Autor: Manfred Grössler am 08. Nov 2007 Die sozial- und demokratiepolitischen Risiken sind analog zu den physiologischen also Realität und beide werden von USA-abhängigen Staatsregierungen wie die Europäische Union (EU), fast kriminell vernachlässigt (3). Mehr als 90 % der EU-Bürger wollen keine Gentechnik im Essen und 100% der Menschen brauchen sie nicht. Dennoch wird das demokratische Recht der Mehrheit, welche sich gegen den Gebrauch von Agro- Gentechnik ausspricht, innerhalb der EU nicht beachtet.
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Mehr als 90 % der EU-Bürger wollen keine Gentechnik im Essen
„Gentechnik-Nahrung: Risiko für Gesundheit!“
Und warum wir alle viel zu wenig darüber wissen.
“Gentechnik in der Ernährung von Menschen und Tieren birgt unnötige, unüberschaubare und irreversible Risiken“.
Ökologischer Ärztebund Deutschland e.V. 2006
Um allen Spekulationen vorzubeugen: Ich bin für die Beforschung der Gentechnik unter ethischen Gesichtspunkten und strengen Rahmenbedingungen, wende mich aber entschieden gegen die Anwendung am lebenden Organismus und außerhalb geschlossener Systeme. Die Gründe hierfür liegen in der außergewöhnlichen Bedeutung, insbesondere im de facto unfassbaren Risiko dieser Technik.
Die sozial- und demokratiepolitischen Risiken sind analog zu den physiologischen also Realität und beide werden von USA-abhängigen Staatsregierungen wie die Europäische Union (EU), fast kriminell vernachlässigt (3). Mehr als 90 % der EU-Bürger wollen keine Gentechnik im Essen und 100% der Menschen brauchen sie nicht. Dennoch wird das demokratische Recht der Mehrheit, welche sich eindeutig gegen den Gebrauch von Agro- Gentechnik ausspricht, innerhalb der EU diktatorisch übergangen und die Mitgliedstaaten zur Anwendung von GVOs letztendlich durch die EU-Kommission gezwungen. Unglaublich aber wahr!
Die Demokratie ist eine oft bitter erkämpfte Errungenschaft und hat über ihre sozial- und gesundheitspolitische Wirkung auch einen bedeutenden Einfluss auf soziales und gesundheitliches Wohlergehen. Die Demokratie und das damit verbundene soziale Gefüge ist durch die Gentechnik also genauso betroffen wie die Gesundheit von Einzelnen und ganzen Regionen.
Aber keine Regierung wagt es, dem totalitären Verhalten der WTO, der Welthandelsorganisation, der Weltbank, dem Internationalen Währungsfonds und der EU-Kommission entgegenzutreten.
Dies könnte sich bei anhaltenden nachteiligen Auswirkungen der Gentechnik auch in der EU, wie zB in Spanien, als kostenintensive Zeitbombe herausstellen. Wegen Gen-Kontamination konnten dort Hunderte Bauern ihre Ware nicht oder nur billigst verkaufen, der Staat lehnte jede Haftung ab! Spaniens Bauern hatten 2005 EU-weit die größten realen Einkommensverluste, nämlich –20% und es hilft ihnen niemand die GMO-bedingten Probleme zu bewältigen (4).
Noch schlimmer ist es in Argentinien, wo laut einem Bericht des österreichischen Fernsehens (4a) durch GMO-Sojaanbau über 100.000 Kleinbauernfamilien die Existenz verloren. Durch den GMO-Sojaanbau hat sich der Einsatz des Herbizids Roundup um das 150fache gesteigert, nämlich von einer Million Liter auf einhundertfünfzig Millionen Liter! Das Gegenteil wurde aber behauptet. Diese Folgerisiken sind logische Begleiterscheinungen überall dort, wo GM-Anbau betrieben wird. Der argentinische Arzt Dr.Gianfelici berichtet von der wachsenden Zahl extrauteriner Schwangerschaften, frühem Kindstod, Schilddrüsenproblemen, Atembeschwerden und Hautausschlägen als Folgen des gestiegenen Spritzmitteleinsatzes.
Weltweites Faktum ist, dass durch die Anwendung der Gentechnik in der Landwirtschaft neue Milliardenkosten entstehen: durch Kontamination, durch Umsetzung der Koexistenzgesetze (Abstandsregeln, Korridore, getrennte Logistik), durch Ernteausfälle und durch den dramatisch gestiegenen Pflanzengifteinsatz. Dieser führt wieder zu mehr Erkrankungen und Umweltschäden.
All das bezahlen aber nicht die erzeugenden Konzerne als Verursacher, sondern jeder einzelne Mensch mit erhöhten Gesundheitsrisiken und erhöhten Krankenkosten. Konzerne scheffeln Milliardengewinne aber brauchen keine Haftung für ihre Produkte zu übernehmen! Zudem werden Bauern ganzer Regionen und Länder, wie zum Beispiel in Indien und Kanada, durch Patentrecht, Terminator-Technologie und Knebelverträge zu neuen Sklaven: Es muss jedes Jahr neues Saatgut gekauft werden, immer beim gleichen Konzern. Damit dieses unrechte System funktioniert, müssen Informationen über Gentechnik geschönt oder unterdrückt werden. Mehr 40.000 Bauern nahmen sich in Indien wegen Überschuldung durch GM-Baumwolle das Leben (5).
1) Univ. Prof. Dr. DI Anton Moser in Natur & Land, Österr. Naturschutzbund Jg 92, Heft 6; anton.moser@chello.at
2) PRO LEBEN Antigentechnikplattform, www.proleben.at
3)“Die WTO und das Welternährungssystem“. Gewerkschaft Metall, Textil, Nahrung, Genf 2002, www.gmtn.at
4) “SEAE”, (Spanish Society for Organic Farming), www.agroecologia.net ”
5) Percy Schmeiser, Vandhana Shiva in: „Gefahr Gentechnik“, ISBN 3-9501887-1-1; www.concordverlag.at
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| IN UNSEREM SHOP Gefahr Gentechnik. Irrweg und Ausweg Autor: Manfred Grössler |
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