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Früherkennung bei Polyarthritis - mit Fragebogen

Dr. Thomas Schwingenschlögl Autor: Thomas Schwingenschlögl am 22. Apr 2009
Chronische Gelenksentzündungen wie die Polyarthritis zählen zu den besonders gefährlichen rheumatischen Krankheiten. Denn abgesehen von teils heftigen Schmerzen führen Gelenksentzündungen oft schon nach kurzer Zeit zu einer Gelenkszerstörung mit Verformungen, Dauerschmerzen und einem Funktionsverlust. Die Betroffenen können sich zum Teil kaum noch bewegen. Neue Therapiemöglichkeiten lassen jedoch auch diese schwere Erkrankung wirkungsvoll bekämpfen.

Unser Immunsystem ist krank

Die chronische Polyarthritis, auch rheumatoide Arthritis (=RA) genannt, ist eine chronische  Gelenksentzündung, die sehr schnell den Gelenksknorpel angreift und damit die Gelenke zerstört.
Ursache der Polyarthritis ist eine Störung unseres Immunsystems, welches außer Kontrolle gerät, überaktiv ist und sich gegen unseren eigenen Körper richtet. Über eine Aktivierung diverser Zellen und Botenstoffe des Immunsystems kommt es zu einer entzündlichen Reaktion, wobei neben Gelenken und Muskeln auch innere Organe wie Niere, Lunge, Herz oder Leber betroffen sein können. Dadurch entstehen Schmerzen, Schwellungen aber auch Allgemeinsymptome wie Fieber, Schwitzen und starkes Krankheitsgefühl.

Früherkennung entscheidend

Prinzipiell kann die chronische Polyarthritis in jedem Lebensalter auftreten, am häufigsten zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr. Frauen erkranken dreimal so häufig wie Männer. Selbst vor Kindern schreckt diese Krankheit nicht zurück.
Liegt eine Polyarthritis vor, muß schnellstens behandelt werden. Nur durch einen kompletten Stillstand der Entzündung kann eine weitere Gelenkszerstörung verhindert werden.

Früherkennung bei Polyarthritis - Rheuma-Selbsttest

Wenn Sie an folgenden Beschwerden leiden, könnte eine chronische Gelenksentzündung im Sinne einer chronischen Polyarthritis dahinterstecken:

?    Gelenksschwellungen: Jedes Gelenk in unserem Körper kann betroffen sein: Finger- und Zehengelenke, Handgelenke, Ellbogen, Schultern, Hüften Knie, Sprunggelenke, Kiefergelenke, Schlüsselbeingelenke. Die Gelenke sind dabei spindelförmig aufgetrieben, druckschmerzhaft, überwärmt bis heiß und leicht gerötet. Besonders verdächtig ist eine Schwellung der Hand-, Fingergrund- und Fingermittelgelenke.
?    Symmetrische Gelenksschwellungen: Schwellungen von gleichen Gelenken auf beiden Körperhälften (z.B. beide Handgelenke) gelten als besonderer Hinweis für eine chronische Polyarthritis.
?    Gelenksschmerzen: Wieder können alle Gelenke im Körper befallen werden. Die Schmerzen treten sowohl in Ruhe als auch bei Belastung und auch auf Druck und Berührung auf.
?    Morgensteifheit: In der Früh sind die Gelenke steif, unbeweglich und schmerzen. So können Betroffene keine Faust machen oder die Finger gerade ausstrecken. Dieser Zustand kann oft Stunden andauern. Suspekt ist jedenfalls eine Morgensteifheit von mindestens einer Stunde. Im Tagesverlauf bessert sich oder verschwindet das Steifheitsgefühl.
?    Kraftlosigkeit der Gelenke: Entzündete Gelenke bewirken einen zunehmenden Kraftverlust. So können Dosen und Gläser nicht mehr geöffnet werden. Vielen Patienten fallen Gegenstände einfach aus der Hand.
?    „Begrüßungsschmerz“:  Ein kräftiger Händedruck verursacht fast immer starke Schmerzen. Das seitliche Zusammendrücken der Finger- und Zehengrundgelenke ist schmerzhaft.
?    Muskel- und Sehnenschmerzen: diffuse und wandernde Muskel-, Sehen- und Bindegewebsschmerzen ohne erkennbaren Grund müssen in Kombination mit schmerzhaften und/oder geschwollenen Gelenken an eine chronische Polyarthritis denken lassen.
?    Allgemeinsymptome: Krankheitsgefühl, rasche körperliche und geistige Ermüdbarkeit, Appetitlosigkeit bzw. Gewichtsabnahme und schweißige Handflächen gehen oft Gelenksschwellungen und Schmerzen voraus.
?    Beschwerden über Wochen: Wer mehr als sechs Wochen an geschwollenen und schmerzenden Gelenken und den oben angeführten Kriterien leidet, hat mit großer Sicherheit eine chronische Gelenksentzündung.
 

So lange sollten Sie aber gar nicht warten. Denn unbehandelte Gelenksentzündungen tun nicht nur weh, sie zerstören auch rasch unsere Gelenke, die dann steif werden. Wer also drei bis vier Wochen an einem oder mehreren der genannten Symptome leidet, sollte unverzüglich einen Spezialisten aufsuchen. Mit Hilfe moderner Untersuchungen wie diverser Bluttests aber auch Röntgen-, Ultraschall- und Magnetresonanzuntersuchungen kann der Rheumatologe die Diagnose frühzeitig stellen und sofort mit einer effizienten Therapie beginnen.

Für die Behandlung von Gelenksentzündungen steht heutzutage eine Reihe von äußerst wirksamen Medikamenten zur Verfügung, die die Entzündungen von innen heraus über das gestörte Immunsystem bremsen und damit die Erkrankung stoppen. Ihr Rheumatologe wird Sie dabei gerne beraten.

Dr. Thomas Schwingenschlögl
Tel: 0043 (0) 2236/865910
 


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