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'Häng deine Jacke auf!' - "Erziehung ist (k)ein Kinderspiel!"

Foto: Eugen Kment Autor: Maria Neuberger-Schmidt am 10. Jun 2008
„Häng deine Jacke auf!“

Thomas ist 4 Jahre alt, pfiffig, geschickt, intelligent. Die Eltern staunen oft, was er schon alles kann. Aber nach einem Spaziergang schmeißt er prinzipiell seine Jacke ins Eck, läuft ins Spielzimmer und meldet auf Ermahnungen flüchtig, wenn überhaupt: „Ja, Jaaaah...  Thomas reagiert weder im Guten, noch im Bösen. „Wenn du nicht sofort....“ oder „Du kriegst keine Schokolade!“ lassen ihn unbeeindruckt. „Nach drei Stunden gebe ich auf“ meint seine Mutter und macht es selber.

'Häng deine Jacke auf!'

Grenzen testen als kindliches Spielchen Auf seine charmante, verspielte Art leistet klein Thomas erfolgreich Widerstand. Wie wichtig ist es eigentlich, dass Kinder Ordnung lernen? Überlegen Sie sich das, bevor Sie Ihr Kind auffordern, dieses oder jenes zu tun. Wenn Sie aber meinen, es sei wichtig und zumutbar, dann müssen Sie dabei bleiben. Sonst lernt Thomas nur eines: Was mir keinen Spaß macht, muss ich nicht tun – und macht ein lustiges Spielchen daraus, die Grenzen und Nerven der Eltern auszureizen. Aufzeichnungen und strategische Planung Was ist zu tun? Wenn es sich so wie bei klein Thomas um eine immer wieder kehrende Schwachstelle handelt und unsere „frommen Bitten“ von Kindern nicht ernst genommen werden, kann es helfen, das Problem mit einer „strategischen Planung“ anzugehen. Machen Sie zunächst für sich eine Zeitlang Aufzeichnungen: Wann? Wie oft? Unter welchen Umständen tritt das störende Verhalten auf? Was können Sie vom Kind schon verlangen? Was kann ihm dabei helfen? Zeit- und Rahmenbedingungen prüfen (Z.B. die Haken in Reichweite, die Schlaufe, leicht greifbar, etc.). Der Problemlösung Priorität geben Kündigen Sie dem Kind an, was Sie von ihm erwarten. Hören Sie sich seine Einwände an und räumen Sie Mitsprachemöglichkeit ein. Bevor Sie das Haus betreten, erinnern Sie es an die Vereinbarung mit der Jacke und den Schuhen. Bleiben Sie dabei, bis die Sache erledigt ist, anstatt währenddessen etwas anderes zu erledigen. Helfen Sie nötigenfalls Ihrem Kind und lassen Sie vor allem nicht zu, dass es ohne Ihre Erlaubnis etwas anderes macht bevor es fertig ist. Läuft es davon, dann holen Sie es und gehen Sie nicht zur Tagesordnung über, bevor die Sache nicht in Ihrem Sinn erledigt ist. Wichtig ist, dass Sie freundlich, aber bestimmt und konsequent auftreten. Dies erfordert oft äußerste Konzentration auf das Anliegen für eine bestimmte Zeit, bis sich Ihr Nachwuchs an das neue Verhalten gewöhnt hat und weiß, dass er Sie nicht mehr „austricksen“ kann. Kooperation ist Ehrensache Nachbesprechungen helfen, um Schwierigkeiten zu besprechen und Erfolge zu würdigen. Denn Ihr Kind soll ermutigt werden und Kooperation als Ehrensache erleben, über die sich beide Seiten freuen. Lassen Sie generell nicht zu, dass Ihre Anweisungen ignoriert werden, sonst wird Ihr Erziehungsalltag ein mühsamer Hürdenlauf und Sie verlieren die Freude an Ihrem Kind und fallweise auch die Nerven.

 

 

Mag. Maria Neuberger-Schmidt
Tel.: +43(0)1 /  66 22 006

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