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Heilung - Was ist das?

Natur und ihr saftiges grün verhelfen uns heil zu werden Autor: Jaan Karl Klasmann am 13. Nov 2011
Nein, unsere Schulmedizin ist nicht nur nutzlose Unmenschlichkeit: Antibiotika haben Krankheiten, die früher breite Todesspuren hinterlassen haben, praktisch ausgerottet. Impfungen richten beileibe nicht nur Schaden an. Wen es je bei einem Schi- oder Autounfall “zerrissen“ hat, weiß die phantastischen Errungenschaften moderner Chirurgie zu schätzen – und, un

 

Heilung: Vom falschen Ich...

 

...zum wahren Selbst

 

'Gesund werden' als Voraussetzung und Chance heil zu werden

Das klingt vielleicht wie Haarspalterei, aber machen wir die Probe auf’s Exempel: Was meinen wir, wenn wir jemandem wünschen: „Werd g’sund!“ ? Meistens doch nur, dass dieser lästige „Unfall“ – der Husten, das Fieber, die Schmerzen – vergehen mögen, damit einer „wieder ganz der Alte“ ist. „Gesund werden“ heißt im Alltagssprachgebrauch, dass die Symptome beseitigt und die Funktionstüchtigkeit wieder hergestellt ist; dass wir gleichsam “repariert“ sind. Das kann die Schulmedizin, und dass sie das kann, hat zahllose Leben um Jahrzehnte verlängert.
Heilung jedoch geht darüber weit hinaus. „Gesund werden“ kann die Voraussetzung dafür sein, dass wir die Chance zu heilen überhaupt erhalten. Bleiben wir aber dabei stehen, wird uns die Krankheit wahrscheinlich ein weiteres Mal einholen – denn sie ist der körperliche Ausdruck davon, (noch) nicht geheilt zu sein.

„Heilung“ kommt von „heil“, also ganz werden. Das „Heil“ ist der Inbegriff von Segen, von Erlösung; von dem, was gut tut und wünschenswert scheint. Aber was ist Heilung? Was geschieht dabei? Welche Voraussetzungen hat sie?

Weil „Heilung“ eines jener sehr alten Worte ist, die ihre Bedeutung in ihrem Klang mit sich tragen, können wir es im folgenden kleinen Experiment als unseren inneren Führer benützen:

• Setzen Sie sich entspannt an einen ungestörten Ort, mit frei tragender Wirbelsäule, und lassen Sie Ihren Atem so tief werden, wie es ohne Anstrengung möglich ist.

• Horchen Sie in Ihren Körper, aber auch auf Ihre Gedanken und Gefühle: Was alles „passt“ da nicht? Wo gibt es Schmerz, Funktionseinschränkungen, Wehwehchen? Was passt in unserem Leben nicht? Welche Bedürfnisse, Pläne, Visionen sind unerfüllt geblieben? Wo überall ist Leid und Unglücklichsein? Wo sind Umstände und Zustände, die Sie eigentlich nicht wollen?

• Horchen Sie jetzt auf Ihr Herz, den Ort Ihrer Sehnsucht nach Heilung. Lassen Sie jedes Einatmen wie eine Sonde tiefer in das empfindliche Gewebe des Herzens eindringen, und lassen Sie das Wort „Heilung“ darin wieder klingen. Wonach sehnen Sie sich? Wie sieht Ihr Leben aus, wenn alles, was jetzt krank und un-heil ist, wenn jede Verletzung des Körpers und der Seele geheilt ist?

• Und nun die Hauptsache: Stellen Sie sich vor, wie Sie als Geheilte/r durch Ihr Leben gehen: Sind Sie jetzt „wieder der/die Alte“? Oder sind Sie neu geworden – verwandelt?

Wahrscheinlich beides zugleich: Wahrscheinlich werden Sie sich fühlen wie nie zuvor in Ihrem Leben, und trotzdem wird dieses Gefühl auch sein wie die Erinnerung an etwas lang Vergessenes, das immer schon in Ihnen lag, bereit entdeckt, bereit gelebt zu werden.

Das ist, was Heilung wirklich ist: Das Erschaffen der Übereinstimmung zwischen der innersten Wesensabsicht und dem, was wir denken, fühlen und tun. Jedes Stück Heilung ist ein Stück Rückweg zu uns selbst, doch eben deshalb hat sie einen inneren Preis. Wer Heilung sucht, statt nur „gesund zu werden“ muss bereit sein, sich verändern; verwandeln zu lassen. Er oder sie muss bereits sein, Gewohntes in Frage zu stellen und auf neue Antworten, neue Impulse aus seinem Inneren gespannt zu sein.

Sehr oft bedeutet das den Abschied von dem Bild, das wir von uns selber bisher hatten, und in dem wir unseren Halt gefunden haben. Es bedeutet, einen Raum der Unsicherheit zu betreten – ab heute ein/e Neue/r, Andere/r zu sein.

Heiler sind Menschen mit der Gabe, die Übereinstimmung von innerer Absicht und äußerem Zustand mit der Kraft des (Heiligen!) Geistes wiederherzustellen. Ein Klient, der das erlebt, erhält damit die Chance, diesen Zustand gleichsam in Besitz zu nehmen und zu halten. Er hat aber auch die Möglichkeit, ihn nur zu „konsumieren“, und weiterzuleben wie bisher. Wenn er das tut, wird die Krankheit sehr wahrscheinlich wiederkommen – denn Heilung heißt, sich in sich selbst verwandeln zu lassen.


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