Allein in den letzten 7 Jahren sind 138 neue Studien zum Granatapfel in anerkannten Fachzeitschriften erschienen. Danach bekämpft der Granatapfelsaft Herz-Kreislauf-Erkrankungen, senkt den Blutdruck, lindert Entzündungen und Gelenkbeschwerden (insbesondere bei Arthritis), wirkt dem Alterungsprozess und der Krebsentstehung entgegen. Er kann wirkungsvoll die E © Bild: CANZO / PIXELIO |
Im ersten Teil des Artikels über den Granatapfel haben Sie einiges über die lange Kulturgeschichte des Granatapfels erfahren.
Im Teil 2 stellen wir Ihnen einen Auszug der aktuellen Forschungen über die vorteilhaften Wirkungen des Granatapfelsaftes auf den Menschen vor.
Wirkung des Granatapfels auf den Menschen
Zu der neuen Popularität des Granatapfels hat sicherlich beigetragen, dass zu kaum einer anderen Frucht in den letzten Jahren mehr positive wissenschaftliche Untersuchungen veröffentlicht worden sind. Allein in den letzten 7 Jahren sind 138 neue Studien zum Granatapfel in anerkannten Fachzeitschriften erschienen – ein erfrischender Unterschied zu so manchem Modefrüchtchen. Danach bekämpft der Granatapfelsaft Herz-Kreislauf-Erkrankungen, senkt den Blutdruck, lindert Entzündungen und Gelenkbeschwerden (insbesondere bei Arthritis), wirkt dem Alterungsprozess und der Krebsentstehung entgegen. Er kann wirkungsvoll die Entwicklung von Alzheimer-Demenz hemmen und – wenn die Mutter in der Schwangerschaft Granatapfelsaft trinkt – schützt er Neugeborene vor Gehirnschäden.
Die sehr positiven Ergebnisse einer klinischen Studie mit Prostatakrebs-Patienten, über die weltweit in vielen Tageszeitschriften berichtet wurde, erwecken mit Recht neue Hoffnung. Andere Studien weisen dem Granatapfelsaft eine vielversprechende Wirkung gegen Haut- und Brustkrebs, Magengeschwüre sowie erektile Dysfunktion nach.
Die renommierte Ärztezeitschrift Medical Tribune fasste es in einer Headline zusammen: „Granatapfel schützt Herz und Penis“.
Granatapfel – der Jungbrunnen
Die einzigartig hohe Polyphenol-Konzentration schützt gegen frühzeitiges Altern, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs.
Diese Krankheiten und der Alterungsprozess selbst sind nach heutiger wissenschaftlicher Meinung im wesentlichen eine Folge der oxidativen Schädigung von Fetten, Eiweißen, Enzymen und Zellstrukturen, insbesondere der Erbinformation. Oxidative Schäden entstehen durch sogenannte freie Radikale. Sie sind maßgeblich an der Entstehung von Arteriosklerose, Rheuma, Diabetes, Allergien, Parkinson, MS, Alzheimer, grauer Star, Immunschwäche, Bluthochdruck u. a. beteiligt. Freie Radikale sind Atome oder Moleküle, die ein oder mehrere ungepaarte (freie) Elektronen besitzen. Diese einsamen Elektronen versuchen, auf radikale Weise anderen Molekülen Elektronen zu entreißen. Dabei kommt es zu einer Kettenreaktion, bei der immer mehr lebenswichtige Körperstrukturen beschädigt oder zerstört werden. Freie Radikale entstehen durch Zigarettenrauch, Gifte, Schwermetalle, Röntgenstrahlen, die UV-Strahlen der Sonne und durch Nitrit- oder Nitratrückstände in Nahrungsmitteln. Sie sind andererseits aber auch unvermeidbare Abfallprodukte, die während der Zellatmung im Körper gebildet werden. Auch die körpereigene Abwehr arbeitet bei der Bekämpfung von Krankheitserregern mit freien Sauerstoffradikalen. Ein saures Milieu begünstigt deren Entstehung. Seelische Aspekte, wie Stress und Kummer, haben einen wichtigen Einfluss. Bei zu vielen freien Radikalen braucht der Körper Hilfe von außen in Form von Anti-Oxidantien, d.h. Mitteln, die Oxidationsprozessen entgegenwirken.
Bisher ging man davon aus, dass Rotwein und Grüner Tee die wirksamsten Stoffe gegen Oxidationsschäden sind. Forscher veröffentlichten vor kurzem in dem Magazin „Journal of Ethnopharmacology“ neue Untersuchungsergebnisse: Der Granatapfel hemmt in viel stärkerem Maße die Oxidation als Rotwein. 50 ml Granatapfelsaft oder 1 Esslöffel Granatapfelelixier enthält wesentlich mehr antioxidative Schutzstoffe als Rotwein, Grüntee, Cranberry, Blaubeer-, Noni- oder Orangensaft.
Laut einer Studie, veröffentlicht in der angesehenen Fachzeitschrift „American Journal of Clinical Nutrition“, verbesserte sich der anti-oxidative Schutz bei Menschen um durchschnittlich 9%, bei nur 1-wöchigem Verzehr von 60 ml täglich. Eine andere Studie ergab nach 1 Jahr Verzehr von Granatapfelsaft eine Steigerung des antioxidativen Schutzes im Blut um 130%.
Bemerkenswert ist auch der antioxidative Schutz für das Gehirn und Nervensystem. In einer neuen Studie von Loren DJ und Kollegen zeigte sich, dass Mäusebabys, deren Mütter mit Granatapfelsaft gefüttert wurden, über 60% weniger Hirnschäden infolge von Sauerstoffmangel davon trugen als die Kontrollgruppe. Diese Entdeckung ist für Mütter ebenso wie für ältere Menschen von Bedeutung. Denn sauerstoffmangelbedingte Hirnschäden spielen bei Neugeborenen und bei Schlaganfällen eine große Rolle.
Eine Studie von Hartman, die im September 2006 im Journal Neurobiology of Disease erschien, zeigte, dass Granatapfelsaft neuroprotektiv wirkt: er reduziert im Gehirn die Ablagerung von Beta-Amyloid um die Hälfte und senkt so deutlich das Risiko, an Alzheimer-Demenz zu erkranken.
Der Saft enthält nach einer Untersuchung von Lansky, Shubert und Neeman verschiedene Bioflavonoide, die entzündungsfördernde Enzyme hemmen. Somit wirkt der Granatapfel auch anti-entzündlich und schmerzlindernd. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Case Western Reserve University (veröffentlicht im Journal of Nutrition, Autor: T.M. Haqqi), die sich mit der entzündlichen Arthritis befasst. Bei der Arthritis wird der Gelenkknorpel durch entzündliche Prozesse geschädigt. Der Granatapfel hemmt dabei bestimmte Botenstoffe und schützt den Knorpel.
Gesunde Gefäße, gesundes Herz
Zahlreiche Studien sind in den letzten Jahren über den Granatapfel und seine herausragende Schutzwirkung auf das Herz-Kreislauf-System erschienen. Eine aktuelle Studie der Universität von Kalifornien, die im renommierten Journal of Cardiology veröffentlicht wurde, zeigt, dass sich bei Personen mit Koronarer Herzkrankheit die Durchblutung bei Verzehr von täglich 250 ml Granatapfelsaft um 17% verbesserte, während er sich in der Kontrollgruppe um 18% verschlechterte.
Bemerkenswert sind auch die kontrollierten Studien von Dr. Aviram. Dabei wurde der Saft an Versuchspersonen über einen Zeitraum von 3 Jahren gegeben.
Nach 1 Jahr verminderten sich bei Versuchspersonen die verengenden Gefäßablagerungen der Halsschlagader um 35%. Dagegen nahm in der Kontrollgruppe die Verengung um 9% zu.
Schon nach 14 Wochen sank das „schlechte“ LDL-Cholesterin, und das „gute“ HDL-Cholesterin nahm um 20% zu. Die Aktivität eines wichtigen Gefäß-Schutzfaktors, der Paraoxonase, wurde um 83% gesteigert.
Die Oxidation des LDL-Cholesterins – Hauptursache von Herz-Kreislauf-Erkrankungen – sank nach Genuß des Granatapfelsaftes um 90%.
Im Laborversuch vermindert der Granatapfel die Oxidation des LDL-Cholesterins um 96%, einem Orangen-Karotten-Saftgemisch gelingt dies nur zu 8%. Dies ist von großer Wichtigkeit, da sich ein oxidiertes LDL-Cholesterin viel eher in Ablagerungen (Plaques) verwandelt.
Die Erkenntnis, dass Anti-Oxidantien den Blutdruck senken können, ist noch relativ neu; deshalb wurde in dieser Studie der Granatapfelsaft gewählt, um bei Patienten mit Bluthochdruck die Wirkung zu beobachten. Innerhalb eines Jahres sank bei den Versuchspersonen der systolische Blutdruck sogar um 21%.
Diese hervorragende Wirkung beruhte auf einer Senkung der Aktivität des Angiotensin converting Enzyms (ACE) um 36%.
Bekanntermaßen ist der Bluthochdruck ein Hauptrisikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall. Der Nutzen zur Vorbeugung gegen die Todesursache Nummer 1, den Herzinfarkt, ist enorm. Für das gesamte Gesundheits-wesen ist dieses Wissen von essenzieller Bedeutung, sowie für jeden, der mit Stress, zu wenig Bewegung und ungesunder Ernährung konfrontiert ist.
Granatapfelsaft hemmt Krebs
Auch in der Krebsabwehr eröffnen sich durch den Granatapfel neue Horizonte.
Prostatakrebs-Patienten können offenbar ihren PSA-Wert wesentlich länger stabil halten, wenn sie täglich ein Glas Granatapfelsaft trinken. In einer US-Studie verlängerte das Getränk den Zeitraum, in dem sich der Wert des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) verdoppelte, um 39 Monate. Der PSA-Wert gilt als der wichtigste Verlaufsindikator bei Prostatakrebs. Je schneller der PSA-Wert steigt, desto schlechter die Prognose. Alle Patienten der Studie hatten trotz vorheriger Operation oder Bestrahlung wieder steigende PSA-Werte, was ein Fortschreiten der Krankheit bedeutet. Während die durchschnittliche Verdoppelungszeit der Patienten bei etwa 15 Monaten lag, verlängerte sich in der Studie der tägliche Konsum von einem Glas Granatapfelsaft die Spanne auf 54 Monate, berichtete im Juli 2006 das Team um Allan Pantuck von der University of California in Los Angeles im Journal „Clinical Cancer Research“. Dies sei zwar keine Heilung, der Saft habe aber offenbar großen Einfluß auf das Tumorwachstum, betont Studienleiter Pantuck. Ähnliche Effekte konnten bereits in zahlreichen früheren Studien nachgewiesen werden, doch dies war die erste Phase-II-Studie, die die krebshemmende Wirkung sehr eindrucksvoll an Krebskranken aufzeigte. Das Getränk schlug bei über 80 Prozent der 50 Teilnehmer an.
Auch Wissenschaftler der Universität von Wisconsin haben im letzten Jahr bestätigt, dass der Granatapfel gegen Prostata-Krebszellen wirkt. Bei Mäusen zeigten sich diese positiven Effekte bereits bei einer Menge, die einem bei Menschen üblichen Verzehr entspricht. Der Krebsmarker PSA sank deutlich. Vorhandene Prostata-Geschwüre wuchsen wesentlich langsamer als in der Kontrollgruppe.
Als erster erkannte der israelische Arzt und Wissenschaftler Dr. Ephraim Lansky die besondere Wirkung des Granatapfels bei Prostatakrebs. In zahlreichen publizierten Forschungsarbeiten hat er die Aufmerksamkeit der Wissenschaft auf dieses Thema gelenkt, so dass nun erstmals die ausgesprochen erfolgreiche Phase-2-Studie von Dr. Pantuck durchgeführt wurde, über die weltweit in allen großen Tagszeitungen berichtet wurden. Lansky konnte in seinen Arbeiten wissenschaftlich immer wieder nachweisen, dass es nicht um einzelne chemische Verbindungen im Granatapfel geht, sondern vielmehr um das Zusammenspiel und die gegenseitige Verstärkung (Synergie) der Gesamtheit der Inhaltsstoffe. Aus diesem Grund rät er in einer Publikation auch davon ab, auf einen Inhaltsstoff konzentrierte Präparate (z. B. 40% Ellagsäure) aus dem Samen und der Schale zu verwenden. Die Schalen werden seit Jahrtausenden als wirksames Mittel gegen Parasiten (Bandwürmer) eingesetzt. Die Schalen sind in Spuren gesundheitsförderlich, aber von einem regelmäßigem konzentrierten Verzehr (z. B. Kapseln) ist abzuraten.
Eine Studie aus dem Jahr 2004 von Kawaii und Lansky zeigt, dass die Inhaltsstoffe des Granatapfels dazu führen, dass sich Krebszellen wieder zu gesunden Zellen zurückbilden oder in die Apoptose (programmierter Selbstmord der Zelle) getrieben werden. Zudem verhindern sie die Schaffung neuer Blutgefäße, was dem Tumor seine Ausbreitung sehr erschwert.
Pflanzenhormone halten jung
Eine japanische Studie (Mori-Okamato et. al.) aus dem Jahr 2004 ergab, dass der Granatapfel wegen seines „einzigartigen Reichtums“ an Phytoöstrogenen insbesondere Frauen in der Menopause eine spürbare Linderung ihrer typischen Beschwerden (Stimmungsschwankungen, Knochenabbau) bringt.
Im Granatapfel sind verschiedene Östrogen-Arten vorhanden, ein Teil von diesen sind sogenannte schwach wirkende Östrogene, die sich an die Östrogenrezeptoren binden und so eine anti-östrogene Wirkung entfalten. Hohe Östrogen-Spiegel fördern das Zellwachstum und sind so im Krebs-Kontext kritisch zu sehen.
Gleichzeitig enthält der Granatapfel pflanzliche Östrogene, die in sanfter Form eine spürbare östrogene Wirkung entfalten. Im Hinblick auf Wechseljahresbeschwerden und dem nach den Wechseljahren stark ansteigenden Herz-Kreislaufrisiko ist diese Wirkung wünschenswert. Der Granatapfel vereinigt gegensätzliche Wirkungen – ohne unerwünschte Nebenwirkungen.
Der Granatapfel und die Liebe
Als Aphrodisiakum und Bestandteil zahlreicher Liebesgetränke gilt der Granatapfel seit langem.
Heute weiß man, dass die Granatapfelsamen nicht nur pflanzliche Östrogene, sondern auch Testosteron enthalten, damit erhalten die alten Mythen eine aktuelle Bestätigung.
Es wäre aber sicher nicht richtig, diese wertvolle Frucht mit einem bloßen Potenzmittel zu vergleichen. Vielmehr entfaltet sie eine ganzheitliche Wirkung auf den Organismus und sorgt für spürbar mehr Lebens- und damit auch Liebeskraft.
Im Geschmack des Granatapfels vereinigt sich das Männlich-Herbe mit dem Fruchtig-Süßen des Weiblichen. Der Granatapfel fördert die innere Stärke und Integration. Es heißt im Orient auch, dass der Granatapfel gut für die Seele ist und positive Stimmung macht.
Auf was Sie achten sollen,wenn Sie Granatapfel in Ihrem Speiseplan aufnehmen
Der Genuss des Granatapfels ist mit einer gewissen Mühe verbunden, wie jeder feststellen kann, der sich schon einmal neugierig eine Frucht gekauft hat. Aber wer die Mühe auf sich nimmt, wird von seinem einzigartigen Aroma überzeugt werden. Idealerweise kaufen Sie Granatäpfel aus biologischen Anbau.
Wem das zerlegen eines Granatapfels zu mühsam ist, für den ist Granatapfelsaft oder Elixier die perfekte Wahl.
Bitte beachten Sie:
In vielem, was sich Granatapfel nennt, ist oft nicht viel Granatapfel drin. Studieren Sie die Etiketten, um festzustellen, wie groß der Granatapfelsaftanteil ist. Es gibt Anbieter mit 100% Granatapfelsaft. Auch hier sollten Sie Saft aus biologisch angebauten Früchten bevorzugen.
Am besten erkennen sie die Qualität eines Saftes im direkten Vergleich: probieren Sie einen vollreifen Granatapfel und vergleichen Sie seinen Geschmack und seine rote Farbe mit dem Saft. Ein guter Saft ist tiefrot in der Farbe, vollfruchtig, süß und leicht sauer. Ist der Saft im Geschmack herb, dann hat der Hersteller auch die Schalen und das weiße Häutchen mitverarbeitet.
Granatapfelprodukte:
- Granatapfelsaft: Am Markt sind so genannte “Ganzfruchtpressungen”. Hier wird die ganze Frucht, samt Schale, Kernen und Membrane gepresst. Hoher Anteil an relativ wertlosen Bitterstoffen, entsprechend bitterer Geschmack.
- Purer Bio-Granatapfelsaft: Neues technisches Verfahren von Obsthof Retter. Dieser Mutter-Saft (Direkt-Saft) wird aus den reinen Fruchtperlen gewonnen. Granatäpfel stammen aus Bio-Anbau und Wildsammlung. Gilt aktuell als höchste Saftqualität.
- Granatapfelelixier: eine spezielle Verarbeitung mit Fermetierung
- Granatapfelkapseln: als Nahrungsergänzungsprodukte.
- Granatapfelsamenöl: Öl aus den Samen-Kernen. Beste Qualität aus Kaltpressung. Verwendung v.a. bei Wechselbeschwerden.
- Grantapfelkosmetik: Pflegecremen in Kombination mit Olivenblattextrakt, Ginseng.
Für die Leserinnen, die mehr wissen wollen:
Granatapfel-Ratgeber 2007 vom Verein Natürlich gesund e.V. als Download
Buch Heilfrucht Granatapfel, Dr. Michaela Döll, Herbig-Verlag
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