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Hanf - eine Pflanze mit unterschätzen Potenzialen

Hanfblatt   copyright Lamina Autor: Klaus-Dieter Scheiblhofer am 01. Apr 2010
Die Rückkehr des Jahrhunderts ? Hanf hat als Kulturpflanze eine Vielzahl von Vorteilen

Entwicklung des Hanfs

Hanf ist einer der ältesten Kulturpflanzen der Erde. Die Geschichte von Hanf-Werkstoffen begann in China. Die erste schriftliche Erwähnung erfolgte in einem chinesischen Arzneibuch des Kaisers Shen-Nung im Jahre 2737 v. Chr. Etwa um 2800 v. Chr. wurden auch die ersten Seile aus Hanffasern erzeugt.

 
Einsatzbereich von Hanf

Das erste nachgewiesene Papier wurde vor etwa 2000 Jahren aus Hanf hergestellt. Erst im 13. Jahrhundert erreichte es, rechtzeitig zur Erfindung des Buchdrucks, Europa.
Gutenberg druckte die Bibel auf Hanfpapier. Funde von gewebten Hanftextilien sind aus keltischen Grabhügeln belegt.

Kolumbus entdeckte Amerika 1492 mit Segeln und Seilen aus Hanf und die erste unverwüstliche Jeans von Levi Strauss wurde aus Hanffasern erzeugt. Durch billige Faserimporte, der Umstellung der Schifffahrt auf Dampfkraft und durch das von Amerika ausgehende ungerechtfertigte weltweite Hanfanbauverbot um 1930 (kommerzielle Gründe) geriet der Hanf in Vergessenheit.
 
Von der Antike bis ins 20. Jahrhundert war Hanf ein anerkannter und unentbehrlicher Rohstoff zur Herstellung einer Vielzahl von Gegenständen. Die Vielfalt der Verwertungsmöglichkeiten von Hanf ist das besondere Merkmal dieser Pflanze – es gibt über 50.000 Produkte aus Hanf.

Neuerliche Entdeckung von Hanf

In den Jahren nach 1995 kam es zur Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf. Die wertvolle Pflanze ist als nachwachsender Rohstoff unaufhaltsam im Vormarsch. Große Anbauflächen gibt es in Kanada, China, Frankreich, Deutschland und Tschechien. In Österreich werden ca. 800ha angebaut.

 
Genügsame Pflanze

Hanf wächst nahezu auf jeden Boden. Nur auf nassen Böden und bei stauender Nässe wächst der Hanf sehr schlecht. Ein weiterer Vorteil beim Hanfanbau im konventionellen Bereich ist, dass es keine Notwendigkeit für den Einsatz von chemischen Mitteln wie Herbizide, Pestizide, Fungizide erfordert. Er ist zudem auch noch selbstverträglich. Außerdem hat er eine sehr gute Vorfruchtwirkung. Eine seiner positiven Eigenschaften ist auch die Verdrängung von Un- bzw. Beikräutern. Je nach Bonität des Ackerbodens erreicht der Hanf eine Höhe zwischen 2 und 4,5 m. Durch seine Pfahlwurzel hat er auch keine Probleme mit Dürreperioden, da er bis zu 1 m tief hinab wächst. Nebenbei lockert Hanf mit seiner Wurzel auch noch den Boden auf.
Als Nutzpflanze findet sie bei uns seit Jahrhunderten die idealen Bedingungen.
 

Wirtschaftliche und Ökologische Vorteile

Hanf produziert mehr Biomasse als jede andere heimische Nutzpflanze. In der Wirtschaft ist Hanf äußerst vielseitig einsetzbar und wird wegen seiner hohen Haltbarkeit, Umweltverträglichkeit und niedrigen Energiebilanz geschätzt.
Diese Pflanze ist eine ökologische Wohltat!

 
Hanf und seine vielseitige Verwendung
 
Die Hanfnüsschen als „Frucht“ der Hanfpflanze können ganz oder geschält als sehr gesundes Lebensmittel in Brot, Backwaren, Mehlspeisen, Müsli, Salate, Käse oder Wurst und auch als Tiernahrung eingesetzt werden.
Unser Tipp für den kommenden Sommer: Mildes Naturjoghurt aus der Region mit Honig und leicht gerösteten Hanfnüsschen als leckere Zwischenmahlzeit für Groß und Klein.

Die ganzen Hanfnüsschen werden zu hochwertigem Speiseöl, im schonenden Kaltpressverfahren verpresst. Es hat eine kräftige grüne Farbe und einen angenehmen nussartigen Geschmack. Es wird auch für die Herstellung von hochwertigen Kosmetikartikeln verwendet.

Die Blätter werden als Hopfengewächs für Bier und Tee mit beruhigender Wirkung verwendet.
Mit den Blüten werden wohlschmeckende Säfte oder Sirup angesetzt. Sie finden auch Einsatz als Arzneimittel.

Die Hanffasern werden zu hochwertigen Textilien, Garne, Vliese und Spezialpapier verarbeitet.
Die Hanfschäben finden als Tiereinstreu, Leichtbauplatten und als Heizmaterial Verwendung.
Die Hanffasern und Hanfschäben gemischt, werden zu Dämmstoffe, Baustoffe (Ziegel, Platten, Estrich, Mörtel,…), Papier, Pappe und Karton verarbeitet.
 

Das Rohstoffpotential von Hanf - Jack Herers Wette

Der amerikanische Pionier in Sachen Rehabilitation des Hanfes und Verfasser des Buches "die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf"(Verlag: zweitausendeins), Jack Herer, formulierte folgende Wette und setzte darauf, dass ihm niemand je das Gegenteil beweisen könne.
Bis heute steht die Wette:
"Wenn wir, um unseren Planeten zu retten und den Treibhauseffekt umzukehren, künftig auf alle fossilen Brennstoffe und petrochemischen Produkte ebenso verzichten wollen, wie auf die Abholzung unserer Wälder zur Gewinnung von Papier und landwirtschaftlichen Nutzflächen, dann gibt es nur eine Pflanze, die als nachwachsender Rohstoff in der Lage ist, den größten Teil an Papier, Textilien und Nahrungsmitteln sowie des privaten und industriellen Energieverbrauchs zu liefern und die zugleich, die Umweltverschmutzung eindämmt, die Böden verbessert und unsere Luft reinigt: es ist eine alte Gefährtin, die dies schon immer für uns getan hat: HANF."
 

Aktueller Hanf hat mit Hanf aus den 60ern nichts mehr zu tun

Verwendet darf nur zertifiziertes Saatgut werden. Das sind speziell gezüchtete Sorten, bei denen der THC (Tetrahydrocannabinol)-Gehalt unter 0,2 % liegt. Außerdem muss es im EU-Sortenkatalog angeführt sein. Hanf fällt bei den Saatgutsorten in die allgemeine Ausnahmegenehmigung zur Verwendung von konventionell ungebeiztem Saatgut hinein. Somit unterscheiden wir konventionell und biologisch nur mit gebeiztem und ungebeiztem Saatgut.

Bereits ein eigens gezüchtetes Hanfkorn, sprich Nachbau, darf nicht verwendet werden, da sich hier von Anbau zu Anbau der THC Gehalt erhöht und irgendwann die Grenze von 0,2 % übersteigt und somit in den illegalen Hanfanbau hineinfällt.

Dies kann auch nicht stillschweigend gemacht werden, da hier die AgrarMarktAustria (AMA) jährlich stichprobenweise Blattproben nimmt und den THC-Gehalt bestimmt.
 

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