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Good Bye old Europe - BRICS is sexy

Indien hat eine sehr junge Bevölkerung Autor: Roland Grün am 25. Nov 2011
Wirtschaftszentren der Gegenwart und Zukunft

Good old Europe wird immer bedeutungsloser, die neuen Märkte heissen China, Indien, Brasilien, Südafrika und Rußland, ganz einfach BRICS

© Bild: SB

Als Geschäftsführer eines Exportunternehmens für Projektmanagement, vornehmlich in Osteuropa, war es für mich geradezu eine Pflichtveranstaltung, die

"BRICS Conference 2011"

unter Moderation der bekannten ZIB-Moderatorin Mag.a Hannelore Veit in der Wirtschaftskammer Österreich zu besuchen. Es diskutierten in der angelsächsischen Sprache:

- Ronald Arculli - Chairman Hong Kong Stock Exchange,

- Fernando Honorato Barbosa - Chief Economist Banco Bradesco/Brasilien,

- Herbert Demal - Executive Vice President Magna International für China, Indien, Afrika ,

- Jolly Kunjappu - geboren in Madras/Indien, lebt in München, ist Consultant europäischer Unternehmen, Künstler, Key Note Speaker, Philosoph,Coach, Musiker und Maler,

- Morley Nkosi - Wirtschaftsprofessor an der Rutgers University, Consultant, Südafrika,

- Armen G. Oganesian - Chefredakteur "International Life" Berater des russischen Außenministers, vorher Leiter Radio Moskow Internationa.

In fast zwei Stunden gab es viele Fragen, die Frau Veit den anwesenden Experten stellte wie zum Beispiel:

Status des Landes, aktuelle wirtschaftliche Entwicklung, Industrieschwerpunkte, Finanzpolitik, politische Stabilität, als Exportland für österreichische Unternehmen interessant

Die BRICS Staaten: Brasilien, Rußland, Indien, China und Südafrika repräsentieren 40% der Erdbevölkerung mit einem aktuellen Anteil am Weltbruttoprodukt von über 40% der Wirtschaftsleistungen, die auf der Erde erwirtschaftet werden.

Indien: wird 2020 bereits weit über 1,2 Mrd Menschen bevölkern, von denen 60% unter 38 Jahren sind, daher keine Pensionsproblematik, es gibt in Indien einen Mittelstand, der laufend wächst und schon über 300 Mio. Menschen ausmacht. Nach der Devise: "Build cars and the roads will come" boomt in Indien nicht nur die Automobilindustrie, sondern wird viel Geld in den Ausbau der Infrastruktur investiert.

China: von 2008 bis 2011 fand im Reich der Mitte eine Restrukturierung statt. Nach wie vor fehlt es am Ausbau der Infrastruktur. Im Jahre 2030 wird Indien China überflügelt haben, der Anteil der Personen über 60 Jahre wird 2020 über 50% der Bevölkerung ausmachen und damit wird die Frage der Pensionen immer gravierender.

Brasilien: exportiert bereits 30% seiner Wirtschaftsgüter, dabei ist einer der wichtigsten Handelspartner China. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten in den Neunziger Jahren des letzten Jahrtausends hat Brasilien extrem an Währungsstabilität, Erschließung eigener Energiequellen für die Industrieexpansion und an der politischen Stabilität gearbeitet. Die Bevölkerung macht heute über 50 Mio. aus und das Land ist permanent in einer positiven, lebensbejahenden Stimmung. Durch die jahrelange aktive Politik der Verständigung und Unterzeichnung der Charta 77 - die Staatengemeinschaft der Blockfreien hatten sich Ende der 70-iger Jahre des vorigen Jahrhunderts als eigene poliitsche Weltmacht neben der NATO und den Warschauer Pakt Staaten etabliert - profititert man heute noch aus diesen gemeinsamen politischen Bemühungen um den Weltfrieden. Politische Partner wurden inzwischen Wirtschaftspartner, man kannte sich ja schon gut.

Südafrika: Die Fußballweltmeisterschaft war für Südafrika ein großer Auftritt auf der Weltbühne. Für die österreichische Wirtschaft ist Südafrika das Tor zu den Ländern südlich des Äquators, denn im Gegensatz zum landläufigen Glauben, dass Südafrika isoliert ist, gibt es viele Kooperationen und Wirtschaftsverbünde zwischen den afrikanischen Staaten, von denen nicht nur Südafrika´s Wirtschaft profitiert, sondern auch österreichische Unternehmen, die von Kapstadt und Johannisburg die angrenzenden Länder wie Südwestafrika, Botswana, Mozambique, Tansania und den Kongo bearbeiten. Südafrika ist eine sehr junge Gesellschaft, 60% der Bevölkerung ist unter 25 Jahre alt.

Rußland: mit über 149 Mio Einwohner ist Rußland einer der wichtigen Handelspartner für Österreich. Rußland exportiert nicht nur Waren, Maschinen und Dienstleistungen in die EU, sondern sehr stark auch nach China und Indien. Dabei hat Rußland als einer der reichsten Staaten mit elf Zeitzonen derart viele Bodenschätze unter der Eiskruste in Sibirien lagernd, jedoch sind nach wie vor Erdöl und vor allem Erdgas die Hauptexportprodukte, die leider nach wie vor sehr oft als politische Druckmittel nicht nur gegenüber unliebsamen GUS Staaten eingesetzt werden, sondern vor allem durch die Abhängigkeit einzelner EU Staaten wie zB BRD dazu geführt haben, dass mit Kasachstan und der Türkei eine eigene Gaspipline "Nabucco" mit einer milliardenschweren Investition gebaut wird. Rußland hat eine Inflation von über 8,5% und ein Wirtschaftswachstum von über 5%.

Als Resümee dieser Veranstaltung stelle ich für mich fest:

Wirtschaftswachstum findet in China mit über 9%, Brasilien über 7%, Indien über 10%, Rußland über 5% und in Südafrika mit über 8% statt.

Wir in Europa freuen uns schon, wenn das Wachstum mehr als 2% ausmacht. Diese Emerging Markets können der österreichischen Exportwirtschaft helfen, nicht nur Arbeitsplätze bei uns abzusichern, sondern vor allem - auch wenn Österreich als qualitativ hochwertig, aber teuer gilt - Österreichs Ruf nach einem hochmodernen Wirtschaftsland noch bekannter zu machen, das nicht nur bekannt ist für Opernball, Lippizanern, Mozartkugeln, Schifahrerlegenden und Sachertorten.

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