Autor: Sana Brauner am 22. Jun 2011 Ruhezeiten lassen sich nicht aufschieben“, dies betonte der Arbeitssoziologe Friedhelm Nachreiner bei der Sonntags-Konferenz „Mehrwert gemeinsamer freier Zeit“ in Brüssel am 20.6.2011 anlässlich der Gründung der Europäischen Sonntagsallianz. „Wenn jemand am Sonntag arbeitet, ist ein anderer freier Tag kein Ersatz dafür. © Bild: www.europeansundayalliance.eu |
Das funktioniert weder individuell noch für die Gesellschaft“.
Bei Sonntagsarbeit lasse sich nachweisen, dass das Unfall- und Krankheitsrisiko signifikant ansteigen. Zahlreiche Studien belegen das, so Nachreiner.
Untersuchungen hätten weiters ergeben, dass die Menschen am liebsten wochentags zwischen 19 und 20.00 Uhr frei haben und an Sonntagen zwischen 10.00 und 22.00 Uhr.
Jill Ebrey, die zu sozialen Aspekten gemeinsamer freier Zeit am Wochenende forscht, stellte fest, dass Samstag und Sonntag nicht bloß Wochenende seien, sondern sie vielmehr das Wochenende formen – eine besondere Zeit für fast jeden. Daran nicht Anteil zu haben verursache großen Stress.
Luca Jahier, Präsident der Gruppe III (Zivilgesellschaft) des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses betonte, dass Europa ein Sozialmodell brauche, das nicht auf Produktion und Konsum basiert, sondern auch auf gemeinsamer freier Zeit für soziale Interaktion und soziales Engagement: „Wir brauchen Zeit für gemeinsame Rituale der Gesellschaft, nicht bloß Massenrituale wie Shopping“. Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss berät Kommission, Rat und Europäisches Parlament.
Weitere Themen der Konferenz waren Freiwilligenarbeit und Klein- und Mittelbetriebe.
Von österreichischer Seite hatten an der Konferenz Franz Georg Brantner (Sprecher der Allianz für den freien Sonntag Österreich) und Gabriele Kienesberger (Koordinatorin der österr. Sonntagsallianz) teilgenommen.
„Von Seiten der internationalen TeilnehmerInnen wurde mehrfach betont, dass Österreich mit seinem freien Sonntag und seiner Allianz für den freien Sonntag Österreich Vorbild und Ermutigung waren, das Thema freier Sonntag offensiv anzugehen und Allianzen zu gründen“, berichtet Kienesberger.
Franz Georg Brantner betonte die bereits bisherige gute Zusammenarbeit der nationalen Initiativen und Allianzen für den freien Sonntag, besonders in Hinblick auf den Informationsaustausch über aktuelle, den freien Sonntag betreffende Entwicklungen.
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