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Feinstaub: 'Fahrverbote sind ein Zeichen von Hilflosigkeit'

Feinstaub-frei - wünschenswertes Ziel jeder Stadt Autor: Tanja Salem am 21. Jan 2008
Wissenschaftler warnen schon lange vor gefährlichem Feinstaub. Berlin, Köln und Hannover haben als erste deutsche Städte ernst gemacht und seit 1. Jänner 2008 in ihren Innenstädten Umweltzonen eingerichtet. Weitere deutsche Städte folgen. Ob diese Maßnahme den Feinstaub spürbar verringert, bleibt abzuwarten.

Feinstaub U-Zone

Industrie und Hausbrand die größten Feinstaub-Produzenten

Zahlreiche Studien belegen, dass die Feinstaubbelastung ein Problem darstellt.
Die mikroskopisch winzigen Teilchen können unter anderem Asthma- und Lungenerkrankungen verursachen, Lungenkrebs auslösen und zu Herz-Kreislauferkrankungen führen. Kinder und ältere Menschen sind davon besonders betroffen.

Feinstaub wird überwiegend durch Verbrennungsprozesse freigesetzt. Von manchen „Experten“ wird gerne behauptet, dass der Individualverkehr der größte Feinstaub-Emittent sei. Das entspricht nicht der Wahrheit. Die größten Feinstaub-Verursacher sind die Industrie und vielfach immer noch der Hausbrand. 


Ost-Import Feinstaub 

Die deutsche Universität Cottbus (Brandenburg) gelangt in einer Untersuchung zu dem Ergebnis, dass beispielsweise in Berlin die Autos nur ein Prozent des Feinstaubs produzieren. Der Großteil des unsichtbaren Drecks kommt als Ferneintrag aus dem Osten.

Länderübergreifende Maßnahmen statt „Kosmetik“

Es ist allerhöchste Zeit, wirksame Maßnahmen zu treffen. Auch der Individualverkehr muss dazu einen Beitrag leisten. Allerdings ist für viele Fachleute die Vertreibung  älterer Pkw aus dem „City-Paradies“ nur „Kosmetik“, so lange nicht auch andere, umfassende und länderübergreifende Maßnahmen getroffen werden. Wie zum Beispiel zwingend vorgeschriebene, hocheffiziente Filteranlagen für industrielle Dreckschleudern oder die Forcierung des Frachtverkehrs auf der Schiene und den Wasserwegen Europa, um den über ganz Europa hinwegrollenden Lkw-Wahnsinn einzudämmen.

Fahrverbote nur in Notsituationen tauglich

„Fahrverbote können in Notsituationen durchaus taugliche Maßnahmen gegen eine gesundheitsgefährdende Schadstoffbelastung durch den Straßenverkehr sein. Sie sind aber auch ein Zeichen von Hilflosigkeit und greifen erst dann, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist “, ist Matthias Lieb, Vorsitzender des Verkehrs Club Deutschland (VCD) der Ansicht.

In diesem Sinn ist eine Wortmeldung des Verkehrs Club Österreich (VCÖ) zu verstehen, dem zur aktuellen Feinstaub-Diskussion nur ein Tempo 80-Limit auf Überlandstraßen eingefallen ist.

Und die Wiener Grünen fokussieren mit ihren Ruf nach einer Citymaut die Feinstaub-Problematik in erster Linie auf den Individualverkehr.

Es wäre wünschenswert, wenn all jene, die nicht müde werden, ständig den Individualverkehr an den Pranger zu stellen, mit der gleichen Vehemenz auch Limits für die anderen, noch größeren Feinstaub-Verursacher forderten.

Bloßes Abzocken bewirkt kein Umdenken

So lange es keine ausreichenden und vor allem erschwinglichen Park & Ride-Angebote gibt, so lange flächendeckend keine (preislich) attraktiven öffentlichen Verkehrsmittel zur Verfügung stehen, füllen Feinstaub-Vignette, Citymaut und gebührenpflichtige Kurzparkzonen bis 22.00 Uhr in erster Linie nur die maroden Kassen der Kommunen. Der Begriff „Parkraumbewirtschaftung“ wird von vielen Autofahrern nur mit gnadenloser Abzocke assoziiert. Bloßes Abkassieren und willkürliche Tempolimits bewirken aber noch lange kein Umdenken. Das schaffen nur sinnvolle Alternativen.

Mehr über die Feinstaub-Problematik finden Sie auf www.einfachbio.com

 

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