, Bellis perennis, Ruta und Hypericum. Bei einer häufigen Verstauchung der Sprunggelenke ist an Rhus toxicodendron, Causticum oder Strontium carbonicum zu denken.
Wadenkrämpfe
Besonders bei Schwimmern sind Wadenkrämpfe sehr unangenehm und auch gefährlich. Nimmt der Sportler vor dem Wettkampf Magnesium, so treten sie viel seltener auf. Gegen Krämpfe in Waden und Sohlen helfen Cuprum metallicum und Magnesium phosphoricum, auch Zincum metallicum kommt zum Einsatz.
Die Arzneien werden üblicherweise in den Potenzen C12 bzw. C30 gegeben. Eine Selbstbehandlung sollte nur in Notfällen erfolgen.
Bitte konsultieren Sie bei allen Sportverletzungen so rasch wie möglich einen Arzt.
Quelle: Dr. P. Klaus Connert „Homöopathie in der Sportmedizin“
Die Österreichische Gesellschaft für Homöopathische Medizin ist die größte Vereinigung homöopathischer Ärzte Österreichs. Die ÖGHM wurde 1953 gegründet und hat ca. 900 Mitglieder.
| IN UNSEREM SHOP Homöopathie bei Sportverletzungen Autor: Rissel, Roger |
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