Autor: Roland Schaufler am 22. Jan 2011 Nahrungsmittelallergien, Laktose- und Histaminintoleranz sind immer häufiger gestellte Diagnosen. Von kaum spürbar bis zu heftigen Beschwerden reicht die Palette der Symptome. Die gute Nachricht: mit Konsequenz und etwas Geduld ist Heilung möglich. Auch chronische Darmerkrankungen können in ihrem Verlauf positiv beeinflusst werden.
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Die Bedeutung unseres Darms für die Gesundheit
Teil 2: Störungen der gesunden Funktion und ihre Behandlungsmöglichkeiten
Das feine Gleichgewicht zwischen Oberflächenzellen und Bakterienflora wird häufig durch äußere Einflüsse gestört. Schwere Darminfektionen, häufig im Rahmen von Reisen, wiederholte Antibiotika-Einnahmen oder anhaltende Veränderungen des Säure-Milieus im Darm durch Säureblockierung im Magen führen zu gravierenden Veränderungen der normalen Darmflora.
Schwere Infekte mit körperfremden Erregern (Viren oder Bakterien) verdrängen die ansässige Bakterienflora, Antibiotika wirken leider immer auf alle Bakterien im Körper, nicht nur die schädlichen im Rahmen eines Infektes, und dezimieren die gesunde Darmflora dramatisch. Die Folge ist eine Überwucherung mit sonst nur in kleinen Mengen vorhandenen Bakterienstämmen, die die Oberflächenzellen nicht entsprechend unterstützen können. Der Großteil der Bakterienflora besteht aus verschiedenen Milchsäurebakterien, die in einem pH-Bereich von ca. 5,8-6,4, also im leicht sauren Bereich, am besten gedeihen. Wird die Magensäure über längere Zeit medikamentös reduziert, steigt der pH-Wert im Darm in den basischen Bereich an. Dadurch werden die Milchsäurebakterien verdrängt und Fäulnisbakterien breiten sich immer weiter aus.
Ein häufiger Störfaktor sind auch verschiedene Medikamente, die die Schweißnähte im Schulterbereich der Oberflächenzellen angreifen und so die Dichtheit der Oberfläche zerstören.
Leaky-Gut-Syndrom
Dies ist meist der Beginn eines Teufelskreises, an dessen Ende das so genannte "Leaky-Gut-Syndrom“, d.h. der "Zustand des löchrigen Darmes" steht. Die drastisch reduzierten und in ihrer Zusammensetzung stark veränderten Bakterien gewährleisten die ausreichende Ernährung der Oberflächenzellen nicht. Durch den kurze Lebenszyklus der Oberflächenzellen kommt es zu Löchern in der oberflächlichen Abdeckung der Darmwand, da sich die Zellen nicht ausreichend schnell regenerieren und teilen können.
Allergien und Infektionen
In weiterer Folge trifft körperfremdes Eiweißmaterial massenhaft das Gewebe unmittelbar unter der normalen Schleimhautoberfläche. Dies führt natürlich zu einer Alarmsituation des Abwehrsystem, welches dadurch schwer belastet und außerdem nicht entsprechend ausgebildet wird. Die Folge sind wiederholte Infektionen im Schleimhautbereich anderer Körperregionen, aber auch eine allmähliche Erschöpfung und dadurch übermäßige Erregbarkeit des gesamten Abwehrsystem. Dies ist die Grundlage der Entwicklung von Allergien, bei denen eine im Vergleich zum Reiz weitaus überschießende Abwehrreaktion des Körpers erfolgt.
Laktose- und Histaminintoleranz
Die intakte Bakterienflora produziert, so wie auch das Darmepithel selbst, für uns lebenswichtige Vitamine und Verdauungsfermente. Ist die Zahl und Vitalität der Oberflächenzellen wesentlich reduziert, entstehen die typischen Erscheinungen der Histamin- und Lactoseintoleranz, da diese Teile der Nahrung nicht mehr ausreichend im Darm gespalten werden können und entsprechende Symptome hervorrufen. Auch der Transport von Fruktose durch die Zelloberfläche zur Aufnahme in den Körper kann dadurch gestört sein.
Ein Darm, der in der soeben beschrieben Art über Monate verändert ist, ist nicht in der Lage, seine vielen feinen Aufgaben erfolgreich auszuführen. Oft sind die Beschwerden von Seiten des Darmes nur gering, z.B. Blähungen oder gelegentlicher Durchfall. Es kann aber, wie oben beschrieben, zu Störungen unseres Abwehrsystems mit wiederkehrenden Infektionen und Allergien kommen. Außerdem treten Mangelerscheinungen mit verschiedensten Symptomen im gesamten System auf.
Behandlungsmöglichkeiten
Zur Erhaltung bzw. Wiedererlangen der Darmgesundheit geht es also darum,
1) unsere Bakterienflora im Darm ungestört zu erhalten bzw. wieder herzustellen,
2) die oberflächliche Zellschichte zu unterstützen und zu regenerieren
3) und eventuell bestehende Nahrungsmittel-Allergien zu beseitigen.
Nur bei gleichzeitiger Beachtung der 3 angeführten Punkte gelingt es, das sensible System unseres Darmes zu stabilisieren und ihm zu helfen, seine zahlreichen Funktionen wieder optimal erfüllen zu können.
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