Autor: Sana Brauner am 22. Apr 2009 VeganerInnen sind schlanker, leben länger und gesünder.
Pflanzliche Ernährung liegt im Trend. Immer mehr Menschen lehnen Tierprodukte aus ethischen oder gesundheitlichen Gründen ab. Sie essen also weder Fleisch, noch Milch oder Eier. Das Vorurteil des blassen Veganers, der unter Mangelerscheinungen leidet, ist inzwischen überholt: VeganerInnen sind schlanker, leben länger und gesünder. |
Fit im Alter
So ergab eine Langzeitstudie des Deutschen Krebsforschungszentrums, dass die Sterbequote von Veganerinnen im Vergleich zu Fleischesserinnen um 30% reduziert ist. Bei männlichen Veganern liegt sie sogar um 50% niedriger. Grund ist ein insgesamt gesünderer Lebensstil sowie die günstigere Nährstoffzusammensetzung. VeganerInnen nehmen weniger gesättigtes Fett und Cholesterin auf, dafür überdurchschnittlich viele Vitamine, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe.
Schlank und gesund
Durch den deutlich höheren Gemüse- und niedrigeren Fettanteil in der Nahrung sind VeganerInnen im Durchschnitt auch schlanker. Daher treten so genannte Wohlstandskrankheiten wie Adipositas und Diabetes mellitus seltener auf. Der Cholesterinspiegel ist ebenfalls meist wesentlich niedriger; in weiterer Folge leiden VeganerInnen weniger unter Herz-Kreislauf-Krankheiten. Nicht umsonst wird PatientInnen mit erhöhtem Cholesterinspiegel empfohlen, tierische Fette zu meiden, dafür mehr Ballaststoffe und Soja zu konsumieren. Auch therapeutisch eingesetzt kann pflanzliche Ernährung sinnvoll sein: Ein Umstieg bei Krankheiten wie Rheuma und Neurodermitis kann Symptome deutlich lindern.
Milch für Kinder
So hat zb. 20% der österreichischen Bevölkerung Laktoseintoleranz, kann also keinen Milchzucker verdauen. Viele leiden unter Durchfall und Blähungen, ohne von ihrer Unverträglichkeit zu wissen. Dabei ist Laktoseintoleranz ganz normal: 95 bis 100% aller Menschen in Afrika und Asien vertragen keinen Milchzucker. Auch die Frühmenschen konnten ihn nicht verdauen. Schließlich war Milch von der Natur ausschließlich für Säuglinge vorgesehen. Erst durch die Einführung der Landwirtschaft begannen EuropäerInnen, Kuhmilch zu trinken – der Körper passte sich an, allerdings für viele Menschen unzureichend. Abhilfe schafft der Umstieg auf Pflanzenmilch wie etwa Soja-, Hafer- oder Reismilch.
Ethische Gründe
Aber nicht nur aus gesundheitlichen Gründen leben Menschen vegan. Bei vielen ist die Motivation ethischer Natur: Massentierhaltung und Tiertransporte unter quälerischen Bedingungen verderben den Appetit auf Fleisch. Zur veganen Ernährung ist es dann nur noch ein weiterer konsequenter Schritt. Damit eine Kuh Milch gibt, muss sie jedes Jahr kalben - der männliche Nachwuchs landet auf dem Schlachthof. Ähnlich ist es bei der Eiproduktion. Während weibliche Küken als Legehennen dem Produktionszyklus zugeführt werden, werden die männlichen Küken direkt nach dem Schlüpfen getötet und zu Tiermehl verarbeitet.
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Bewusst vegan essen
Obwohl viele wissenschaftliche Studien für eine vegane Ernährung sprechen, gibt es immer noch SkeptikerInnen, die von einer veganen Ernährung abraten. Natürlich ist es – wie bei jeder anderen Kostform auch – möglich, einseitig zu essen. Eine Ernährung, die aus Chips und Cola besteht, ist zwar auch vegan, aber sicher nicht gesund. Hingegen besteht eine gesunde, abwechslungsreiche vegane Kost aus vielen unterschiedlichen Gemüse- und Obstsorten, diversen Getreideprodukten, Samen und Nüssen. Neben Hülsenfrüchten als Eiweißquelle bietet sich auch eine Vielfalt an Soja- und Weizenprodukten an.
Die Autorin ist Ernährungswissenschafterin und lebt seit sieben Jahren rein pflanzlich.
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